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Jeremia 39,18

Jeremia 39,18

Andachten

“Du sollst dein Leben wie eine Beute davon bringen, darum, dass du Mir vertraut hast, spricht der HErr.“

Obige Worte werden zu Ebedmelech, dem Mohren, gesprochen. Dieser Mohr hatte den Jeremia, den man aus Hass in eine Brunnengrube geworfen, da er leicht hätte umkommen können, mit besonderer Liebe und Anstrengung wieder herausgezogen. Niemand hatte sich des Propheten erbarmt; nur der Mohr, ein Kämmerer, half ihm. Weil er aber das tat aus großem Mitleiden mit Jeremia, den er als einen Knecht Gottes liebte und ehrte, so lässt ihm der HErr sogen, er werde bei der Zerstörung Jerusalems, die bald darauf erfolgte, fein Leben wie eine Beute davon bringen.

So gewinnen's die Mohren vor den Weißen. Viele Schwarze und Braune werden einmal ihr Leben herausgerettet haben, während Andere unseres Geschlechts, die ihrer Farbe, ihrer Bildung, ihrer gesellschaftlichen Stellung sich rühmten, nebenhin stehen müssen, oder gar verloren gehen. Wie stolz waren doch damals die Juden in der Stadt, die Fürsten und die Edlen, und alle, die sich zu Abrahams Samen rechneten, dass sie meinten, eher werde der Himmel einfallen, als dass sie würden in der Heiden Hände übergeben werden und umkommen! Sie sind aber alle mit geringen Ausnahmen entweder niedergemacht worden, wie bei Weitem der größte Teil, oder in die Gefangenschaft fortgeführt, weil sie unter andern Sünden auch die Propheten nichts geachtet hatten. Unter dem entsetzlichen Würgen jedoch trägt der Mohr, der am königlichen Hofe war, also der Gefahr besonders ausgesetzt, sein Leben wie eine Beute, d. h. wie aus dem Tode herausgebeutet, davon, weil er dem HErrn vertraut hatte.

Des Mohren Gottvertrauen aber, - merken wir's uns, - hat er nicht bloß im Munde geführt, sondern mit der Tat bewiesen, mit einem Wagnis. Denn der Mohr setzte sich mit seinem Vorhaben, den Propheten zu retten, dem Hass aller Fürsten ans, die eben den Jeremia hatten in die Grube werfen lassen, und hätte können ohne Weiteres von diesen getötet werden. Er hatte also, indem er den Propheten rettete, sein Leben dran gewagt, so aber aus der Todesgefahr sein Leben erbeutet. Wer dem HErrn vertraut mit Verleugnung und Aufopferung, mit eigenem Wagnis, der ist's, der unter allen Umständen vom HErrn angesehen wird; und handelt sich's bei ihm um Leben oder Tod, so ist ihm das Leben gewiss, auch wenn er's zeitlich verliert. „Denn wer sein Leben verliert, um meinetwillen,“ sagt der HErr, „der wird es gewinnen.“ Freundlich ist der HErr dem, der auf Ihn traut, wie es hier der HErr selbst sagt, indem es heißt: „Darum, dass du Mir vertraut hast.“ Denken wir auch an den Gerichtsspruch am jüngsten Tage: „Was ihr Einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr Mir getan.“ (Christoph Blumhardt)


Denn ich will dich sicherlich erretten, dass du nicht durchs Schwert fallest, sondern sollst dein Leben wie eine Beute davon bringen, darum, dass du mir vertraut hast, spricht der Herr.

Sehet die schützende Macht des Vertrauens auf Gott. Die großen Männer Jerusalems fielen durch das Schwert, aber der arme Eben-Melech war geborgen, denn seine Zuversicht war auf Jehovah gestellt. Wem anders sollte ein Mensch vertrauen, als dem, der ihn gemacht hat? Wir sind töricht, wenn wir das Geschöpf dem Schöpfer vorziehen. O, dass wir in allen Dingen durch den Glauben leben könnten, dann würden wir in allen Zeiten der Gefahr erlöset werden! Niemand hat je dem Herrn vergeblich vertraut, und niemand wird das je tun.

Der Herr spricht: „Ich will dich sicherlich erretten!“ Merkt auf das göttliche „sicherlich“. Was sonst auch ungewiss sein mag, Gottes Sorge für die Gläubigen ist gewiss, Gott selber ist der Hüter der Frommen. Unter seinen heiligen Flügeln ist Sicherheit, wenn überall Gefahr ist. Können wir diese Verheißung als gewiss annehmen? Dann werden wir in unsrer gegenwärtigen Not finden, dass sie fest steht. Wir hoffen erlöset zu werden, weil wir Freunde haben, oder weil wir klug sind, oder weil wir hoffnungsvolle Zeichen sehen können; aber nichts von all diesem ist halb so gut, als Gottes einfaches „Darum, dass Du mir vertraut hast.“ Lieber Leser, versuche diese Weise, und wenn du sie versuchst, wirst du dein ganzes Leben dabei bleiben. Sie ist ebenso süß wie sicher. (Charles Haddon Spurgeon)

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