2. Samuel 7,9
Andachten
„Ich bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist.“
So sagt der HErr zu David. Es ist doch was Schönes, wenn Jemand sagen kann: „Der HErr ist mit mir.“ So möge denn der HErr auch heute mit uns sein, wo wir hingehen. Stehen wir auf der Seite des HErrn, so ist Er immer mit uns. Es ist das mehr der Fall, als man denkt, dass ein Wächter vor und hinter uns ist. Durch wie viel Hindernisse und Gefahren läuft es doch oft mit uns, und es geht! Der Mensch muss sich immer durch lauter arge Dinge hindurch winden; er weiß oft nicht, was es ist. Er muss dahin und dorthin blindlings gehen, um sicher zu sein, und wie viel muss Gott im Verborgenen abwenden, sonst ist's gefehlt. Ist der liebe Gott nur auf einen Augenblick nicht da, d. h. entzieht Er Seinen Schuh, so gibt's Unglück über Unglück. Wenn aber Gott bei einem ist, so kommt man durchs Härteste durch. Die Hauptsache aber ist, dass man Seiner Nähe sich würdig macht und in kindlichem Vertrauen sich auf Seinen Schoß setzt. Oft gibt es Leute, um das noch zu berühren, die haben so ein arges Gescheuch, zu erfahren, ob dies oder jenes Gottes Weg sei, und beten: „Ist's Dein Wille, dass ich dahin oder dorthin gehe?“ und meinen, erst wenn man gewiss werde, dass es Gottes Wille sei, den Weg zu gehen, sei's recht. Unser Spruch sagt uns aber: Ich bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist“, nicht: wo ich dich habe hingehen heißen oder wollte, dass du hingehst. Das müssen wir uns merken: Es kommt nur darauf an, dass wir richtig stehen vor dem HErrn, so wird unser Weg nie ein verkehrter sein, und dann muss der liebe Gott eben mit laufen, und tut's auch gern. Also merk' dir das: du hast einen Gott, der auch mit dir geht. (Christoph Blumhardt)