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Offenbarung 21,27

Offenbarung 21,27

Andachten

Lügen schließen von der heiligen Stadt aus. Die Schrift versteht unter Lügen Alles, was der Wahrheit in ihrem ganzen Umfang entgegen ist.

Viele lassen sich die Erkenntnis göttlicher Dinge sehr gleichgültig sein. Aber wir sollen sowohl im Verstand als im Willen zum Bilde der Weisheit und Liebe Gottes erneuert werden, und dem Geiste der Wahrheit völligen Raum geben in unserm Innersten, damit er uns erleuchte und regiere.

Die Wahrheit soll sein in unserem Verstand, vermittelst der Erkenntnis dessen, was Gott uns zu erkennen gibt: mit solcher Wahrheit soll übereinstimmen unsere Herzensneigung, unser Werk und unsere Rede. Das heißt, die Wahrheit lieben und tun. Das Gegenteil aber heißt, die Lügen lieben und tun. Oft tut einer böses, und hat selbst ein Missfallen daran: wer aber an der Lüge selbst ein Gefallen hat, liegt noch tiefer im Verderben. (Johann Albrecht Bengel)


Und es wird nicht hinein gehen irgendein Gemeines, und das da Gräuel tut und Lügen, sondern die geschrieben sind in dem lebendigen Buch des Lammes.
Selig sind, die Christi Gebote halten, auf dass ihre Macht sei an dem Holz des Lebens, und zu den Toren einzugehen in die Stadt, nämlich in das neue Jerusalem, Offenb. 22,14. Es wird aber nicht hineingehen irgendein Gemeines oder Unheiliges, und das da Gräuel tut, folglich der Lust des Fleisches nachhängt, und das da Lügen tut, folglich seinen Verstand auf eine verkehrte Art braucht: sondern die geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lämmleins, welches aller Auserwählten Namen enthält. Wie aber, wenn Jemand, der dieses liest, schon Jahre und Tage als ein gemeiner unheiliger Mensch zugebracht hat, schon der Unreinigkeit ergeben gewesen, folglich Gräuel getan hat, und schon Lügen gedacht, geredet, und mit seinen Werken ausgedrückt hat? Ist dann für einen solchen keine Hoffnung übrig, zu den Toren des neuen Jerusalems dereinst einzugehen? Ja wohl, aber es muss von ihm wie von den Korinthern gesagt werden: solche seid ihr gewesen, aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht worden durch den Namen des HErrn Jesu, und durch den Geist unseres Gottes, 1 Kor. 6,11. Das Blut Jesu Christi muss einen solchen Menschen reinigen, und der Geist der Wahrheit von dem lügenhaften, eitlen, stolzen und heuchlerischen Sinn frei machen. Auf der Erde sind Gräuel und Lügen zur Mode geworden, und man kann dabei reich werden und zu hohen Ehren gelangen: aber im neuen Jerusalem gehen andere Sitten und Rechte im Schwang. Es ist eine heilige Stadt, und der Thron des heiligen und wahrhaftigen Gottes und des Lammes wird darinnen sein. Es ist also kein Wunder, dass nichts Gemeines oder Ungeheiligtes und nichts Lügenhaftes zu den Toren dieser Stadt eingehen darf. Das Buch des Lebens, welches das Lamm Gottes am jüngsten Tag auftun wird, enthält nur die Namen gerechtfertigter und geheiligter Menschen, und wer nicht darinnen geschrieben erfunden wird, wird in den feurigen Pfuhl geworfen werden, Offenb. 20,15.

Lasst uns doch die Stadt Gottes oder das neue Jerusalem als unser Ziel fleißig vor Augen haben. Moses hat zwar nichts davon geschrieben, und doch wusste Abraham schon etwas davon; denn er wartete, wie der Apostel Hebr. 11,10. sagt, auf eine Stadt, die einen Grund, folglich eine ewige Dauer hat, und deren Schöpfer und unmittelbarer Baumeister Gott selber ist. Wer aber auf diese Stadt wartet, hüte sich vor Gräueln und Lügen, befleißige sich also der Reinigkeit und Wahrheit, lebe als ein Gast und Fremdling in der Welt, wandle in den Fußstapfen des Glaubens Abrahams, mache seine Seele durch Gehorsam der Wahrheit keusch zur ungefärbten Bruderliebe, und fahre mit der Heiligung fort in der Furcht Gottes. Auf Erden ist Mancher begierig, große Städte und prächtige Paläste zu sehen, oder darin zu wohnen; allein die Stadt Gottes wird unvergleichlich herrlicher sein. (Magnus Friedrich Roos)

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