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Psalm 115,1

Psalm 115,1

Andachten

Ein Lehrpsalm, in welchem der Gott Israels, der im Himmel ist und der Alles tut, was Er will, und die Götzen der Heiden, Silber und Gold, Werk der Menschenhände, gegenübergestellt und die Nichtigkeit und Ohnmacht der letzteren und ihrer Diener geschildert wird; daran schließt sich die Aufforderung an Israel, auf den Herrn seinen Gott zu vertrauen, und die Zuversicht, dass Er das Volk segnen werde, Er, der die Erde den Menschen gegeben hat und nicht zulassen kann, dass sein Volk von der Erde ausgerottet und Ihm also der Preis desselben entzogen werde. Im Grabe ist’s stille, die Toten, welche darin liegen, regen und rühren sich nicht mehr (V. 17.); darum müssen die Lebenden um so angelegentlicher Gottes Ruhm verkündigen. Nicht als ob der Tod der Gläubigen nicht auch ein Lob Gottes wäre; auch nicht, als ob die Seelen der Verstorbenen Gott den Herrn gar nicht mehr lobten, oder als ob sie gleichsam schliefen, und gleichsam, als wären sie tot, die Zeit der Auferstehung erwarteten, wo sie gleichsam wieder erwachen, mit dem Leibe vereinigt werden und alsdann ihre vorigen Verrichtungen wieder abwarten werden, wie das irriger Weise manchmal geglaubt worden ist. Das Alles meint der Psalmist nicht, wenn er sagt: „Die Toten werden Dich, Herr, nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille,“ sondern er redet nur von den toten Leibern im Grabe, und setzt darum hinzu: „sondern wir loben den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.“ Wie wir alle Tage nur Wohltaten Gottes zu sehen und zu genießen bekommen, so wollen wir auch alle Tage das Lob des Herrn anstimmen und ausbreiten. Ob unser Lob Gottes ernst und aufrichtig sei, erkennt man nur an seiner Beständigkeit. Dann ist es Vorspiel des himmlischen Halleluja und gegenseitige Auffrischung des Himmels und der Erde zu solchem Engelgeschäft. Sei denn unser ganzes Dankopfer, Dir gegeben, der du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen. (Friedrich Arndt)


König Ptolemäus Philadelphias von Ägypten ließ am Eingang zum Seehafen von Alexandria durch den Knitter Sostratus einen großen Leuchtturm aus weißem Marmor erbauen. Der berühmte Meister im Hochbau meißelte mit einer Inschrift seinen eigenen Namen in den Stein. Darüber legte der schlaue Mann einen Gipsverputz und schrieb auf diesen den Namen des königlichen Bauherrn, damit, wenn der vergängliche Bewurf abfalle, sein, des Baumeisters Name den künftigen Geschlechtern vor die Augen trete. Er sorgte also für die Ehre seines Namens und nur zum Schein für die Ehre des Königs, in dessen Dienst er stand. Er erbaute den Turm, um sich einen Namen zu machen, nicht aber um den Namen des Königs zu verherrlichen.

Wir hoffen, wir haben mit unserem Kapellenbau das Gegenteil von dem getan. Nicht, um uns einen Namen zu machen, sondern um den Namen des Herrn darin und da-durch zu verherrlichen, haben wir Ihm dieses Haus gebaut. Unser Name mag vergessen werden, wenn nur der alleinseligmachende Name Jesu jeder Seele tief eingedrückt bleibt, die je dieses Haus betreten hat oder noch betreten wird! Unsern Namen mag man verwerfen als einen boshaften, um des Menschen Sohnes willen; wenn nur Seinem Namen Ehre gegeben wird! Der Name, der über alle Namen ist, soll hier verkündigt werden. Es soll diese Kapelle in ihrem geringen Teil dazu beitragen, dass in dem Namen Jesu sich beugen aller Knie und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zu Ehre Gottes des Vaters. Wiewohl sie ohne Turm gebaut ist, soll diese Kapelle doch ein Leuchtturm sein, dessen Licht Gott der Herr ist, und ihre Leuchte das Lamm. Möge auch von der Gemeinde, die sich darin versammelt, gesagt werden können: „Ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn!“ Möge sie nie vergessen, dass es ihre Aufgabe ist, zu verkündigen die Tugenden dessen, der sie berufen hat aus der Finsternis zu Seinem wunderbaren Licht; möge jeder Jünger und jede Jüngerin des Herrn, die sich hier einfindet, die Mahnung des Meisters befolgen: „Lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel preisen!“

