Sacharia 7,5
Andachten
Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich: Da ihr fastetet und Leid trugt im fünften und siebenten Monat diese siebenzig Jahre lang, habt ihr mir so gefastet?
Der Prophet fragt die Israeliten im Namen Gottes, ob sie für Gott gefastet haben. Das sollte sie darauf hinweisen, dass alle religiösen Übungen wertlos sind, wenn sie nicht Gott zum Ziel haben. Auch uns gilt diese Mahnung. Wie viele gehen gleichgültig und leichtfertig ins Gotteshaus. Sie singen, aber ihr Herz ist ebenso wenig dabei, als wenn sie daheim ein Liedchen vor sich hin summen; während des Gebets wandern ihre Augen in der Kirche umher, oder, wenn das äußere Auge sich senkt, so ist das Auge des Herzens offen, sieht aber nicht nach Gott, sondern nach der Eitelkeit. Während der Predigt sind sie unaufmerksam oder schläfrig. Andre Zuhörer sind nicht so gleichgültig, aber ihr Kirchgehen ist doch kein wirklicher Gottesdienst, denn sie meinen, es sei mit dem Kirchenbesuch abgemacht. Sie haben gesungen, halb und halb auch mitgebetet, und sie sagen, die Predigt sei sehr schön gewesen - folglich sind sie befriedigt. Aber sie haben nie gelernt, selbst ins Heiligtum zu gehen und mit Gott zu reden; wenn darum die Predigt einmal schwach und matt war, kommen sie so leer aus der Kirche, wie sie hineingegangen sind. Sie können nicht selbst aus der Quelle schöpfen und darum gehen sie durstig hinweg. Sie sehen nur auf den Menschen, nicht auf den Herrn, und bleiben darum ohne Segen. Selig, wenn wir mit Gott in Gottes Haus sind. Sei die Predigt gut oder schlecht sie kann uns jedenfalls zum Segen werden, wenn wir während des Hörens Gott um Erkenntnis der Wahrheit bitten. (Charles Haddon Spurgeon)