2. Korinther 6,6
Andachten
In Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, (in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken.
Es reicht nicht aus, dass wir die Feindschaft der Welt geduldig ertragen, wenn wir die Welt überwinden wollen, denn wie das Eis nur durch die Wärme schmilzt, so wird auch das Böse mit Gutem überwunden. Mit den geduldig ertragenen Trübsalen, Ängsten, Schmachen und Verfolgungen wird den Ärgernissen nicht gewehrt, welche aus einem unlauteren Wesen kommen, sondern erst ein heiliges Leben und ein gottseliger Wandel macht der Welt überlegen. Keuschheit verlangt deshalb der Apostel von den Dienern Gottes, das heißt, nicht bloß die Heilighaltung des sechsten Gebotes, sondern die Keuschheit, von welcher Petrus schreibt: Macht keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit, die Reinheit und Lauterkeit der Seele, welche keinen unreinen Gedanken in sich duldet. Die lässt sich in den Netzen der Welt nicht fangen und steht ihrer wollüstigen Üppigkeit gegenüber als ein lebendiges Zeugnis von der Macht der Gnade. Und weiter soll der Diener Gottes allen Beleidigungen der Welt geduldige Langmut, aller zornigen Bitterkeit holdselige Freundlichkeit, aller Selbstsucht ungefärbte Liebe und überhaupt dem Geiste dieser Welt den Heiligen Geist entgegen setzen. Sein Reden und Zeugen soll in der Wahrheit, sein Streiten in Gerechtigkeit, seine Stärke nicht das Fleisch, sondern die Kraft Gottes sein. So wird er es der Welt beweisen, dass, der in ihm ist, stärker ist, als der in der Welt ist.
Lieber Heiland, Du hast uns zu Deinem Dienste berufen, und wir haben uns in Deinen Dienst gestellt. Hilf denn, dass wir uns fleißig daran erinnern, wer wir sind und was wir sein sollen, damit wir den rechten Himmelsweg nicht verfehlen. Du hast uns ein Vorbild gelassen, dass wir nachfolgen sollen Deinen Fußstapfen, und dieses Vorbild soll uns immer vor Augen sein. Du hast gesagt: Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; und das wollen wir von Dir lernen. Wir wollen Dir im Glauben, in der Liebe, in Demut, in Gehorsam, in Frömmigkeit und in Keuschheit nachfolgen, und es ist unser heiliges Vorhaben, dass wir darin bis an das Ende treu verbleiben. Hilf uns dazu und lass Deine Gnade in uns kräftig werden. Mit Dir muss es uns ja gelingen. Amen. (Hermann Haccius)