Wir betrachten es als unsere selige Aufgabe, dem Namen des Herrn Ehre zu geben und wir wissen auch warum, nämlich, wie der Psalm sagt: Um Seiner Gnade und Wahrheit willen. Wir verehren unsern Gott um Seines bewunderungswürdigen Charakters willen, dessen hervorragendster Zug die Güte ist. Lauter Güte ist Gott gegen die, welche reines Herzens sind (Psalm 73,1). Es hängt nur von uns ab, dass wir Ihm vertrauen, so werden wir auch Seine Güte erfahren. Den Reinen ist Er rein, aber den Verkehrten erscheint Er verkehrt. Ein einfältiges Auge sieht überall Gottes Güte; aber durch eine schwarze Brille erscheint alles trüb. Bei Ihm ist des Lebens Quelle, in Seinem Lichte sehn wir helle, und wenn das so ist, so müssen wir bekennen: „Herr, Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen!“

Wir preisen die Gnade des Herrn, weil Er nicht nach unsern Sünden mit uns gehandelt, sondern uns begnadigt hat. Die Gnade wollen wir rühmen, die auch aus vielen Sünden hilft zur Gerechtigkeit. Zu rühmen wissen wir nichts, denn allein das Kreuz unseres Herrn Jesu Christi, an welchem die Gnade Gottes sich für alle Menschen heilsam erwiesen hat. Denn Gott war in Christo, und versöhnte die Welt mit Ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und Er hat in uns das Wort der Versöhnung gelegt, das wir nun in Seinem Auftrag allen Menschen verkündigen, die es hören wollen. Dieses Wort von der Versöhnung ist die Wahrheit; denn es ist eine Tatsache, nicht bloß eine Vermutung, dass durch Christi Opfertod alles, was den Sünder von Gott trennt, beseitigt ist, so dass wir zu Gott nahen dürfen, wie der verlorene Sohn zum Vater. Jesus spricht: „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ Er aber hat uns den Weg zum Vater gebahnt durch Seine Selbsthingabe für uns, und Er hat dadurch auch unser verlorenes Vertrauen für Gott wiedergewonnen: denn sollten wir Dem nicht trauen, der Seinen Sohn für uns gegeben hat?

Um dieser Wahrheit willen, die den großen Hauptinhalt unseres evangelischen Glaubens bildet, preisen wir den Herrn. Von dieser Wahrheit schweigen wir nicht; wir verhehlen Seine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine, und, wenn wir keine große finden, auch vor der kleinen nicht. Wir wollen fortfahren, dieses Wahrheit zu verkündigen in unserer evangelischen Kapelle und dadurch auch in unserem Teil zur Ehre des Allerhöchsten unsern geringen Beitrag liefern. (Franz Eugen Schlachter)


Nicht uns, HErr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre!
Kaiser Paul von Russland ließ auf seine goldenen und silbernen Münzen, an Stelle des sonst üblichen Bildes, ein Schild prägen mit der Inschrift: „Nicht uns, nicht uns, sondern Deinem Namen!“ - Nicht wahr, das war recht und schön?

Ihm allein gebührt der Ruhm! Ach, möchten wir das auch je länger, je mehr erkennen und erfahren! Er ist der Töpfer, wir sind der Ton, wir sind vor Ihm wie Gras, wie des Grases Blume, und viele von uns, die hienieden zu den Ersten gehörten, werden dort die Letzten sein. Wo bleibt da alle eigne Ehre? Gnade ist's, dass es mit uns noch nicht gar aus.

O lasst uns die Wahrheit dieses Worts beherzigen, damit Er dereinst auch zu uns sprechen kann: „Rücket herauf!“ Dazu helfe Er uns selbst, zum ewigen Preise Seines herrlichen JEsusnamens! (unbekannt)


1. Nicht uns, HErr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Gnade und Wahrheit. 2. Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? 3. Aber unser Gott ist im Himmel; Er kann schaffen, was er will. 4. Jener Götzen aber sind Silber und Gold von Menschenhänden gemacht. 5. Sie haben Mäuler und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht; 6. Sie haben Ohren, und hören nicht; sie haben Nasen, und riechen nicht; 7. Sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht; und reden nicht durch ihren Hals. 8. Die solche machen, sind gleich also, und alle, die auf sie hoffen. 9. Aber Israel hoffe auf den HErrn; der ist ihre Hilfe und Schild. 10. Das Haus Aaron hoffe auf den HErrn; der ist ihre Hilfe und Schild. 11. Die den HErrn fürchten, hoffen auf den HErrn; der ist ihre Hilfe und Schild. 12. Der HErr denkt an uns, und segnet uns; Er segnet das Haus Israel, Er segnet das Haus Aaron, 13. Er segnet, die den HErrn fürchten; beide Kleine und Große. 14. Der HErr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder. 15. Ihr seid die Gesegneten des HErrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 16. Der Himmel allenthalben ist des HErrn: aber die Erde hat Er den Menschenkindern gegeben: 17, Die Toten werden dich, HErr, nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille; 18. Sondern wir loben den HErrn von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah.

