Matthäus 9,24
Andachten
Er sprach: Weicht! denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.
Ohne Auferstehung drinnen ist auch keine selige Auferstehung draußen. Wer des Wortes lacht: „Wache auf, der du schläfst, stehe auf, der du tot bist, Jesus Christus will dich erleuchten“, der lacht auch seiner eigenen fröhlichen Auferstehung. Wer nicht Lust hat in einem neuen, aus dem Geiste geborenen Leben zu wandeln, der wird auch in keinem seligen Leben wandeln. Nun so lebe dem Herrn, damit du ihm stirbst und auferstehst. Sei hier sein Pilger, damit du dort sein Bürger bist. Selig aber sind die Bürger des Reichs, denn alle Herrlichkeit Gottes ist ihr Erbe. Und die Lacher, die fortlachen über die heiligsten Wahrheiten des Evangeliums?
Als der Herr Jairi Töchterlein aufgeweckt hatte, da haben sie trotz ihres Lachens glauben müssen. Aber sie selbst hatte er ausgetrieben. Glauben werden sie auch müssen, denn sie werden selbst auferstehen, wenn sie auch ihr Grab von innen zuhalten möchten, wie die Hüter Christi Grab von außen. Aber die Zeit des Lachens ist aus. Dann wird das Lachen teuer werden. Und wenn die Seligen versammelt sind in dem Saal der Freude, stehen sie draußen. Sie haben Niemand etwas weggelacht, denn sich ihr eigen Heil.
Herr Jesu, lass uns lieber mit Tränen säen, dass wir mit Freuden ernten. Lass uns hingehen mit Weinen und tragen edlen Samen, lass uns kommen mit Freuden und bringen unsre Garben. Ja wenn du die Gefangenen Zions erlösen wirst, dann lass unseren Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Hier aber lass uns wandeln vor deinen Augen, dass auch unser Leben schon dich preise. Amen. (Friedrich Ahlfeld)
Das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft.
So sagte der Heiland und das ist merkwürdig, weil das Mägdlein nach allen Umständen wirklich gestorben gewesen sein muss. Denn Jairus hatte selbst gesagt, seine Tochter sei jetzt gestorben oder nach dem Evangelium Marci, wo die ganze Geschichte ausführlicher erzählt wird, sie liege in den letzten Zügen und in dem Haus wurden, als der Heiland eintrat, bereits alle Anstalten zu einem feierlichen Begräbnisse getroffen und die Anwesenden waren so fest von dem Tod des Kindes überzeugt, dass sie den Heiland, als er behauptete: das Mägdlein ist nicht tot, sondern schläft, ins Gesicht hinein auslachten. Der Heiland sagte aber auch so von Lazarus und die Schrift sagt von allen verstorbenen Christen, dass sie schlafen. So heißt es von Stephanus, dem ersten Märtyrer, dass er entschlafen sei und der Apostel schreibt 1 Thess. 4.: wir wollen euch nicht verhalten, lieben Brüder, von denen die da schlafen. Der Heiland sprach deswegen so von jenen Beiden, weil er schon im Sinne hatte, sie wieder ins Leben zu rufen und aus dem nämlichen Grund spricht auch die Schrift so von allen verstorbenen Christen, weil sie durch die Auferstehungskraft dessen, der selbst auferstanden ist am dritten Tage aufgeweckt und zu einem neuen Leben geführt werden. Ja die, welche in dem HErrn sterben, schlafen in ihren Kammern und ruhen aus von ihrer Arbeit und der HErr wird sie als ein edles Saatkorn wieder hervorgehen lassen zum ewigen Leben, er wird ihren nichtigen Leib, dieses Gefäß der Schwachheit verklären, dass er ähnlich werde seinem verklärten Leib, denn er sagt selbst: wer mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewig. Daran wollen wir uns denn anklammern, wenn das Stündlein kommt, dass wir sollen von hinnen fahren und es geht an den Kampf, wo das Leben ringt mit dem Tod und die Angst unserer Seele ist groß und kein Mensch kann helfen. Da wollen wir uns getrost an Den halten, der dem Tod die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen hat an das Licht gebracht. Alles Kreatürliche fällt in jenen schweren Stunden zusammen, aber als ein starker Fels erweist sich da dem, der glaubt, sein HErr und Heiland. Zu ihm, dem Gekreuzigten, also wollen wir uns flüchten. (Ludwig Hofacker)