Matthäus 7,9
Andachten
Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet um Brot, der ihm einen Stein biete? Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wie vielmehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten?
Je dunkler der Grund, umso besser hebt sich von ihm aus die helle Farbe und gegenüber der Finsternis leuchtet das Licht in seinem vollen Glanze. Das bewährt die Gleichnisrede, in welcher du da zu uns redest, Herr Jesu, und der Unterschied, welchen du machst zwischen uns und deinem himmlischen Vater. Uns Menschenkinder nennest du arg und ach die Beweise lassen sich ja als mit Händen greifen, dass wir nicht von guter Art sind. Dagegen ist nach deinem eigenen Zeugnis und nach allen Erfahrungen, die wir selber machen, Niemand gut, als der einige Gott. Dennoch wissen wir unsern Kindern gute Gaben zu geben, und so sie uns bitten, reichen wir ihnen nimmer einen Stein für Brot oder eine Schlange für einen Fisch. Wie vielmehr werden wir uns nur des Besten zu versehen haben von unserm Gott, der so gut ist, wie keiner; mit wie viel größerem Vertrauen werden wir bitten, suchen und anklopfen dürfen und des darüber gewiss sein können, dass er uns geben, finden lassen und auftun wird. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für dieses tröstliche Zeugnis aus dem Munde deines lieben Sohnes von deiner großen Güte und Treue gegen uns. Weil du der Vater unsers Herrn Jesu Christi und durch ihn auch der Vater bist alles dessen, das Kinder heißet im Himmel und auf Erden, so hast du ja auch ein Vaterherz voll treuer Liebe und Erbarmen zu uns armen Menschenkindern. In ihm, deinem Geliebten, der seinen Vater dich nennt und von dem Tempel, in dem er war, als von seines Vaters Hause redet, in ihm, deinem geliebten Kinde, siehst du auch uns gnädig und freundlich als deine Kinder an. Darum ist unser Herz getrost und hängt voll kindlichen Vertrauens an deinen Verheißungen, dass wir vor keiner Not uns fürchten und in keiner Trübsal verzagen. Du wollest denn uns Armen geben, was wir bedürfen, dem Leibe seine Speise, der Seele rechte Weisheit zum ewigen Leben. Du wollest uns Schutzlose decken mit deiner Gnade, als mit einem Schilde, vor jeder Gefahr, die uns droht und uns verderben will. Du wollest uns Traurige trösten und mildern jeglichen Schmerz, den du als zur Züchtigung in der Gerechtigkeit über uns kommen zu lassen für gut hältst. Du wollest in unserm ganzen Leben und auch einst in unserm Sterben dich nicht von uns Ungerechten und Sündern wenden, ob wir auch oft uns von dir wenden. So wir untreu wären, lass doch dich allezeit treu erfinden gegen uns. Sei auch heute und alle Tage uns gnädig und hilf uns, dass wir je mehr und mehr in einer gründlichen Herzensbuße uns zu dir kehren. Das willst du uns ja gerne tun und das wirst du uns gewiss erhören durch Jesum Christum, unsern Herrn, hochgelobt in Ewigkeit. Amen! (Carl Just)