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2. Thessalonicher 3,16

2. Thessalonicher 3,16

Andachten

Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allenthalben und auf allerlei Weise.
Suche den „Frieden Gottes“, von dem unsre Epistel spricht, bei dem Herrn des Friedens. Nach Friede dürstet der Mensch, so lange er seine Straße hier auf der Erde zieht. So sehr die Menschen verschieden sind in Denken und Sitte und Sprache, in dem Einen sind sie Alle gleich sie suchen Alle den Frieden. Durch das Jagen und Zagen, durch das Zittern und Beben, durch das Hangen und Bangen hindurch ruft die Stimme der Sehnsucht nach dem Frieden. Das ist das göttliche Siegel auf unserm Angesicht, das ist die Krone auf unserm Haupte, dass wir an dieser Erde nicht genug haben. Die ganze Welt ist zu klein, um unser Herz zu füllen. Nur, wo Friede wohnt, da wohnt das Glück! Wo der Friede dir die Hand segnend aufs Haupt legt, da ist es dir wohl! Wo der Friede die Hände in Eintracht zusammen legt, da zieht es wie Harfenklang des Himmels durch das Haus. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit unsre Seele nach Frieden.

Wo wohnt dieser Friede? „Seele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden?“ Wir können's so oft nicht lassen und laufen immer wieder zu den Brunnen, die kein Wasser geben! Wir laufen uns oft die Füße wund und suchen in allen Ecken das Glück und den Frieden. Tausendmal schon hat es uns bei unserm Suchen entgegen gerufen: Du musst höher suchen, hier ist der Friede nicht. Und doch lassen wir's nicht, kommen immer wieder vor dieselben Ecken, und da ist's immer wieder leer. Die Lust der Erde trägt so glänzende Farben und doch lässt sie das Herz so elend! „Der Herr des Friedens“ allein hat den Frieden. Und er ist ja nahe! „Friede auf Erden“ so ruft's uns aus dem Weihnachtsevangelium zu. Jesus allein bringt den Frieden, weil er allein den Friedensstörer vernichten kann; der Friedensstörer ist unsre großartige Schuld. Wo du in Angst zu Jesu kommst: Herr, vergib! da legt er seinen Arm um dich, drückt dich an seine Brust und spricht: Sei getrost und gehe hin in Frieden!

Lasst uns beten: Du Gott des Friedens, unser Herz ist oft so leer und so unglücklich und so unruhig! Du allein weißt, was uns fehlt, Du allein kannst uns helfen. Herr Jesu Christe, wir sind müde und finden nirgends Ruhe, als allein bei Dir, Du Hirte unsrer Seelen. Wir danken Dir, dass Du den Frieden der Vergebung in die Welt gebracht hast, und wir kommen nun zu Dir mit der herzlichen Bitte: Erbarme Dich über unser trauriges Herz, das in Sünden-Angst da liegt und von dem bösen Feinde hin und her getrieben wird. Du guter Hirte, führe Deine Schäflein zum Frieden. Führe uns auch diesen heutigen Tag auf den Wegen des Friedens, dass wir glückliche Adventskinder sein dürfen. Amen. (Wilhelm Hunzinger)

Predigten

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