Lukas 9,32
Andachten
Da sie aber aufwachten, sahen sie seine Klarheit und die zwei Männer bei ihm stehen.
O des freundlichen Jesu, der die aufwachenden Jünger so bald zu der Anschauung seiner und seiner Gefährten Herrlichkeit zulässt! O seliges Erwachen, da alsobald die allerschönste und lieblichste Gestalt Jesu vor ihren Augen und Herzen erscheint! Das war auf ein unzeitiges Schlafen ein unverdient glückliches Erwachen. Ach! der liebe Heiland lasse dich und mich, lasse uns miteinander alle Morgen aufwachen, wie hier die Jünger. Wenn er uns die Nacht über Schlaf gegeben, wenn er uns zur rechten Zeit sanft aufgeweckt hat, ach, so lasse er diesen Text an uns vollendet werden, dass Er der erste sei, den wir sehen, an den wir denken! Ja, das wird ein lieblich, vergnüglich und fröhlich Leben sein, wenn wir alle Tage so erwachen, wenn wir die Sonne der Gerechtigkeit eher erblicken als die Strahlen der leiblichen Sonne, wenn wir Christum recht in das Herz fassen, ehe sonst etwas anderes darein fallen kann, wenn wir nichts an Christo sehen als lauter Klarheit, wenn aus dieser Klarheit die Sünde uns recht abscheulich und die Welt recht eitel, ekelhaft und verächtlich wird, wenn wir so von einem Tag zum andern fortgehen, bis wir uns am letzten Tag unseres Lebens in den sanften Todesschlaf niederlegen werden, aber mit der gewissesten, versiegelten und freudigen Hoffnung, dass wir wieder aufwachen und bei dem Aufwachen Jesum sehen werden in seiner Klarheit und eine unzählige Schar von Engeln und Auserwählten um ihn her. Ach! Herr Jesu, wann wird das geschehen? (Georg Konrad Rieger)