Vers 1. In diesem Psalm redet David von der Verwerfung aller Götzen und von der Kraft, die man bekommt, so man Gott anbetet im Geist und in der Wahrheit. Und nicht genug können wir uns den ersten Vers dieses Psalms ins Herz einprägen. Wenn wir alle einen lebendigen Glauben hätten, so würden viel mehr Ungläubige bezwungen werden. O, es ist ein großer Unterschied zwischen Gotteskindern, die einen lebendigen Gott haben, auf den sie sich verlassen und stützen können, und zwischen Kindern der Welt, die in der Zeit der Not nicht aus und ein wissen und nirgends Trost finden können. Denn worauf sollten sie sich verlassen können? Etwa auf die Welt und ihre Lüste, denen sie frönen? O nein, die Welt hat keinen Frieden für wunde Herzen; sie kann aber auch den Gotteskindern den Frieden nicht rauben. Es gibt Leute, die in Tagen des Glücks den HErrn und sein Wort verspotten, frohlocken und wähnen: „Ach, uns geht es so gut; was sollen wir mit der Bibel machen?“ Wenn ihnen aber Gott unerwartet Trübsal und Leiden ins Haus schickt, dann ist es bald mit ihrem Heldenmut zu Ende, und zerknickt liegen sie am Boden. Ach, wie sehnen sie sich dann oft nach Gottes Wort; wie möchten sie, dass die nämlichen Gläubigen ihnen daraus Trost spendeten, denen sie früher oft sagten: „Denkt nur nicht, dass ihr mir einst werdet vorbeten müssen; daraus wird nichts!“ Merkwürdig ist es, dass sie keinen Trost erlangen von denen, mit welchen sie bisher gleiche Wege gingen. Sie müssen doch am Ende einsehen, dass Gottes Friede höher ist als der Menschen Vernunft. Wenn der HErr dann auch diese armen Gefangenen aus der Grube und der Stadt des Verderbens errettet, so gebührt nicht uns, sondern Gott allein die Ehre, dass Er uns die Gnade schenkte, ihnen den Weg des Lebens zeigen zu dürfen. Das wäre nicht besondere Gnade, wenn Gott nur diejenigen retten wollte, welche Ihn von Kindheit her kennen; nein, das ist unendliche Gnade, wenn Sünder, die auf der Straße des Lasters gewandelt haben, dennoch zu Frieden und Ruhe kommen, so sie die ausgestreckte Jesushand ergreifen und abtreten von ihren bösen Wegen! Oft rettet der HErr Kinder aus dem Sumpf der Sünde, deren Eltern gar böse darüber werden, weil sie lieber möchten, dass ihre Kinder der Welt, statt Gott dienten. Wenn diese Kinder nun recht anhielten, könnte der HErr sie zu Bekehrungswerkzeugen machen. Oder wäre Er denn ein lebendiger Gott, wenn er nicht das Schreien der jungen Kinder, die sich Ihm ganz hingeben, erhören wollte? Aber es muss den Kindern ein heiliger Ernst sein. Mit Glauben und Vertrauen und in Liebe müssen sie Ihm die Eltern zu Füßen Legen können, und eben so umgekehrt die Eltern ihre Kinder.

Vers 3. Wenn Gott schaffen kann alles, was Er will, und selbst aus Steinen dem Abraham Kinder erwecken kann, so müssen wir es Ihm doch zutrauen, dass Er ein armes Sünderherz erweichen und mit seinem Frieden erfüllen kann. Haben wir ein neues Herz, so ist alles eigene verschwunden; wir schauen nicht mehr darauf, ob andere uns immer mit Liebe behandeln und nie ein unsanftes Wort reden oder lieblos an uns vorübergehen. Das alles sind noch Zeichen einer alten Natur; auch weiß ich überhaupt nicht, was denn so Liebenswürdiges an uns ist, die wir von Natur durch und durch von der Sünde durchdrungen sind. Es ist unendliche Gnade, wenn wir lieben und geliebt sein dürfen; und vor allem ist das köstlich und schön, wenn wir Die von Herzen lieben können, die uns ganz entgegen sind. Die Freunde zu lieben ist doch wahrlich keine Kunst. Wenn Gott aber schaffen kann, was Er will, so müssen wirs Ihm doch auch zutrauen, dass Er uns ein neues Herz geben kann. Aber so lange wir noch uns selbst und unseren Lüsten dienen, kann Gott nicht in uns sein; denn Er wohnt nicht in einem Tiergarten. Ein neues Herz aber, das durch Gottes Gnade umgeschaffen ist, ist ein Lustgarten.

