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Jakobus 1,4

Jakobus 1,4

Andachten

Die Geduld aber soll fest bleiben bis ans Ende.
Die Geduld ist ein Hauptmerkmal christlichen, gesunden Lebens. Sehen wir doch auch im Leben unseres Heilandes von Anfang bis zu Ende Dulden, Tragen, Ausharren. Auch unser Leben verläuft nur unter fortwährender Übung in der Geduld. Ohne sie können wir nicht eingehen in Gottes Führung, nicht bleiben in Gottes Schule, nicht lernen, was unser Gott von uns verlangt. Wenn immer Alles nach unseren Wünschen ginge, so brauchten wir keine Geduld. Es kann aber nicht immer nach unserem Belieben gehen. Gottes Wege sind nicht unsere Wege und seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken. So oft wir eigene Gedanken und Wünsche in den Tod geben müssen, um eingehen zu können in Gottes Wege, auf denen eigenes Wesen sterben muss, brauchen wir Geduld. So oft Gott mit Diesem und Jenem uns warten lässt, ehe er hilft, so oft er uns etwas auflegt, um uns im Glauben zu üben, brauchen wir Geduld. Wir kommen keinen Tag aus ohne Geduld. Und der Apostel sagt uns: sie soll fest bleiben bis an das Ende; sie soll ihr Werk vollkommen haben. Wann wird sie ihr Werk vollkommen haben? Wenn wir Tag für Tag erkennen, dass unser ganzes, tägliches Leben mit seinen großen und kleinen Übungen eine Erziehungsschule unseres himmlischen Vaters für uns ist; wenn wir Alles von ihm annehmen, sein Joch auf uns nehmen, täglich ausharren, unseren Willen seinem Willen unterordnen, kurz, uns von ihm erziehen lassen bis ans Ende. Hörst du nun, dass du Geduld brauchst bis ans Ende, so lass dir nicht bange werden. Der Herr will dir damit nicht sagen, dass Er am Ende so hohe Geduldsforderungen an dich stellen werde, dass du darunter erliegen musst. Er will dir nur sagen: bleibe fest in der Geduldsstellung bis an dein Ende, damit nichts, was dir begegnet, dich unvorbereitet treffe. Daheim beim Herrn brauchst du dann keine Geduld mehr, weil es dort keine Lasten mehr gibt.

Deine Geduld, o Herr, ist unsere Seligkeit. Hilf mir, in Geduld Deine Wege zu gehen und so Deinen Namen zu verherrlichen, wie Du durch Geduld den Vater verherrlicht hast. Amen. (Elias Schrenk)


**Die Geduld aber soll fest bleiben bis ans Ende, auf dass ihr seid vollkommen und ganz, und keinen Mangel habt.

Die rechte Geduld ist die, welche fest bleibt bis ans Ende. Es gibt Menschen, die gar keine Geduld haben, Andere, die sich wohl eine Zeitlang zusammenhalten, aber dann platzt ihre Ungeduld auf einmal heraus, und die ganze Geduldübung ist verloren. Fest halten bis ans Ende, das ist die Hauptsache. Wie ist das möglich, besonders an Tagen, wo Alles sich vereinigt, um uns ungeduldig zu machen? Um in einer Tugend zu wachsen, dürfen wir uns nicht mit dieser einen begnügen; es kommt Alles auf die Generalstimmung an, in der wir leben. Der Herr selber muss uns erfüllen und durchdringen, dann wird er uns nicht nur geduldig, sondern auch sanftmütig, demütig, barmherzig, eifrig und zu Allem tüchtig machen; die Heiligung ist ein Wachstum des ganzen Menschen, sowie das Kind nicht gliedweise, sondern ganz zur Welt kommt. Man gebe nur Jesu das ganze Herz: das Halbieren ist Schuld, dass wir weder eine Tugend, noch alle Tugenden erlernen. In unserer Stelle heißt es eigentlich: Die Geduld soll ein vollkommenes Werk haben. Jakobus versteht unter Werk nicht etwas Vereinzeltes, sondern die Gesamtwirkung der Gnade Gottes, wenn sie den Grund des Herzens erfüllt. Das Üben in einzelnen Tugenden hilft nicht; eine ist so schwer oder so leicht wie die andere, je nach der Macht, die wir Christo über uns lassen. Übt er eine volle Lebensmacht über uns aus, können wir uns dazu verstehen, so werden wir auch vollkommen und ganz und bleiben dann in keinem Stück zurück. Unter Vollkommenheit versteht Jakobus die Reife des christlichen Lebens, die Alles ertragen, sich in Alles schicken und Alles leisten kann, was der Herr von uns verlangt. (Friedrich Lobstein)

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nt/59/jakobus_1_4.txt · Zuletzt geändert: von aj
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