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Epheser 5,1

Epheser 5,1

Andachten

So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder.

Ist uns das ein seliger Trost, ja die Fülle alles Friedens und aller Freude, dass wir Gottes Kinder sind? Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeigt, dass wir sollen Gottes Kinder heißen! Nun, so soll uns auch die heilige Forderung gelten, die darin liegt: Weil ihr Gottes Kinder seid, so seid auch Gottes Nachfolger. Rechte Kinder wandeln im Gehorsam der Eltern, gehen auf ihren Wegen, haben das Auge auf ihr Angesicht gerichtet. Sind wir nun also Gottes Kinder und Nachfolger? Leben wir in Gottes Furcht und Liebe, fragen nach seinem Geist und Willen? Oder sind wir los und ledig von ihm und gehen unsere eigenen Wege? hassen Gottes Zucht, und wandeln nach den Lüften des Fleisches? Wollen wir als Gottes Kinder und Nachfolger wandeln, dann müssen wir brechen mit unserm natürlichen alten Wesen, umkehren und Christum ergreifen, der uns erst aus Menschenkindern zu Gotteskindern macht. Ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jesum Christum. So Viele ihn aufnehmen, denen gibt er Macht, Gottes Kinder zu werden.(Adolf Clemen)


So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebt und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch.
Paulus hält uns hier die Liebe in dem Sterben unsers Seelenfreundes vor: „Wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebt.“ Die sich selbst verleugnende, die sich aufopfernde Liebe, welche in dem Sterben des Herrn leuchtet, die eben ist der Weg, auf dem wir ihm nachwandeln sollen. O, errötet doch, blicket nieder auf die Erde, schlagt an eure Brust, wenn ihr mit eurem Herzen, das so voll Trägheit und Eigennutz und Selbstsucht ist, von dem Apostel hingestellt werdet vor das Bild des sterbenden Erlösers. Wenn es gilt, von ganzem Herzen die Brüder zu lieben: wie manches Böse tritt da zwischen uns und sie, das zwischen Christum und die Welt nicht getreten ist! Da kommt die Trägheit unseres Fleisches, die immer ihre Pferde hinter den Wagen der Liebe spannt; da kommt der Hochmut und flüstert uns ein, wir seien viel zu gut, die Menschen viel zu schlecht, als dass wir um ihretwillen uns sollten eitel Mühe und Arbeit machen. Legen wir nun dennoch die Hand an das Werk der Liebe, so ziehen wir sie bald genug zurück, wenn uns die Liebe mit Kälte, Unliebe und Undank vergolten wird. An die Stelle der Liebe tritt dann die Bitterkeit, der Zorn, der nicht den Dornenkranz auf unserem Haupte leiden will, sondern ihn herunterreißt und dem Widersacher ins Angesicht schleudert. Gilt's nun gar Opfer zu bringen, Opfer des Guts und des Bluts, wie ziehen sich die Mehrsten zurück, auch wenn die Liebe weiter nichts forderte als dies: Brich dein Brot mit dem Hungrigen! teile dein Kleid mit dem Nackenden! Sieh nun aber die Selbstverleugnung des Erlösers an: als ob wir alle rein wären, er aber allein der Schuldbeladene, den seine Sünden zum Tode verdammten, so geht er hin statt Aller, trinkt den bitteren Leidenskelch, stirbt den Tod der Missetäter. Die Freunde verlassen ihn, die Feinde hassen ihn, fassen ihn, speien ihn an, bekränzen ihn mit Dornen, häufen alle Schmach und Schande über ihn und schlagen ihn ans Kreuz: wo ist da Bitterkeit, wo Aufwallung und Zorn, wo Rache und Geschrei? Er duldet's alles mit stillem, versöhnlichem Herzen, und tut seinen Mund nicht auf! Was opfert er, was gibt er hin? In Knechtsgestalt siehst du den, vor dem die Engel ihre Kronen niederwerfen. Ärmer als ein Vogel unter dem Himmel ist, siehst du den, von dem der Berg sein Gold, von dem der Himmel seine leuchtenden Sterne hat! In Todesbetrübnis siehst du den, der Freude die Fülle hatte von Ewigkeit her, und der auch Freude hätte haben können in der Welt! Sein Haupt neigend und sterbend siehst du den, durch den der Wurm im Staube und der Engel im Himmel lebt! Was ist es doch, das aus dem Größten das Kleinste, aus dem Herrlichsten das Verachtetste, aus dem Reinsten ein mit Fluch Beladenes macht, und das Seligste in den tiefsten Abgrund des Leidens stürzt? Das ist die Liebe, die den verlorenen Feind retten will; die Liebe, die von Zorn, Hass und Rache nichts weiß, auch wenn sie mit einer ganzen Welt voll Undank kämpft; die Liebe, die das Teuerste, das sie hat, und wenn's das Leben, wenn's ein Himmel voll Herrlichkeit wäre, nicht zu teuer erachtet, um es für die Verlorenen hinzugeben; die Liebe, die von einer Leidensstufe auf die andere bis auf die letzte Stufe hinuntersteigt, wo nichts als Nacht und Grauen ist!

