Psalm 86,15
Andachten
„Du aber, HErr Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.“
Es ist dies eine der Stellen, in welchen das große Wort des HErrn wiederholt wird, das Er zu Mose redete als dieser Ihm von hinten nachsehen durfte bei Seinem Vorübergehen auf dem Berge Horeb. Das ist Sein Name; und es steht dort noch dabei, der vergibt Missetat, Übertretung und Sünde“, ganz freilich nicht, denn Er straft auch, indem Er „heimsucht die Missetat, aber nur bis ins dritte und vierte Glied“ (s. 2. Mos. 34, 6 ff.), während Er allerdings segnet bis ins tausendste Glied“. Solch ein Wort blieb einem rechten Israeliten tief im Herzen sitzen. David hat's oft wiederholt in seinen Psalmen und es kommt auch in den Propheten vor. Aber bedenke mans doch, was das für ein Trostwort ist, das ewig gilt, und das eine Anzeige ist, wie Gott alles versucht, nur um zu retten; wie Er alles vergibt, immer wieder sich finden lässt barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, dass Er nie aufhören kann, Gutes zu geben. Da darf ein armer Sünder doch wohl aufatmen, und darf man auch für ihn noch hoffen. Ja, wir müssen uns in Acht nehmen, dass wir aus Gott nicht einen gar so harten Gott machen, der stramm und streng nichts mehr nach dem ungehorsamen Geschlecht fragt, sondern es nur ins Gericht stößt. Das widerspricht schnurgerade dem Namen Gottes und somit auch der ersten Bitte im Vaterunser: Dein Name werde geheiligt.“ Also machen wir nur nicht das Gegenteil aus Gott von dem, was Er sagt, dass Er sei. Ein armer Sünder freut sich über diesen Namen und wir freuen uns mit, für uns und für alle; ja die ganze seufzende Kreatur freut sich dran. Wer überhaupt hofft in seinem Elend, dem gilt dieser Gottes-Name alles. Das sei denn unser Trost für heute. (Christoph Blumhardt)