Psalm 131,3
Andachten
Israel hoffe auf den HErrn, von nun an bis in Ewigkeit.
Alle, die ihr das geistliche Israel seid, die ihr den heiligen christlichen Glauben empfangen und angenommen habt, werdet nicht müde in eurer Hoffnung, so lange ihr lebt. Obgleich Gött bisweilen mit euch handelt, wie eine Mutter mit ihrem Kinde, das sie abgewöhnet, und euch Seinen Trost und Hilfe eine Zeitlang entzeucht; gedenkt nicht, dass es Gott tue zu eurem Verderben. Eine Mutter gewöhnet ihr Kind nicht ab darum, dass sie es verderben will, sondern dass es andere härtere Speisen lerne essen, und fein groß werde und wachse: Also entzeucht dir Gott auch Seinen Trost nicht darum, dass Er dich verderbe, sondern dass du die harte Speise der Anfechtung lernest essen, dadurch du wächst und zunimmst in Christo, das ist, dass du fein gedemütigt werdest, und an dir selbst verzagst, und lernst wie du außer der Gnade Gottes und außer Christo nichts bist. Siehe, durch diese Demut und Niedrigkeit wächst du und nimmst zu in Christo; denn die gründliche Demut ist Christi Leben in dir, je mehr du zunimmst in der Demut, und in Erkenntnis deines Elends, je stärker du wirst in Christo. Je mehr ein Mensch zunimmt in der Hoffart, in seiner eigenen Liebe, Ehre und Wohlgefallen an ihm selbst, in Lust und Freude des Fleisches, je schwächer er wird in Christo, bis er endlich dem HErrn Christo gar abstirbt und ewig verdirbt.
Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die raue Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in Seinen Armen halten; drum lass ich Ihn nur walten. (Johann Arnd)