2. Timotheus 2,5
Andachten
Und so jemand auch kämpft, so wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.
Schickt euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit! Will man sich aber in die Zeit schicken, so gilt es auch laufen in dem Kampf, der uns verordnet ist. Aber wehe uns, wenn wir vor Erreichung des Zieles ermatten und unser Glaubenslämpchen wie ein kurzes Strohfeuer aufleuchtet, um dann für immer zu verlöschen! „Bleibt in Meiner Liebe,“ bittet uns der treue Heiland. O Lasst uns dieser freundlichen Bitte folgen, damit Er, als der gerechte Richter, nicht dereinst auch zu uns sagen müsse: „Ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlassen!“ Beharrlichkeit gehört zum Sieg, denn nur wer überwindet, wird es alles ererben und wird aus Seiner Hand mit dem Holz des Lebensbrunnens im Paradies gespeist und von Ihm zu den lebendigen Wasserbrunnen geleitet werden. „Ringe recht, wenn Gottes Gnade Dich nun zieht und bekehrt, Dass Dein Geist sich ganz entlade Von der Last, die ihn beschwert,“ möge diese Mahnung von uns allen recht beherzigt werden, damit uns niemand unsere Krone nehme, sondern der HErr Christus sie uns behalte auf Seinen großen Tag! Denn, wenn wir auch kämpfen, so werden wir doch nicht gekrönt, wir kämpfen denn recht. Zu solchem Ausharren im Leidenskampf helfe Er uns, um Seines blutigen Leidens und Sterbens willen! „Eile, zähle Tag und Stunden, Bis Dein Heiland kommt und winkt Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt!“ Amen. (unbekannt)
Wir haben gestern 1)gesehen, dass das Geheimnis von Pauli Kraft, als Streiter Jesu Christi, in seiner ganzen Hingabe an den Herrn lag. Der Punkt, der seine Stärke war, ist heute der meisten Christen Schwäche. Wir alle sollen kämpfen für den Herrn und seine Sache; aber wie sehr fehlt es an persönlicher Entschiedenheit für den Herrn. Wenn Paulus sagte: wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, unser alter Mensch ist mit Christo gekreuzigt; die Welt ist mir gekreuzigt und ich der Welt, so redet man heute ganz anders. Vorne an steht heute der Kampf mit Fleisch und Blut und allerlei Verkettetsein mit der Welt und darum fehlt es an rechter Kampfbereitschaft. Wie kommt das? Unsere Schwäche liegt eben in der ganzen Geistesarmut unserer Zeit. Die Kinder, die geboren werden, sind schwach und so fehlt es gar zu oft an völliger Entschiedenheit, an gründlicher Loslösung von der Sünde und der Welt. Man hat gar viel mit sich selber zu tun; die Festung ist nicht ganz gesäubert von Verrätern und so fühlt man nicht den rechten Mut zu kräftigen Ausfällen in des Feindes Land hinein. Da gilt es zu schreien: Herr schaffe durch Deinen Geist Streiter, die dastehen in Deiner Kraft und bei uns selber soll es heißen: ich will mich nicht mit Fleisch und Blut besprechen. Sollen wir „recht kämpfen“, vorschriftsmäßig, so muss vor Allem unsere Person völlig vom Feind losgelöst sein; ohne das geht es nicht. Ist das der Fall, und wir stehen in Gottes Waffenrüstung da, vor Allem mit dem Schild des Glaubens, so ist eine weitere Bedingung zum Sieg, zielbewusst zu kämpfen und uns zu hüten vor aller Zersplitterung. Wir hätten mehr tüchtige Kämpfer, wenn manche Leute ihre Kräfte weniger zersplitterten. Letzteres ist eine Hauptschwäche unserer Zeit. Wir müssen klar sein darüber, für was wir kämpfen, sonst erlangen wir keine Krone.
Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch Dein Regiment auch in unseren Herzen, und mache Dir Alles untertänig, und stelle Alles in Deinen Dienst. Amen. (Elias Schrenk)
Das christliche Leben heißt ein Kampf, weil es ein Zusammenstoßen zweier Mächte ist. Das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselben sind wider einander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt. Aber dieser Kampf heißt ein guter Kampf, weil die edlen Lebenskräfte dadurch geweckt und geübt werden, und weil die Sache, wofür gekämpft wird, das ewige Leben ist. Aber kämpfen reicht nicht hin, es, gilt recht zu kämpfen, um zur Krone zu gelangen. Recht kämpfen heißt gegen alle Feinde kämpfen, nicht nur gegen den einen oder den andern; eine fleischliche Nachgiebigkeit gegen eine einzige Sünde reicht hin, um uns ganz zu unterjochen. Recht kämpfen heißt ferner nicht mit fleischlichen Waffen kämpfen, nicht auf sich selbst beschränkt sein, mit bloßen Entschlüssen oder in eigner Kraft zu Felde ziehen. Es gehören zu der Ritterschaft des christlichen Kämpfers Waffen, die von oben kommen, und die Gott selber für mächtig genug hält zu zerstören die Befestigungen. Innere Lauterkeit, Einwirkungen des Wortes Gottes, brünstiger Gebetsgeist, Anschließen des Glaubens an Christum, das ist der Waffenschmuck, der zum Sieg verhilft. Recht kämpfen heißt endlich auch nicht zu spät kämpfen, nicht warten, bis es in uns lodert und brennt, sondern die ersten Regungen ertöten, der bösen Lust auf den Kopf treten; das Auge ausreißen, wenn es uns ärgert, eben so Hand und Fuß abhauen, wenn sie zum Fall gereichen. Wir können uns das Leben leicht oder schwer machen, je nach der Art, wie wir kämpfen; lassen wir Christum unsern Heerführer sein, in ihm überwinden wir weit, als in dem, der uns geliebt hat. (Friedrich Lobstein)
Und so jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.
