Lieder zu Psalm 31
Friedrich August Koethe
Mel. Wer weiß, wie nahe mir rc.
Ich traue, Herr! auf dich; verhüte,
Dass meine Hoffnung untergeh';
Errette mich durch deine Güte,
Dass bald ich deine Hilfe seh';
Sei mir ein starker Fels, mein Hort!
Herr! Hilf! Vernimm mein flehend Wort!
Um deines Namens willen leite
Mich, Gott, mein Fels, mein Schild, mein Licht!
Dem Netz, wie heimlich man's bereite,
Entziehe mich, verlass mich nicht!
Herr, meinen Geist befehl ich dir;
Erlösung schaffst, mein Gott! du mir.
Ich hasse, die an Götzen hangen,
Ich hoff' auf dich, froh deiner Huld,
Die meine Not und mein Verlangen
Ansieht, voll Langmut und Geduld.
Du gibst mich nicht in Feindes Hand;
Du öffnest vor mir her das Land.
Herr, sei mir gnädig; ich vergehe
In Angst, vor Trauern schwindet schon
Mir Antlitz, Leib und Seel', im Wehe
Ist mir das Leben fast entfloh'n.
Die Strafe dringt in mein Gebein,
All meine Kraft verzehrend, ein.
Vor mir, dem Vielgeplagten, stehen
Die Nachbarn spottend, Freunde scheu;
Mich fliehen, die mich draußen sehen,
Und mein Gedächtnis ist wie Spreu.
Man ratschlagt, was mich quält und schreckt,
Ich steh' verlassen, schmachbedeckt.
Ich aber hoffe nicht vergebens
Auf dich, Herr! denn du bist mein Gott!
Du lenkst das Schicksal meines Lebens
Und machst der Feinde Rat zu Spott.
Lass leuchten mir dein Angesicht;
Herr, deinem Knecht entzieh dich nicht!
Lass mich doch nicht zu Schanden werden,
Ich rufe ja dich brünstig an!
Lass nicht die Frevler blüh'n auf Erden,
Nicht triumphieren ihren Wahn;
Verstummen lass die Lügenbrut,
Die stolz dem Frommen Übles tut.
Wie groß ist deine Huld, die Denen
Vor Menschenantlitz sich erzeigt,
Die sich nach deiner Hilfe sehnen
Und deren Herz sich zu dir neigt.
In deiner Hütte birgst du sie,
Gibst preis sie frevler Arglist nie.
Gelobt sei Gott, dass seine Güte
Sich mir erwies so wunderbar.
Ich sprach mit zagendem Gemüte:
Verstoßen bin ich in Gefahr!
Doch du erhörtest mich, da tief
Aus Herzensgrund ich zu dir rief.
Liebt, liebt den Herrn all seine Frommen,
Ihn, der die Treuen wohlbewahrt;
Und wenn er zum Gericht wird kommen,
Den Frevlern streng sich offenbart.
So seid getrost und unverzagt,
Die ihr den Herrn im Herzen tragt!
Adam Reissner
In dich hab‘ ich gehoffet, Herr,
Hilf, daß ich nicht zuschanden werd‘
Noch ewiglich zu Spotte!
Das bitt‘ ich dich, erhalte mich
In deiner Treu‘, mein Gotte!
2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir,
Erhör mein‘ Bitt‘, tu dich herfür,
Eil bald, mich zu erretten!
In Angst und Weh ich lieg‘ und steh‘,
Hilf mir in meinen Nöten!
3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei,
Sei mir ein‘ Burg, darin ich frei
Und ritterlich mög‘ streiten
Wider mein‘ Feind‘, der gar viel seind
An mich auf beiden Seiten.
4. Du bist mein‘ Stärk‘, mein Fels, mein Hort,
Mein Schild, mein‘ Kraft (sagt mir dein Wort),
Mein‘ Hilf‘, mein Heil, mein Leben,
Mein starker Gott in aller Not;
Wer mag mir widerstreben?
5. Mir hat die Welt trüglich gericht’t
Mit Lügen und mit falschem G’dicht
Viel‘ Netz‘ und heimlich‘ Stricke;
Herr, nimm mein wahr in dieser G’fahr,
B’hüt‘ mich vor falscher Tücke!
6. Herr, meinen Geist befehl‘ ich dir;
Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir,
Nimm mich in deine Hände!
O wahrer Gott, aus aller Not
Hilf mir am letzten Ende!
7. Glori, Lob, Ehr‘ und Herrlichkeit
Sei Gott Vater und Sohn bereit,
Dem Heil’gen Geist mit Namen.
Die göttlich‘ Kraft mach‘ uns sieghaft
Durch Jesum Christum! Amen.