Psalm 95,10
Andachten
„Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will, und die meine Wege nicht lernen wollen.„
Wer Christo in seinem Leben nicht folgt, der muss in Finsternis wandeln, das ist, in Irrtum geraten, verführt, verstockt und verblendet werden. Seht die Hoffärtigen, Prächtigsten, Herrlichsten, Gelehrtesten, Mächtigsten dieser Welt an, wie sie in Irrtum geraten, verführt und verblendet werden. Was ist die Ursache davon? Sie leben nicht in Christo, folgen ihm nicht im Leben, darum können sie das Licht des Lebens nicht haben. Paulus nennt dies in 2 Thess. 2, 9. Wirkungen des Satans, lügenhafte Kräfte, deren immer mehr und mehr kommen werden, weil die ganze Welt Christo im Leben nicht nachfolgt. Wer deshalb nicht in die Fußstapfen Jesu tritt, nicht in seine Liebe, Demut, Sanftmut, Geduld und Furcht eingehen will, der muss in Irrtum geraten, denn er geht nicht auf dem Wege, der zur Wahrheit führt. (Johann Arnd)
Vierzig Jahre hatte ich Mühe mit diesem Volk und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will, und die meine Wege nicht lernen wollen, dass ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.
Es fehlte dem Volk Israel nicht am Kopf, sondern am Herzen; das Herz war verkehrt. Wenn's mit dem Herzen nicht recht steht, so kommt das ganze Wesen des Menschen in Unordnung. Wenn die Sünde nur die Haut befleckte, wäre es nicht gefährlich, aber da sie die Seele befleckt hat, steht es schlimm mit uns. Gott hatte die Israeliten sein Gesetz gelehrt und hatte sein Wort durch allerlei Wunder bekräftigt, aber sie blieben hartnäckig unwissend und wollten die Wege des Herrn nicht lernen. Sind wir besser als das Volk Israel? Sind wir nicht auch geneigt, Gottes Taten falsch auszulegen? Hat nicht oft Freude oder Leid keinen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen? Bei vielen von uns ist es leider so. Vierzig Jahre vielleicht schon, vielleicht sogar noch länger hat Gottes Vorsehung und Weisheit uns geleitet und doch haben wir keine fröhliche Zuversicht, kein festes Vertrauen gelernt. Wir haben alle Ursache, uns recht ernstlich zu prüfen. Manche meinen, der Mangel an Gottvertrauen sei kein so großer Fehler, vielleicht nur eine Schwäche; aber der Herr denkt anders darüber. Er hat Anspruch auf unser Vertrauen. Unser ganzes Leben ist ja voll von Beweisen seiner Güte. Das rebellische Volk durfte zur Strafe für seinen Unglauben nicht zu seiner Ruhe kommen. „So lasst uns nun fürchten, dass wir die Verheißung, einzukommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser keiner dahinten bleibe.“ (Charles Haddon Spurgeon)
„Vierzig Jahre hatte ich Mühe mit diesem Volk und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen.“
Die Kleinen sind brav, oder doch lenksam; aber wenn der Mensch groß wird, geht er neben hinaus. Das hat schon der römische Heide Ovid gewusst, wenn er sagt: „Wir hängen dem Verbotenen nach.“ Das Erlaubte schätzt man nicht, aber aufs Verbotene hat man eine Gier. So bestand auch das Volk Israel meist aus Leuten, deren Herz immer den verbotenen Irrweg den Wegen Gottes vorzog. Aber das ist vom Teufel. Der hat das an sich, dass er immer aufs Verbotene treibt. Wo also etwas verboten ist, nur da nicht anbeißen! Damit hat's die Eva zuerst verdorben. Alle anderen Früchte im Garten durfte sie essen, aber sie greift nach der einen verbotenen. Es ist darum eine wichtige Lebens-Regel für Jung und Alt: Nur nicht nach Verbotenen greifen! Denn wenn man darin gleichgültig ist, so heißt das so viel als: Du magst verbieten, so viel Du willst, ich tu's aber doch. Auch wenn Menschen Verbote gemacht haben, so muss man sie respektieren, namentlich wenn's die Obrigkeit tut. Israel hatte einen guten Gott, aber immer hat es neben hin zu den Götzen gesehen, und hat immer das Unrechte dem Rechten vorgezogen und dadurch alles verdorben. Viele Menschen lassen das Erlaubte liegen und gehen aufs Verbotene los. Das ist eine Sucht, die der Feind in den Menschen gelegt hat, und deswegen muss man Acht geben, dass man nicht in seine Gewalt kommt, indem man den verbotenen Weg geht, statt den erlaubten. Denn dann kommt man eben nicht zur Ruhe, wie das ungehorsame Volk Israel, das lange umherirrte, bis es zur Ruhe und zum Frieden gelangte. (Christoph Blumhardt)