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1. Petrus 1,6

1. Petrus 1,6

Andachten

Ihr seid jetzt eine kleine Zeit, wo es sein soll, traurig in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer bewährt wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbart wird Jesus Christus.
Es ist des Glaubens Eigenschaft, das ewige wahre Gut, das himmlische Erbe, zu ergreifen und festzuhalten gegen allen Widerstreit unsers natürlichen am Sichtbaren und Zeitlichen klebenden Menschen. Diese Glaubens-Eigenschaft bedarf der Bewährung, und in mancherlei Anfechtungen, welche verdunkeln, was im Himmel, und blendend hell machen, was in der Welt ist, soll der Glaube als rechter, echter Glaube erfunden werden. Abfallen soll in der Anfechtung von den Gläubigen, was noch von Welt an ihnen ist, bleiben und schöner hervorgehen, was sie haben an himmlischem Besitztum. Schon im alten Testament wird diese Glaubensprobe öfters mit dem Schmelzen und Prüfen des Goldes im Feuer verglichen. Die Schlacken fallen in der Schmelze vom Golde ab, und es erglänzt dann in reinem echten Glanze. Achtet man nun das vergängliche Gold der mühsamen Bewährung durchs Feuer wert, um an seiner Köstlichkeit sich zu ergötzen: wie viel köstlicher wird der im Feuer der Anfechtung bewährte Glaube erfunden werden, dessen Inhalt das unvergängliche Erbe, dessen Grund das ewig bleibende, selber erprobte und durchläuterte Wort Gottes ist! Augustin sagt: „Im Feuerofen verbrennt das Stroh, aber das Gold wird geläutert; jenes fällt in Asche, dieses wird von Schmutz rein“. Gott lasse uns nimmer als Stroh, sondern als Gold erfunden werden im Feuer der Trübsal, und mache uns zufrieden mit jeder Schmelze, worin seine Hand uns legt!

So soll denn ein Christ im Leiden gedenken: Gelobt sei Gott, mein himmlischer Schmelzer, dass er so viel Sorgfalt auf mich wendet! Ich soll ihm viel köstlicher erfunden werden, als das vergängliche Gold; ich bin sein Gold, er will an mir seine Lust sehen und so lange im Feuer mich läutern und klären, bis meine Seele sein Antlitz abspiegelt und mein Glaube ihm den himmlischen Klang gibt. Hat nicht David seine meisten Kleinod-Psalmen im Feuer der Trübsal gesungen? Ja, und das Lob Gottes, in welches seine tiefsten Klagen endlich ausgehen, das ist der helle goldene Klang seines bewährten Glaubens. Schon hier auf Erden fängt das Köstlich-erfunden werden des in der Anfechtung erprobten Glaubens an. Die köstlichsten Schätze der Kirche sind im Leiden gesammelt, der süßeste Wein ihrer Zeugnisse, der noch heute uns labt, ist von der Kelter erpresst, und ihre ganze Geschichte zeigt, dass die Würze ihres Gartens dann reichlich triefen, wenn Trübsalswinde denselben durchweht haben. Und welcher Christ möchte die Tage des Leidens missen, die er erlebt hat! Doch erst zu der letzten Zeit, erst wenn unser Glaube im Feuer auch der letzten Anfechtung probehaltig sich erwiesen, wird seine Köstlichkeit völlig ans Licht kommen. Während in den Augen der Welt der Glaube etwas Verachtetes und Unwertes ist, die Herrlichkeit, die ihm eignet, eine gar verborgene und das Leiden, worin er geübt wird, eine Schande: wird zur Zeit der Offenbarung Jesu Christi den bewährten Gläubigen öffentlich Lob, Ehre und Herrlichkeit widerfahren: Lob aus dem Munde des gerechten Richters, Ehre vor dem Angesichte Gottes des himmlischen Vaters, Herrlichkeit in Gemeinschaft mit Jesu Christo, dem nun offenbarten Herrn der Herrlichkeit. Auf diese Zeit der wichtigsten Belohnung, der Krönung mit Lob, Ehre und Herrlichkeit vertröstet auch Paulus die im Feuer der Trübsal geprüften Christen, denen er schreibt: Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe (Erquickung) mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbart werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft“. (2. Thessal. 1, 7.) (Wilhelm Friedrich Besser)

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nt/60/1._petrus_1_6.txt · Zuletzt geändert: von aj
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