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Lukas 24,25

Lukas 24,25

Andachten

O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben.
Der Unglaube schminkt sich oft mit dem Namen der Weisheit: der HErr Jesus aber nennt ihn eine Torheit; auch wird die Unentschlossenheit, bei welcher man der Wahrheit lange den Beifall versagt, oft eine kluge Behutsamkeit genannt; der HErr Jesus aber nennt sie eine Trägheit oder Langsamkeit des Herzens. Verständig soll man werden durch die Erkenntnis der Wahrheit, und schnell zum Glauben. Wo ist aber die Wahrheit, die man glauben soll? Sie ist in den Schriften der Propheten anzutreffen. Man soll nicht erst prüfen, sondern schnell glauben, was die Propheten geredet haben, wie der HErr Jesus zu verstehen gab, und eben damit bezeugte, dass alle Schriften der Propheten von Gott eingegeben seien. Soll man aber nicht auch schnell glauben, was der HErr selbst gepredigt hat, und was Seine Apostel, welche größer als die Propheten waren, gelehrt haben? Ohne Zweifel. Nicht wer zweifelt, sondern wer glaubt und getauft wird, wird selig, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Es gibt zwei Wege, durch welche der Mensch zu einer Erkenntnis und zu einer Gewissheit in der Erkenntnis gelangen kann. Der eine Weg ist der Weg der leiblichen Sinnen, und diesen Weg geht man in Ansehung der natürlichen und gegenwärtigen Dinge. Der andere Weg ist der Weg eines glaubwürdigen Zeugnisses und auf diesem Weg gelangt man zur Erkenntnis und Gewissheit von demjenigen, was entfernt, zukünftig und unsichtbar ist. Welcher Zeuge nun hat so viel Ansehen, dass er mir sagen kann, wie es bei der Schöpfung hergegangen sei, die kein Mensch gesehen hat, was zwischen dem Vater und Sohn bei der Erlösung des menschlichen Geschlechts vorgegangen sei, was der Mensch in Rücksicht auf den Zustand nach Seinem Tod zu hoffen, oder zu fürchten habe, und was noch vor, bei und nach dem Ende der Welt vorgehen werde. Dieses Alles hat kein Auge gesehen, und kein Ohr gehört, auch ist es in keines Menschen Herz gekommen. Wollten aber die Menschen von demjenigen, das sie durch die leibliche Sinnen erkennen, im Schließen fortschreiten, und auf diese Weise erraten, was Gott getan habe, oder tun werde, so würden sie, wie das Beispiel der weisesten Heiden lehrt, zu keiner Gewissheit kommen. Gottes Zeugnis kann uns hierin allein gewiss machen. Er hat vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet durch die Propheten, in den letzten Tagen aber durch den Sohn, Hebr. 1,1.2. den Aposteln aber hat der Sohn Gottes befohlen, das Evangelium aller Kreatur zu predigen, und hinzu gesetzt, wer’s glaube und getauft werde, soll selig werden. Paulus hat insonderheit von allen Aposteln gesagt: Gott habe ihnen die Dinge, die sonst Niemand wissen können, durch Seinen Geist geoffenbart, 1 Kor. 2,10. von sich selbst aber, V. 4.5.: Sein Wort und Seine Predigt sei nicht in vernünftigen Reden menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf dass der Glaube derer, die Sein Wort annehmen, nicht auf Menschenweisheit bestehe, sondern auf Gottes Kraft. Auch nennt Er Sein Wort 1 Thess. 2,13. ausdrücklich Gottes Wort. Hier ist also ein schneller Glaube die größte Weisheit. (Magnus Friedrich Roos)


Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben allem dem, das die Propheten geredet haben; musste nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen?
Noch zwei Ungläubige. Es gibt deren so viel, und besonders unter den Gläubigen! Es sind die beiden Emmausjünger, deren Gang ein Bild unsers Lebensganges ist. Sie wollen sich ein stilles Ruheplätzchen suchen, und danach gehen wir ja auch aus, und sind, wie jene Beiden, unterwegs. Wohl dem, der nicht allein geht, und einen christlichen Freund hat, mit dem er von Jesu sprechen kann. Aber die christlichen Gespräche werden gar oft ein Lamentieren, wenn nicht Jesus sich wieder kund gibt als den Auferstandenen. Man versenkt sich in Erinnerungen, fühlt nicht einen Funken Kraft in sich, und statt einander zu trösten, macht man sich oft gegenseitig nur weich. Dass Jesus mitwandelt nach Emmaus, als der rechte Tröster, und dass man ihn auf jedem Feldweg mit Händen greifen kann, das lässt das glaubensträge, niedergeschlagene Herz nicht in sich aufkommen. Der beste Trost ist dann ein tüchtiges Schelten des Herrn. Wenn man in solchen Stunden auf einmal die Zuchtrute des heiligen Geistes an sich spürt, so ist das auch das sicherste Mittel, den rechten Lebensgefährten wieder zu erkennen. Es ist eine große Gnade, wenn man sich wieder einmal recht schämen kann. Das geschieht, wenn Jesus, im Schmuck seiner Auferstehung, uns zuruft: O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Da ist es dann, als ob ein Lebenshauch das ganze Wort Gottes wiederum kräftig und eindringlich macht. Die Trauergeister müssen fliehen, wir erinnern uns wieder, was wir haben, eine himmlische Glaubensfreudigkeit lässt uns auffahren mit Flügeln wie Adler, und wir loben und preisen Den, der Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch sein Evangelium. (Friedrich Lobstein)

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nt/42/lukas_24_25.txt · Zuletzt geändert: von aj
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