Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Altes Testament » Psalter » Psalm 4,4
Zuletzt angesehen: Psalm 19,2 Psalm 16,2 Psalm 62,2 Psalm 102 Psalm 3,9 Psalm 55 Psalm 37 Psalm 81 Psalm 34,2 Psalm 4,4

Psalm 4,4

Psalm 4,4

Andachten

Erkennet doch, dass der Herr seine Heiligen wunderlich führet; der Herr erhöret uns, wenn wir ihn anrufen. Er bringet uns zwar in Trübsal, aber führet doch Alles herrlich hinaus.
Sind mir auch des Herrn Wege dunkel, so führen sie doch alle zu einem glücklichen Ziele. Gott ist heilig und fördert in seinem unermesslichen Reiche das wachsende Heil und die höhere Seligkeit aller Geister. Alle sollen zur Erkenntnis der Wahrheit und zum Schauen seiner ewigen Herrlichkeit gelangen. Die Alles durchschauende, Alles regierende Vorsehung kann in den Mitteln zu heiligen Zwecken nimmermehr irren. Zahllos sind die Wege, zahllos die Umstände und Personen, die sie zur Ausführung ihres Willens braucht. Reichtum und Armut, Hoheit und Niedrigkeit, Gesundheit und Krankheit, Krieg und Friede, Verlust und Gewinn, Glück und Unglück, Leben und Tod - Alles dient nach Gottes weisem Plan zur Veredelung, Ausbildung und Erhöhung in Weisheit und Herrlichkeit für seine Menschenkinder. Sen gnädiger Wille heißt: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr euer Gott.“ 3 Mos. 19,2. „Es hilft keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat wider den Herrn.“ Spr. Sal. 16, 9. Was schon in früheren Zeiten der fromme Joseph sprach, als er sich seinen Brüdern entdeckte, die ihn zum Sklaven verkauft hatten: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott hat es gut gemacht, wie es jetzt am Tage ist, zu erhalten viel Volks“, - das erfahren Alle, die auf den Gang des Lebens achten; das erfuhr insbesondere der Sohn Gottes, der auf dunklem, blutigem Wege die Erlösung des Menschengeschlechts vollenden musste. Welch ein neues, lichtes, herrliches Leben erstand aus der Schmach des Kreuzes, aus der Finsternis) des Grabes! So führen die Wege Gottes immer zu einem erhabenen Ziele. Auf dieses Ziel will ich hoffend blicken, wenn mir die Wege der Vorsehung rau und dornig scheinen; wenn das, was sie veranstaltet oder zulässt, für mich mit Gefahren und Leiden verbunden ist; wenn Zeiten der öffentlichen Not kommen und Stürme des Unglücks die Rube der Länder, das Wohl der Völker erschüttern.

Ich will für die Zukunft nicht ängstlich sorgen, sondern meine Schicksale der weisen und huldreichen Regierung Gottes ruhig überlassen. Ich will dem Herrn meine Wege befehlen und alle meine Anschläge legen in seinen Rat. Wie er den jungen Raben sein Futter gibt, und die Lilien auf dem Felde kleidet, so sorgt er auch väterlich für die Menschenkinder und leitet das Schicksal eines Jeden mit Weisheit und Güte. Alle Haare auf meinem Haupte sind gezählet und die Gedanken meiner Seele sind ihm nicht verborgen. „Der Herr schauet vom Himmel und siehet aller Menschen Kinder; von seinem festen Throne siehet er auf Alle, die auf Erden wohnen. Er lenket ihnen allen das Herz und merket auf alle ihre Werke.“ Ps. 53, 13-15.

In deine Hand befehle ich
Mein Wohlsein und mein Leben.
Mein hoffend Auge schaut auf dich,
Dir will ich mich ergeben.
Sei du mein Gott,
Und einst im Tod
Der Fels, auf den ich traue,
Bis ich dein Antlitz schaue.
Amen! (Christian Wilhelm Spieker)


Erkennt doch, dass der Herr seine Heiligen wunderlich führt.
Gott geht überhaupt nicht mit Allen den nämlichen Weg, und macht sich seine Regeln selbst. Manche geraten zur Zeit ihrer Bekehrung, oder bald nachher, in große Finsternis, Angst und Not. Ihre Sonne geht gleichsam verfinstert auf, und bleibt es lange. Heman sagt: Von Jugend auf sei er im Elend gewesen, und wir finden nicht, dass er je seine Straße habe mit Freuden ziehen können, wie dort der Kämmerer von Stund an. Andere dagegen genießen bald nach ihrer Bekehrung einen ganz ausnehmenden Trost, eine außerordentliche Freudigkeit, und hernach wohl nie, wenigstens nicht in dem Maße wieder, oder werden darauf von einer langwierigen und großen Dürre und Trostlosigkeit überfallen. Einige wahre Kinder Gottes erfahren weder von dem Einen, noch von dem Andern etwas sonderliches. Ihr Weg geht längs sanft hinfließenden Wassern - und sie gleichen ihnen selber Nathanaels-Seelen, ohne Falsch, - Einigen verbirgt sich der Herr, und legt sie in Finsternis und Dunkel, weil und nachdem sie eine Sünde begangen haben, welche - vergleichsweise - nicht einmal sonderlich bedeutend ist, und stäupt sie dafür mit unbarmherziger Stäupe, stößt sie weg von sich, als hätte er seine Barmherzigkeit vor großem Zorn verschlossen, und wollte fortan keine Gnade mehr erweisen. Fast, wie Esau, suchen sie vergebens Raum zur Buße mit Tränen. Einige werden nie ausnehmender getröstet, als nach einem erkannten und bereuten Fehltritt, wie Petrus. Und so gibt's der regellosen Fälle noch weit mehrere, und ihre Zahl kann umso großer sein, da die Tröstungen nicht zum Wesen des Christentums hienieden gehören, sondern nur seinen Wohlstand ausmachen, also da sein und mangeln können. (Gottfried Daniel Krummacher)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/19/psalm_4_4.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain