Psalm 34,12
Andachten
„Ich will euch die Furcht des Herrn lehren.“
David war ein berühmter Musiker, ein tüchtiger Staatsmann und ein tapferer Soldat. Aber er sagt den Kindern nicht: Ich will euch das Harfenspiel lehren; ich will euch den Gebrauch der Waffen beibringen; ich will euch die Grundsätze der Politik erklären; sondern er sagt: Ich will euch die Furcht des Herrn lehren. Das ist besser als alle Kunst und Wissenschaft, besser als alle Brandopfer und sonstigen Opfer. (Matthew Henry)
Kommt her, Kinder, hört mir zu, ich will euch die Furcht des Herrn lehren. Wer ist, der gut Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht falsch reden. Lass vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach. Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien; das Antlitz aber des Herrn steht über die, so Böses tun, dass er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde.
Wer sollte nicht gerne hören, wenn du freundlich redest und treulich beratest als ein Vater? Wer nicht mit Fleiß aufmerken, wenn du warnest vor Bösem als ein heiliger Gott und abmahnest, von der Sünde nicht einen Segen sich zu versprechen? Wer sollte nicht stille sein und seiner Zunge Schweigen auflegen, wenn du als ein gerechter Richter anzeigst, dass das Schreien des Elenden und die Freveltat des Gottlosen deinen Augen und Ohren nicht verborgen ist und zusagst, dass du über beide ein gerechtes Gericht üben wirst? Wer gut Leben begehrt und gern gute Tage haben möchte, der soll dich fürchten, in heiliger Scheu vor dir ablassen vom Bösen und aus kindlicher Liebe und Gehorsam gegen dich Gutes tun. Also redest du in deinem Worte zu uns als zu deinen Kindern durch den Mund deiner Heiligen, Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi und unser lieber himmlischer Vater. Du willst uns unterweisen und uns den Weg zeigen. Noch immer heißt es bei dir: Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein trautes Kind? Darum bricht mir mein Herz gegen ihn, dass ich mich seiner erbarmen muss (Jer. 31, 20). Dein lieber Sohn hatte dein Haus lieb und saß mitten unter den Lehrern, dass er ihnen zuhörte und sich mit ihnen befragte. So kehre doch auch unser Herz zu deinen Zeugnissen und lehre uns rechte Weisheit aus deinem Worte.
Unser Herz begehrt zwar auch in seinem natürlichen Dichten und Trachten gut Leben und gute Tage, wie die Welt begehrt in ihrem verkehrten, fleischlichen Sinn. Aber ihre Tage sind nicht gute Tage und ihre Freuden sind Betrug zum Verderben der armen Seelen. So öffne uns die Augen, dass wir solches erkennen, und beuge unsre Herzen unter den Gehorsam deines Wortes, dass wir es demütig glauben, die Gottseligkeit sei zu allen Dingen nütze und habe die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. Und wenn wir heute hingehen, um dir zu dienen, und dir angeloben, je nach dem Berufe, in den du uns gesetzt hast, unser Werk mit Fleiß und mit Freuden zu tun, so lass doch auch deine Augen auf uns sehen, deine Ohren hören auf unser Schreien und deine Hand helfend und segnend zur Seite uns sein. So wirds uns mit dir gelingen und am Abend werden wir mit Dank und Freude sagen können: Wir haben viel Gnade erfahren vom Herrn und einen guten Tag gehabt. Amen! (Carl Just)