Markus 1,13
Andachten
Und die Engel dienten ihm.
Die Engel haben ihren Dienst zunächst vor Gott. Im Himmel sind sie der höhere Chor, der das „Heilig, heilig“ singt. Auf Erden dienen sie dem menschgewordenen Gottessohne. Wir finden sie bei der Geburt des Johannes und Jesu. Ein Engel ist der Weihnachtsherold bei den Hirten auf dem Felde, eine ganze Schar singt das erste Weihnachtslied. Ein Engel stärkt den Herrn am Ölberg, andere sitzen am offenen Grabe Jesu, oder zeugen von seiner Himmelfahrt. Aber auch den Menschen gilt ihr Dienst. Sind sie doch allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Sie sorgen mit um deine Seele, sie sind Helfer und Hüter, dass wir nicht in der Sünde aufgehalten werden. Ungesehen halten sie uns in gar manchen Versuchungen aufrecht, oder richten unseren Blick auf das Wort Gottes, wie es einst dem Cornelius geschah, den ein Engel nach Joppe sandte zu Petrus. Doch sie sind auch Hüter gegen allerlei Unfall. Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie seine Frommen behüten auf allen ihren Wegen. Denke daran, lieber Christ, solch ein heiliger Gottesbote steht neben dir. Hüte dich, dass du ihn nicht vertreibst; gehe nirgends hin, wo er nicht mit darf.
Treuer Gott, du sendest auch deine Boten, deine Helden, deine Starken aus, dass sie wachen sollen über die armen Pilgrimme. Ungesehen sind sie uns doch nahe, tausendmal verachtet lassen sie uns doch nicht, denn du lässt uns nicht. O Herr Herr, siehe nicht an unseren Hochmut und unsere Sünde! Wir glauben so oft, dass wir uns selbst bewachen können; und doch ist es gewiss, dass wir gerade dann in Verzweiflung, Missglauben und andere große Schande und Laster fallen. Bleibe du unser Hort; und wie ein treuer Herr in der räuberischen Wüste und Wildnis seinen Kindern seine Diener und Starken mitsendet, so sende du uns in dem Leben voll Anfechtung diese heiligen Schuhwachen mit, damit sie an gefahrvollen Stellen unseren Fuß zurück halten, dass wir nicht gleiten und fallen. Amen. (Friedrich Ahlfeld)