2. Korinther 7,1

Andachten

Dieweil wir nun solche Verheißungen haben, meine Liebsten, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes.
Manchen Leuten gewährt es große Befriedigung, wenn sie an einem hochangesehenen Christen einen Fehler entdecken. Mit einer wahren Lust zerpflücken sie ihn. Das ist ihre Stärke: in Stücke zu reißen, was sie nicht zusammensetzen können, und durch Erniedrigung andrer sich selbst zu erhöhen. Aber merke, was der Apostel sagt: „Lasst uns - uns reinigen.“ O, würden wir doch mehr im eigenen Haus nachsehen, mehr vor unsrer eignen Tür kehren! Wir sollen freilich auch unsern Nächsten auf seine Fehler aufmerksam machen. Dies sollte man tun und jenes nicht lassen, aber jenes muss zuerst kommen. Lasst uns uns selbst reinigen. Es ist keine Kunst, die Kirche Gottes wie ein blutendes Opfer vor den Altar zu schleppen und sie da mit dem schärfsten Messer der Kritik zu zerfleischen und zu sagen: so und so steht's mit der Kirche der Gegenwart. Frage dich doch: Wie weit helfe ich dazu, sie zu dem zu machen, was sie ist? Wenn sie entartet ist, bin ich nicht auch mit schuld, weil ich so weit hinter dem Ideal, das ich erreichen sollte, zurückgeblieben bin? Wir werden alle helfen, die Kirche zu bessern, wenn wir damit anfangen, uns selbst zu bessern. Wenn wir persönlich fortschreiten in der Heiligung, so fördern wir auch die Heiligkeit der Gemeinde. Darum wollen wir zuerst uns selbst reinigen. (Charles Haddon Spurgeon)

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