1. Johannes 3,8
Andachten
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
Siehe da, mein lieber Christ, eine bündige Ursache, die Sünde zu lassen. Warum? sie ist ein Werk des Teufels, und dein lieber Heiland ist eben darum und zu dem Ende erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre. „Das hat er, sagst du, getan durch sein göttliches Verdienst.“ Ist wahr, aber nicht genug. Innerlich und in deinem Herzen muss auch das Werk des Teufels, so da ist die Sünde und sein Reich, zerstört werden, - durch Buße, Glauben, Heiligung. Davon müssen die starken Mauern Jerichos fallen! (Johann Andreas Grammlich)
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
Welcher Mensch, der auf Bildung Anspruch macht, glaubt heute noch an den Teufel? Das ist ja nur ein Name ohne eine dazu gehörige Person, eine bildliche Bezeichnung eines recht bösen Menschen, aber keineswegs, wie der Volksaberglaube meint, ein eignes Wesen, dem alle bösen Einflüsse zuzuschreiben wären. Man hat allerlei Gründe gegen die Existenz des Teufels vorgebracht, aus der Vernunft, aus der Moral, sogar auch aus der Religion. Aber was hilft's? Von der unsichtbaren Welt wissen wir von uns selber Nichts; was wir aber von ihr wissen, das hat uns Gott geoffenbart. Wenn wir uns von der Offenbarung entfernen und wollen dann doch noch von der unsichtbaren Welt reden, so reden wir eben von ihr wie der Blinde von der Farbe. Dieselbe Heilige Schrift aber, in welcher die göttlichen Offenbarungen niedergelegt sind und aus welcher wir unsere ganze Gottes- und Heilserkenntnis schöpfen, lehrt uns auch, dass es einen Teufel gibt, einen mächtigen Geist, der von Gott sehr gut und schön erschaffen worden, nachher aber von Gott, vermöge seiner Freiheit, abgefallen und Gottes Widersacher geworden ist und einen großen Teil anderer Geister mit in seinen Fall gezogen hat. Das ist unstreitig mit kurzen Worten dasjenige, was uns über diesen Punkt von Gott durch Christum und seine Apostel offenbart worden ist. Wie wir es für unser Verständnis zurecht legen, das ist unsere Sache. Aber wir sind genötigt, so vielerlei zu glauben, was wir noch nicht verstehen, denn wir verstehen eben noch sehr wenig, warum sollten wir nicht auch dieses glauben, eben weil es eine Offenbarung des Herrn und seiner Apostel ist? Das Verständnis wird dann auch nicht ausbleiben. Es ist aber nicht eine der geringsten Künste des Teufels, dass er den Menschen einbildet, er sei gar nicht vorhanden; desto unbemerkter und sicherer kann er sie versuchen und verführen. Denn gegen einen Feind, den man gar nicht vorhanden wähnt, ist man nicht auf seiner Hut. Des Teufels Werk ist es, dass unsere ersten Eltern gefallen sind, dass die Sünde in die Welt gekommen ist, und sein Werk ist es, das sündliche Feuer in unsrer Brust noch fortwährend zu schüren. Er flüstert uns Gedanken ein, über deren plötzliches Auftauchen wir staunen, die uns aber, wenn wir ihnen folgen, nach kurzer Lust sicher verderben. Freilich ist er nicht überall in Person, aber er hat dienstbare Geister genug, welche seinen Willen vollführen. Die Grundsünde, welche er in die Welt gebracht, ist der Ungehorsam gegen Gott und der Hochmut, denn dies ist sein eigener Geist. Dieses sein Werk und alle andern Werke des Teufels zu zerstören, ist der Sohn Gottes in dieser Welt erschienen. Im völligen Gehorsam gegen den Willen des Vaters entäußert Er sich seiner vorweltlichen Herrlichkeit und nimmt Knechtsgestalt an und wird gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst. Während die ersten Menschen auf der Leiter des Ungehorsams gegen Gottes Gebot hinaufsteigen und Gott gleich sein wollten, stieg der Sohn Gottes auf der Leiter des Gehorsams nach dem Willen seines Vaters vom höchsten Throne herab und ward den Menschen gleich. Durch seinen Geist des Gehorsams und der Demut hat Er den satanischen Geist des Ungehorsams und des Hochmuts überwunden, und als der Teufel in der Wüste Ihn selbst dazu versuchte, da prallten seine feurigen Pfeile machtlos von Ihm ab. Nun kann der Apostel Johannes auch schreiben: Kindlein, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer denn der in der Welt ist. Wem Jesus als der Sohn Gottes und Heiland der Welt im Herzen geboren ist, der trägt den Sieger über Welt, Sünde, Tod und Teufel in sich und braucht sich nicht zu fürchten. Sein himmlischer Lehrmeister in ihm wird ihm die Hand stärken, die Versuchungen des ungehorsamen und hoffärtigen Geistes zu überwinden und seine Werke zu zerstören.. (Anton Camillo Bertoldy)