5. Mose 26,15
Andachten
„Siehe herab von Deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne Dein Volk Israel und das Land, das Du ihnen gegeben hast.“
Wie Mose, so wollen auch wir den lieben Gott bitten, Er möchte die Fenster an Seiner Wohnung im Himmel aufmachen und herunter sehen und uns segnen von Seiner heiligen Wohnung. Er hat nämlich eine Wohnung im Himmel und eine Familie. In diese Gottes-Familie ist der liebe Heiland nun auch als Mensch, als unser Bruder, aufgenommen und will dafür sorgen, dass wir Menschen auch wieder aufgenommen werden in den Kreis der Gottes-Familie. Er sitzt sogar zur Rechten Gottes, und von da aus regiert Er die ganze Welt. Er kann es besser, als alle Könige und Kaiser. Denn die sehen nicht viel, sondern müssen sich alles durch ihre Minister und Räte sagen lassen, wie's mit den Untertanen steht. Besonders in die Hütten der Armen, Elenden und Kranken hat selten, oder nie, ein König und Kaiser einen völligen Einblick. Aber der Herr aller Herren und König aller Könige sieht auch das allergeringste Menschenkind. Da darf keines denken, es werde übersehen und übergangen. Nur wird's einem Menschen umso mehr fühlbar, je mehr er hinauf denkt und hinauf sieht. Je nach dem ein Menschenkind hinauf sieht und hinauf denkt, kommt auch etwas herunter. Ein nach Ihm gerichteter Blick bringt viel tausend dir zurück. Jeder Blick von Ihm bringt Segen. Deswegen heißt's, wenn Er nicht segnet: „Ich habe mein Angesicht abgewandt.“ Hat Er aber Sein Angesicht uns zugewandt, so kommt der Segen. Drum lasst uns Ihn auch für heute bitten: „Siehe herab und segne uns!“ (Christoph Blumhardt)
„Siehe herab von Deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne Dein Volk Israel, und das Land, das Du ihnen gegeben hast.\\“ Also der liebe Gott hat eine Wohnung im Himmel, und die heißt Seine Wohnung. Von dort blickt Er herab und segnet; und du sollst hinaufblicken, so wirst du gut Freund mit Ihm. Dort ist auch der Heiland, und wenn du Sachen hast, die dich drücken oder im Gewissen plagen, weil sie nicht recht sind, so blick zum Heiland hinauf und sage: „Hab' Geduld mit mir und hilf und vergib!“ So geht's von Tag zu Tag fort, dass es wenigstens immer wieder hinausreicht. Zuletzt aber kommt die Zeit, da bringen seine Blicke Strömungen von Segen herunter auf Seine schmachtenden Kinder. Wir sind zu dürre angelegt in gegenwärtiger Zeit; es ist alles ausgebrannt, es ist kein erquickender Tropfen da, weil Er zu wenig hat segnen können. Man sieht zu wenig hinauf zu Ihm, und so hat sich sein Antlitz allmählig über uns verhüllt, und sind die Segens - Schleusen des Himmels geschlossen. O wenn die Schleusen des Himmels, und zwar der Wohnung Gottes, wieder aufgehen, dann kann nichts anderes als Heil und Segen kommen. Von allen anderen Seiten her gibt's böse Strömungen über die Menschen her, sie zu verderben. Aber wenn von der Wohnung Gottes herab es einmal wieder strömt, dann ist alles in einem Nu wie in ein Paradies verwandelt. (Christoph Blumhardt)