Siehe, mein Christ, das ist das Vorbild, wozu dir der Opfertod Christi dienen soll. O, tritt auf diesen Weg! Lege das Kleid der Selbstsucht ab, verleugne dich selbst, und lass die Liebe einziehen in dein Herz, die sich zum Opfer darbringt für die Brüder! (Kähler.)


So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder.
Gott hat zwar viele Anbeter, aber wenig Nachfolger, und es ist auch nicht des Apostels Meinung, als würde der Name Gottes von solchem Ansehen sein, dass er ihn nur zu nennen brauche, um alle in die Nachfolge Gottes zu treiben. Er wendet sich an die wahren Christen. Die sind auch die wahrhaftigen Anbeter, und die müssen ihn verstehen, wenn er ihnen ein so hohes Ziel setzt, dass es über alles, was in dieser Welt ist, weit hinausgeht, und eine Forderung stellt, die dem natürlichen Verstande über alles Maß erscheint; denn sie sind ja Gottes Kinder, und es ist der Kinder Art, dass sie auf den Vater sehen. Wehe, wo diese heilige Ordnung Gottes durch die Sünde aufgelöst oder verstört ist, dass die Kinder ihren Eltern nicht folgen wollen, oder wohl gar nicht folgen dürfen. Aber Gottes Ordnung ist es, dass die Kinder den Eltern nachfolgen, und so hat Er diese Ordnung auch zwischen Sich und Seinen Kindern aufgerichtet. Zwar wehrt Er es uns nicht, auf Menschen zu sehen, und derselbe Apostel, der hier zur Nachfolge Gottes ermahnt, schreibt an einer andern Stelle: „folgt mir, und seht auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde.“ Aber die Menschen sollen uns doch immer nur so viel gelten, als sie uns zu dem einen Namen führen, der über alle Namen ist, sonst werden wir der Menschen Knechte; denn nur die Nachfolge Gottes selbst macht frei, fest und selbständig. Dazu ist aber notwendig, dass wir unsern Gott und Vater kennen, und uns innerlich Ihm verbunden und pflichtig fühlen. Darum ist Er uns in Christo erschienen und menschlich nahe getreten, dass wir Seine Nachfolger werden könnten.

Lieber HErr JEsu, Du hast Dich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Du hast uns damit angenehm gemacht vor Deinem Vater und uns die Kindschaft und das ewige Erbe erworben. Weil wir denn Gottes Kinder sind, so wollen wir auch Gottes Nachfolger sein auf dem Wege, den Du mit Deinem Blute geheiligt und gezeichnet hast. Hilf uns, dass wir in Deiner Liebe wandeln, heilige uns mit Deinem Geiste, dass wir dem Unflat der Welt entfliehen und leuchten wie das Licht, der Du uns gesetzt hast zum Preise und Zeugnis Deines unvergänglichen Lichtes. Amen. (Hermann Haccius)

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