Vers 4-8. Wenn uns etwas gestohlen würde, und wir deswegen die Nacht nicht schlafen könnten, hinge da nicht unser Herz daran? Wäre es nicht unser Götze, sobald wir es mehr liebten, als Gott? Könnten wir, so der HErr uns heute noch alles nähme, was uns teuer ist, noch murren oder aus der Fassung kommen, so hätten wir noch Götzen? Alles müssen wir freudig hergeben können, und Gott über alles lieben. Nur Jesus kann uns frei machen davon. Daher ist es mein dringendes Gebet, dass der HErr doch unser keines von der Erde wegnehme, bis es sein völliges Eigentum ist. Dann aber, wenn ein jedes einen lebendigen Heiland hat, dann ist es mir gleich, wann und wie und wo euch der HErr abruft. Können wir uns Fremdlinge und Pilger nach Zion nennen, wenn unser Herz noch am Irdischen hängt? wenn wir noch auf Reichtum hoffen? wenn wir unsere Kinder nur als Nutzen ansehen, und klagen würden, wenn der HErr sie wegnähme?

Vers 9. Als Jakob an nichts mehr hing, als er seine Frauen und sein Vieh vorausgeschickt hatte und allein mit dem HErrn rang; als seine Hüfte verrenkt war, und er nicht nachließ, bis der HErr ihn segnete, da wurde er erst Israel. Wie anders stünde es mit uns, wenn wir alle einen lebendigen Gott hätten, mit dem wir ringen würden; gewiss, der Sieg müsste uns gelingen!

Vers 10. Das Haus Aaron musste dem HErrn die Opfer darbringen. Wenn Jesus uns zubereitet und bekleidet hat mit seiner Gnade, nachdem Er uns die Sündenkleider ausgezogen hat, so können wir alle sein Levitenvolk werden und zum Haus Aaron gehören, ob Kind, ob Jüngling oder Jungfrau, Mann oder Greis; vor Gott ist da kein Unterschied. Wir brauchen deshalb nicht in Anstalten zu sein, damit die Leute uns von außen ansehen, dass wir dem HErrn dienen wollen; sondern an jedem Ort gehören wir zu diesem Stamm, so wir dem HErrn dienen von ganzem Herzen, und auf seine Stimme achten, und gehen, wohin Er uns ruft. Wollen wir aber für andere Opfer bringen oder ihnen den Weg zum HErrn zeigen, so müssen wir doch erst selbst den lebendigen Gott besitzen und uns Ihm zum Opfer hingegeben haben.

Vers 11. Die Furcht muss aus dem Herzen heraus, und die Liebe Gottes ins Herz eingegossen werden. Die Furcht Gottes besteht nicht im Zittern vor Ihm, sondern im Scheuen der Sünde. Dann frage ich z. B. jeden Abend: „Habe ich heute meine Zunge wieder hergegeben zu unnützem Gerede, anderen zum Verderben oder Gott zur Unehre? Denn sonst betrügen wir andere, die ein Beispiel an uns nehmen! und sie entschuldigen sich einst damit, dass wir, die wir Gotteskinder sein wollen, ihnen durch unsere Aufgeregtheit, unseren Zorn, Neid und Hochmut Ärgernis gegeben haben. Ein verworfenes Weltkind ist weniger zum Anstoß, als ein sogenannter Heiliger im frommen Gewand und voller Sünde.

Vers 12. Wenn Jesus uns so recht seine Sünderliebe zeigt, dann erfahren wir, was es heißt: „Der HErr denkt an uns.“ Wenn Er uns in den Staub legt und wir sehen, dass wir Erdenwürmer nichts sind, und Er uns zermalmen könnte, wie wir es tausendfach verdient hätten, uns aber dann plötzlich aus aller Not errettet, dann wissen wir, was es heißt: „Der HErr denkt an uns;“ ja dann können wir glauben, dass die Wahrheit seines Wortes heute noch unveränderlich dieselbe ist, als wo Er auf Erden wandelte.

