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2. Mose 33,19

2. Mose 33,19

Andachten

Ich will vor deinem Angesichte her alle meine Güte gehen lassen und will lassen predigen des Herrn Namen vor dir. Wem ich aber gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich.
Moses, dein Knecht und auf deinen Befehl Führer des Volkes Israel, bat dich, den Herrn, um Gnade für dasselbe. Lass dein Angesicht vor uns hergehen, sprach er; denn wo dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht von dannen hinauf. Zur Antwort erhielt er von dir: Ich will vor deinem Angesichte her alle meine Güte d. i. ein Schauen in meinen Rat und den Reichtum meiner Gnade gehen lassen. Über deine Gnade aber wolltest du nach freiem Willen und Erbarmen verfügen; denn: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich, sprachst du. Das erfuhren auch jene Arbeiter im Weinberge. Sie erfuhren es zuletzt noch, als es hieß: Rufe den Arbeitern und gib ihnen ihren Lohn; und hebe an an den Letzten bis zu den Ersten. Vor dir gilt kein Ansehen der Person, Herr, unser Gott. Du hast aber über jeden Menschen Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Eine Woche unserer Mühe und Arbeit geht abermals mit dem heutigen Tage zu Ende. Ist unser Herz fröhlich gewesen, so haben wir dies deiner Gnade zu danken; haben wir Züchtigungen erfahren, so sind sie uns auch von deinem Erbarmen gekommen. Wir bekennen dir aber demütig, dass wir uns nicht wert fühlen deiner Barmherzigkeit und Treue. Wir können dich auch nur inbrünstig bitten, dass du uns bewahren möchtest vor bitterem Neide, wenn es uns dünken sollte, als hättest du andern mehr Gutes getan, denn uns, oder ihnen weniger Züchtigung aufgelegt, als uns. Es dürfte sonst das Wort aus deinem Munde auch über uns klagen und uns strafen müssen: Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht; stehest du darum scheel, dass ich so gütig bin? Auf unserer Seite ist ja kein Recht und kein Verdienst, indessen auf deiner Seite kein Unrecht, sondern viel unverdiente Gnade ist. Mögen wir dort immerhin die Letzten sein, nachdem wir hier die Ersten gewesen waren, es wird ja auch das ohne unser Verdienst und aus deiner Gnade sein. Gib uns nur den ernsten Willen und einen freudigen Mut, dass wir heute und alle Tage in deinem Dienste treu und beständig verbleiben, gelte es auch manchen sauren Tritt. Wenn wir nur so, wärs auch nur unter den Letzten, die es am wenigsten verdienen, doch als die Berufenen und zugleich Auserwählten das Kleinod erlangen, das du bereit hältst allen, die es auf deine Gnade wagen. Amen! (Carl Gottlieb Just)

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