Zuletzt angesehen: 1. Samuel 2 Markus 6,50 Philipper 2,5

Philipper 2,5

Philipper 2,5

Andachten

Ihr sollt also gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war.
In diesem Abschnitt (Phil. 2, 1-11) steht Jesus Christus im Vordergrund. Er wird uns vor Augen gemalt. Sein Bild soll sich tief einsenken in unsere Seele, so völlig, so stark und unauslöschlich, dass es für immer in uns ist. Jesu Lebensmacht vollzieht in uns eine Umwandlung und Umgestaltung, eine Verklärung in Sein Bild. Er war gesinnt wie sein himmlischer Vater, war eins mit dem Vater; jederzeit wollte Er nur den Willen Dessen tun, der Ihn gesandt hatte. Auch nicht die geringste Faser eigenen Willens und eigenen Wirkens machte sich in Ihm geltend. Und wir sollen auch gesinnt sein wie Jesus Christus, zwischen Ihm und uns soll kein noch so dünnes Blatt Raum finden. Wir sollen zu Ihm in das Verhältnis eintreten, in dem Er stand zu Gott dem Vater. Da wird uns nun vor Augen gestellt Jesu Erniedrigung und Jesu Erhöhung, Seine völlige Hingabe und die daraus erwachsene Frucht. Er war immer und in allen Dingen, ja bis zum Tod am Kreuz gehorsam. Viel Widerspruch musste Er erdulden, aber Er legte alles dem Vater dar, schalt nicht, da Er gescholten wurde, blieb in der Liebe und verzagte nicht in Seiner schweren Aufgabe. Dieser Gesinnung sollen nun auch Seine Glieder teilhaftig werden und dann in Seine Herrlichkeit eingehen. Sie sollen sich völlig an Christus ausliefern, ihrem Herrn und Haupte unbedingt gehorsam sein, im Zusammenhange mit Ihm die Welt besiegen und erfüllt von Seinem Geiste Seine Zeugen sein. Alle Selbstsucht begrabend, dürfen sie das Wohl des Nächsten zu Gottes Ehre fordern. (Markus Hauser)


Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.
Auch den ersten Gemeinden wurde es schwer, beisammen zu bleiben. Ihre Gemeinschaft stand nicht auf einem natürlichen, volkstümlichen Boden und war nicht durch ein Gesetz zusammengebunden. Ihr Grund war einzig Christus und seine gebende Gnade. Die Gemeinschaft verlangt aber von uns die Entsagung. Jeder muss dem anderen Platz gönnen und sich selbst beschränken, jeder zum anderen kommen und sich selbst vergessen. Wenn jeder spricht und keiner hört, jeder regiert und keiner gehorcht, jeder für seine Ehre kämpft und sie nicht auch den anderen gibt, dann ist die Gemeinde zerrissen. Dennoch, obwohl die Gemeinschaft, die uns Jesus bereitet, den natürlichen Willen des Menschen gegen sich hat, ist sie fest begründet. Denn das, was sie gefährdet, vergeht, wenn wir auf Jesus sehen. Er zeigt uns die Entsagung, ohne die es keine Gemeinschaft gibt, in einer Herrlichkeit, mit der das, was innerhalb der Gemeinde geschehen muss, nicht vergleichbar ist. Die Gestalt Gottes und die Gestalt des Knechtes und Menschen sind durch eine gewaltige Entfernung voneinander getrennt. Jesus einigt aber beides in sich. Als der Sohn ist er in Gottes Gestalt, also Herr, der spricht und es geschieht, der gebietet und es wird ihm gehorcht. Er nahm aber die Gestalt des Knechtes an, der keinen eigenen Willen und kein Eigentum hat, dem nichts gehört und der nichts für sich erwirbt, sondern gehorcht und dient. Die Knechtsgestalt trug er, weil er die des Menschen an sich nahm, denn für den Menschen ist es die richtige Lebensform, dass er der Knecht Gottes sei. Aber nicht nur das zeigt Jesus der Gemeinde, wie man sich entäußert und erniedrigt, sondern auch, dass die Erniedrigung zur Erhöhung führt. Weil Jesus die Knechtsgestalt trug und das menschliche Leben bis zum Tod erlitt, hat ihn Gott zum Herrn über alles erhöht. Auch in der Gemeinde wird jeder, der sich um der anderen willen beschränkt, erniedrigt und gehorsam wird, erfahren, dass seine Erniedrigung ihn zur Erhöhung führt. Ist auch das, was er zu leisten hat, nur klein, so hat es doch die Segensmacht des Gott dargebrachten Dienstes bei sich und der Gehorsam, mit dem er auf seinen eigenen Willen verzichtet, wird zum heiligen Opfer, mit dem er in der Nachfolge und Gemeinschaft Jesu bleibt.
Zu Dir trete ich, dem Sohn, der Knecht war, dem Herrn, der gehorchte, dem Fürsten des Lebens, der getötet ward, damit ich in Deinem Licht erkenne, wie eigensüchtig ich bin, und damit ich Dir nicht widerstrebe, sondern willig diene, wenn Du unter uns Deine Gemeinde baust. Amen. (Adolf Schlatter)


Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gotte gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
Was sind wir elende Menschen gegen Jesum, und doch haben wir noch so viel Wohlgefallen an uns selbst, doch suchen wir alle von Natur, was das unsere ist, unsere Ehre, unsern Nutzen und unsere Lust und unsere Freude. Paulus führt uns hier durch die ganze Geschichte des im Fleisch geoffenbarten Gottes hindurch, damit wir unsere Eigenliebe daran geben, und ein jeglicher von uns gesinnt werde, wie Jesus Christus auch war. Er soll unser Vorbild sein, dem wir nachfolgen. Wie er sich entäußerte und selbst verleugnete und alle seine Herrlichkeit auf eine Weile vertauschte mit der tiefsten Schmach, und obwohl er Gott gleich war, es nicht für einen Raub hielt, womit er hätte prangen mögen, sondern, dem Vater gehorsam, den Kelch des Zornes Gottes trank, der uns eigentlich gebührte, damit uns konnte gereicht werden der Kelch des Heils und der Freude, so sollen auch wir alles das, was gegen die Liebe Gottes und des Nächsten ist, von uns werfen, sollen uns selbst verleugnen und gern zurücktreten. Wer der Größte sein will, der sei aller Knecht, sagt der Herr. Wir aber wollen gern alle Herren sein. Das Knechtwesen, das Dienen, das Sichherunterstellen, das will unserer Natur nicht recht sein, wir haben etwas ganz anderes geerbt von unsern Stammeltern. Die wollten auch was sein, und dieses Wasseinwollen hat das ganze Unglück über die Welt gebracht. Denn Gott will seine Ehre keinem anderen geben, noch seinen Ruhm den Götzen. Ja, unsere Selbstüberhebung hat es nötig gemacht, dass der liebe Sohn Gottes, um uns erretten zu können, sich entschließen musste, in die tiefste Erniedrigung des Kreuzestodes zu gehen. „Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war.“ Wie steht denn dein Sinn jetzt? Was meinst du, wenn du dich nun neben den Herrn stellst und siehst in dein Herz hinein? Hast du denn etwas von seinem demütigen, von seinem selbstverleugnenden und opferwilligen Sinn, dass du nicht siehst auf das deine, sondern auf das, was Gottes ist und was dem Nächsten nutzt und frommt, und dass du alles andere könntest für Schaden halten und dich selbst vergessen im Eifer für die Ehre deines Gottes und im Gehorsam für seinen guten und gnädigen Willen, wie der Sohn Gottes getan hat? Wir begleiten ihn jetzt auf seinem Martergange, auf seinen Selbstverleugnungswegen. Haben wir denn schon ein klein wenig von ihm gelernt? Hat uns denn schon der Geist Gottes können unter dem Kreuze dieses unseres allerteuersten Mittlers und Stellvertreters in die Demut hineinführen, dass wir unser Nichts erkannt und um Gnade geschrien haben, und wollen wir denn auch wirklich immer kleiner und immer geringer werden in unsern Augen? Gott helfe uns dazu! (Gustav Knak.)


Ein jeglicher sei gesinnt wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden.
Die Selbstverleugnung unsres Herrn Jesu, die so vollkommen und ganz und über jeden Zweifel erhaben war, erwies sich für ihn als der Weg zu der Herrlichkeit, deren er jetzt genießt. Er ist über alle Dinge erhaben, weil er sich aufs allertiefste erniedrigt hat. Es ist seine Ehre, dass er sich seiner Herrlichkeit entäußert und die größte Schmach und Schande auf sich genommen hat. In den Herzen seiner Erlösten ist das seine Ehre, dass er aller Ehre entsagt und Knechtsgestalt angenommen hat, dass er sogar gestorben ist, der Gerechte für die Ungerechten, um uns zu Gott zu bringen. Und diese reine Selbstverleugnung ist durch keinen andern Beweggrund, durch keine Nebenwünsche befleckt worden; aber sie hat den Herrn zu unbeschränkter Macht und Ehre geführt. Der Glaube sieht das und er weiß, dass hier für den Nachfolger das gleiche Gesetz gilt wie für den Führer. Drum übernimmt er gerne jeden auch den geringsten Dienst und entäußert sich gerne alles Eigenen. Das Leben um der Wahrheit willen verlieren heißt: es gewinnen. Die Ertötung des eignen Wesens führt zur Herrlichkeit und Unsterblichkeit. (Charles Haddon Spurgeon)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/50/philipper_2_5.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain