Galater 2,21
Andachten
Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes, denn so durchs Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.
Wenn die Gerechtigkeit aus dem Gesetz kommt, so ist die Gnade Gottes unnötig. Wenn wir eignes Verdienst haben, brauchen wir Gerechtigkeit, aber gewiss keine Gnade. Wer mit reinem Gewissen vor den Richter treten kann, bittet ihn nicht um Gnade und es wäre eine Beleidigung, wenn man ihm Gnade anböte. Der Mensch, der glaubt, er mache sich bei Gott angenehm, wenn er das Gesetz hält, allerlei äußerliche Formen beobachtet, die Gottesdienste regelmäßig besucht, der schiebt die Gnade Gottes beiseite als etwas wenigstens für ihn Unnötiges, oder was auch nicht viel besser ist die Gnade kommt für ihn erst in zweiter Linie in Betracht. Viele denken, sie wollen durch ihre Anstrengungen möglichst viel Verdienst erwerben, dann werde die Gnade schon das Fehlende ergänzen. Sie wollen gewissermaßen eine Abschlagszahlung machen und was an dem sauer verdienten Kaufpreis noch fehlt, das legt die Gnade darauf. Wer Gesetz und Gnade vermischen will, der glaubt eigentlich, das Werk Christi, der doch am Kreuz gerufen hat: „Es ist vollbracht“, sei unvollständig und ungenügend; es müsse erst vervollständigt und ergänzt werden durch die Werke des Gesetzes. Ja, wer auf seine eigenen Gefühle, Werke, Gebete, - kurz auf etwas andres als die Gnade vertraut, der vertraut tatsächlich überhaupt nicht mehr auf die Gnade. Gottes Gnade teilt ihr Werk nicht mit dem menschlichen Verdienst. Menschliches Verdienst und göttliche Gnade vermischen sich so wenig wie Öl und Wasser. Was ein Geschenk der Gnade ist, kann nicht zugleich ein Lohn für die Werke sein. Du musst die Seligkeit entweder ganz verdienen, oder sie ganz als Gnade annehmen. (Charles Haddon Spurgeon)