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Hebräer 12,13

Hebräer 12,13

Andachten

Und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, dass nicht Jemand strauchle, wie ein Lahmer.
„Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse,“ sagt der Apostel Paulus. Der Lauf des Christen nach dem himmlischen Kleinod darf nicht ein ungewisses Eilen und Jagen sein. Das ist Not, dass wir gewisse Tritte tun mit unsern Füßen und nicht straucheln, wie ein Lahmer. Zum Laufe nach dem Himmel gehört ein sicher blickendes Auge, eine sicher haltende Bahn und sicher tragende Füße. Ein sicheres Auge musst du haben, ein Auge, das immer fest und unerschütterlich hin gerichtet ist nach dem Siegespreis, der auf dich wartet. Wenn der Blick uns trübe wird, und es ist die Hoffnung so schwach, und wir verlieren die Fröhlichkeit unsrer himmlischen Zuversicht, dann zittert das Kleinod vor unsern Augen und wir können es nicht klar erkennen, fassen es nicht fest ins Auge. Ja, da hat man nicht Lust, dem unsicheren Ziele nachzujagen. Darum schau fest und ohne Verwirrung klar das himmlische Kleinod an. Dann wacht die Lust mit jedem Morgen wieder neu auf, die selige Lust zum fröhlichen Siegeslauf. Aber freilich, die Bahn, auf der wir laufen, muss auch sicher halten. Wer auf Moorgrund läuft oder auf sumpfigem Boden steht, dem fehlt der sichere Tritt; eh er es merkt, kann er versinken. Wohl dem Menschen, der sicheren Weg unter seinen Füßen hat, wenn er zum Himmel will. Und der sicherste Weg ist von Dem bereitet, der von sich selbst sagt: „Ich bin der Weg.“ Und die Bahn, die er gerüstet hat, auf der allein wir sichere Tritte tun können, ist die Bahn der Erlösung. Wer auf dem Boden der Erlösung durch Jesu Blut steht, der kann fest stehen und sicher laufen, ihm zittert es nie unter den Füßen, er weiß es klar und fest: „Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut.“ Aber der sicherste Blick und der festeste Weg trägt noch nicht zum Siege, wenn unsre Füße lahm sind. Darum gehören zum gewissen Lauf auch sicher tragende Füße. Was uns immer wieder lähmt und matt macht, ist unsre täglich neue Schuld. Da müssen unsre Füße neu erquickt werden durch tägliche Vergebung der Sünde. Die suche! Und täglich muss es neu in uns werden in heiliger Erneuerung, täglich muss der Bund mit dem Herrn Jesu wieder befestigt werden. Dann werden die Füße fest und die Tritte sicher. „So gehen unsre Wege gewiss zum Himmel ein.“ Lasst uns beten: Herr, unser Gott! Wir rufen Dich an in dieser Morgenstunde und bitten Dich, gib uns Morgenkraft und Morgenfrische zu unserm Laufe nach dem himmlischen Kleinod. Mache den Blick unsres Auges sicher, dass uns nichts das Ziel verrücken darf, lass uns fest immer nur das Eine bedenken, was Not ist. Und stelle uns täglich neu auf den festen Grund der Erlösung. Lege uns mehr und mehr die Gewissheit in die Seele, dass in keinem Andern Heil ist, als allein in Deinem Sohne Jesu Christo. Und wenn wir laufen, stärke die müden Knie und erquicke die kraftlosen Füße, dass wir eilen und uns nicht zurückhalten lassen. Lass uns laufen, lebenslang laufen, bis wir ans Ziel gelangen. Amen. Vater Unser. Segen. (Wilhelm Hunzinger)

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