Jesaja 55,10
Andachten
Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, also soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt und soll ihm gelingen, dazu ich es sende.
So ist es, o Herr, und so geht es ja, wie dieses dein tröstliches Wort uns sagt. Der Tau fällt vom Himmel, der Regen strömt aus den Wolken. Beide feuchten die Erde und machen sie fruchtbar. Das sehen wir mit unseren leiblichen Augen. Ach, hätten wir rechte Glaubensaugen, zu sehen, dass es also ähnlich auch in deinem Reiche geht. Deine Gnade lässt das Wort nicht leer zurückkommen und ganz ohne Frucht bleiben an den Menschenherzen, das auf deinen Befehl gepredigt und gezeugt werden muss in der Welt. Darum sagt unser Herr, dein lieber Sohn: Etliches fiel auf ein gutes Land und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Dazu er als Deutung uns zum Verständnis setzt: Das auf dem guten Lande sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. So mache uns doch zu einem solchen guten Lande durch deinen Heiligen Geist, allmächtiger Gott und Vater. Du hast Himmel und Erde, Tau und Regen zu Fruchtbarkeit gemacht. Du hast auch den himmlischen Säemann, deinen lieben Sohn ausgehen lassen, dass er den himmlischen Samen deines göttlichen Wortes in der Welt ausstreue und Heil und Seligkeit für alle Menschenkinder darin pflanze. Von ihm berufen und ausgesendet gehen heute noch andere Säeleute als seine Boten aus und streuen den guten Samen auch unter uns aus. Noch immer predigen sie uns dein teures, seligmachendes Wort. Wir danken dir für alle Schätze und Gaben in und mit demselben. Wir bitten dich, du wollest unsere Herzen durch dein Wort und Gnade deines Heiligen Geistes also zurichten, dass wir ein gutes Land seien. Gib uns als einem solchen, dass wir vor Sicherheit, Geiz, Sorgen und Wollust uns hüten, dem Teufel wehren, in deiner Wahrheit fest wurzeln und dabei alle Hitze und Ungewitter, alle Anfechtung und Trübsal in Geduld auswarten. Hilf uns also aus Gnaden, dass wir in einem feinen und guten Herzen reiche Früchte bringen, dich heute und morgen und allezeit loben und ehren. Lass uns deine Gnade hier zeitlich genießen und dein Heil, wie du es uns zugedacht hast, mit den Unsern und mit allen Frommen in Ewigkeit erben. Amen! (Carl Gottlieb Just)