Vers 13. 14. Hat man Jesum erfahren in seiner unendlichen Liebe, wie Er Die segnet, die sich auf Ihn verlassen, so versteht man erst recht, wie getreu Er ist, und wie Er oft Kinder segnet, um sie für die Eltern zum Segen zu setzen. O, wie oft habe ich erfahren dürfen, dass der HErr die Kinder erhörte, wenn sie Segen für ihre Eltern erflehten! So z. B. betete im vergangenen Sommer ein sieben Jahr altes Kind für seinen am ganzen Leib gelähmten Vater, der nicht an Jesum glaubte, und der HErr erhörte es. Ein Fremder kam zum Vater auf Besuch, da konnte ihm dieser die vormals gelähmten Hände zum Gruß entgegen strecken. - Das hat Jesus getan, welcher Gebete erhört; dieser Vater hat es erfahren, er wurde zu Gott bekehrt! - Die jungen Kinder sind eine Macht. Wenn sie ihre Herzen erheben zu Gott, so segnet Er sie reichlich; denn es steht geschrieben: „Aus dem Mund der jungen Kinder und Säuglinge will Er sich Lob zubereiten.“ Wenn der HErr Vater und Mutter gesegnet hat, und sie in des HErrn Furcht leben, so ist ein Segen solcher Eltern für die Kinder mehr wert, als großes Vermögen. Darum möchte ich euch bitten: o betet doch zum HErrn, dass Er nicht nur euch und eure Kinder, sondern alle, mit denen ihr zusammen kommt, mit seinem Segen überschütten möge! Denn an des HErrn Segen ist alles gelegen!- Wie viel wird im Leben gerechnet, und nur immer nach Gewinn gesehen; o dass doch alle einmal das rechte Rechnen lernten, und bei dem HErrn um seinen Segen anhielten! Dieser ist besser als aller Reichtum; das sind die besten Prozente; und wenn unser Herz allein dem HErrn gehört, so ist unser Kapital am höchsten ausgeliehen.

Vers 15-18. Wenn am Ende unseres Lebens beim Heimgang nicht auch das Wort ertönt: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, und ererbt das Reich, das euch mein Vater beschieden hat,“ so steht es nicht gut um uns. Wollen wir dereinst diesen Ruf hören, so müssen wir Pilger werden, die hier keine bleibende Stadt haben, sondern davoneilen und stracks ihre Augen nach Zion richten.

Der HErr gebe uns, dass wir alle zu seinem Eigentum gezählt werden und zu der Zahl Derer, die gekommen sind aus großer Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und hell gemacht im Blut des Lammes; dass wir einst einstimmen dürfen in das ewige Hallelujah, in den nie endenden Lobgesang vor dem Thron unseres Gottes! Dazu wolle der HErr uns alle zubereiten! Wohl uns, wenn wir uns zubereiten lassen, dann sind wir selig! Darum müssen wir überwinden; denn wir wissen, dass nur die Überwinder vor Gottes Thron stehen!(Dorothea Trudel)


Nicht uns, HErr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre, um Deine Gnade und Wahrheit!
Es ist kein größerer, heimlicherer Abgott in der Welt, als eigene Ehre und eigene Liebe. Diesen Abgott tragen alle Menschen von Natur heimlich bei sich im Busen, und die dasselbe tun, die erkennen sich selbst nicht, vielweniger Gott den HErrn. Sie erkennen sich selbst nicht, indem sie ihre eigene Nichtigkeit, Eitelkeit, Elend und Unwürdigkeit nicht verstehen, dass ein Mensch mit alle seinem Vermögen nichts ist, ja weniger, als nichts. Gott erkennen sie nicht, indem sie nicht wissen, dass Gott alles ist, und demnach alle Ehre und Ruhm Gottes sei, und nicht des Menschen. Wer sich nun selbst Ehre gibt und zuschreibt, der begeht eine schreckliche Abgötterei; denn er ehrt sich selbst, da er Gott allein ehren sollte. Darum weil dieses eine so schreckliche Sünde und Gräuel vor Gott ist, spricht der Psalm zweimal: Nicht uns, HErr! nicht uns! das ist: bewahre ja unser Herz vor solchem Gräuel, dass wir nicht uns die Ehre geben, sondern Deinem Namen gib Ehre, nämlich in unseren Herzen, dass wir erkennen, Dir gebühre allein die Ehre, und zwar um Deine Gnade und Wahrheit; denn dadurch ist uns geholfen, und dieser Schatz ist in Christo JEsu. (Johann Arnd)

Predigten

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