Es ist ein heißer Kampf, den der Christ ausfechten muss; kein Kampf, den ein Teppichritter, einer, der nicht wegen der Tapferkeit auf dem Schlachtfeld, sondern durch Hofgunst den Ritterschlag erhalten hat, gewinnen kann, der eines schönen Morgens hinausreitet, sich das feindliche Heer besieht, dann sein Schlachtross wendet und vor seinem Prunkzelt absteigt, um der Ruhe zu pflegen; es ist auch kein Feldzug, den ein unerfahrener Rekrut gewinnt, der meint, nach einer Woche des Dienstes winke ihm schon der Lorbeer. Es ist ein Krieg, der das ganze Leben währt; ein Ringen, in dem wir unsre ganze Kraft einsetzen müssen; ein Kampf, vor dem der Tapferste beben könnte, wenn er nicht wüsste, dass der Herr auf seiner Seite ist. Es ist nicht ein Kampf gegen äußere Gewalt oder körperliche Kraft - da wäre der Sieg nicht so schwer; es ist der viel gefährlichere Krieg im Innern: ein Ringen des Geistes, ein Kampf des Herzens, ja oft ein Todeskampf der Seele. Wundert ihr euch, dass der Christ kämpfen muss? Gott gibt keinen starken Glauben ohne feurige Proben; wenn er ein starkes Schiff baut, so muss es einen gewaltigen Sturm bestehen, und wenn er dich zu einem Kriegshelden macht, so erwartet er, dass du dich im Kampfe bewährst. Schwinge das Schwert des Herrn gegen die Rüstung des Bösen; es ist von echtem Zionsmetall und zerspringt niemals. Wir siegen, wenn wir den Kampf richtig beginnen und unsre Schwerter am Kreuz schärfen. Wir sind vielleicht manchmal matt und mutlos, aber am Ende schlagen wir gewiss alle unsre Feinde in die Flucht. (Charles Haddon Spurgeon)
Und so Jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.
Augustin sagt: „Auf dem rechten Wege forthinken, bringt weiter, als außer demselben rennen“ und dies drückt Pauli Sinn mit andern Worten aus. Es kann Jemand gegen Böses kämpfen; er kann dieses mit großen Anstrengungen tun; ja, er kann sogar Großes auszurichten scheinen, und doch alles umsonst sein, weil es nicht den Regeln des geistlichen Kampfes gemäß geschieht. - 1 Kor. 9, 26. nennt der Apostel dies: „Streiche in die Luft tun, wodurch man Niemand verwundet.“ Was gedenkt man im Natürlichen auszurichten, wenn man die unrechten Waffen gebraucht, und z. B. Bienen mit Schwertern überwinden wollte, da es nur durch Rauch geschieht; oder wenn man die Waffen nicht recht brauchte, und seinen Feind mit dem Griff, statt mit der Klinge des Degens zu verletzen gedachte? Es ist gewiss, dass man in dem geistlichen Streit gar nicht selten so verkehrt verfährt, und also selbst dann im Grunde nichts ausrichtet, wenn man viel zu gewinnen schiene, oder es auch bald selbst gewahr wird, dass man den Feind nicht wirklich trifft. Und sollten die häufigen Klagen: man richte durch sein Kämpfen wenig aus, und komme nicht weiter, - nicht lauter Beweise sein, dass man nicht regelmäßig kämpft? Wer's nicht tut, bekommt die Krone nicht, wie ihm sein eigen Gemüt schon sagen wird. Der Feind wird ihn immer aufs Neue herausfordern und höhnen. Er wird merken: es sei irgendein Bann in ihm, bestehe er auch worin er wolle, und darum könne er nicht stehen gegen seinen Feind. Und dieser Bann ist so verborgen, dass der Mensch selbst ihn nicht bemerkt, bis der Heilige Geist ihm denselben aufdeckt, und ihm zugleich zeigt, wo es ihm eigentlich fehle, welches eine große Barmherzigkeit ist, indem damit auch zugleich die Unterweisung verbunden ist, wie er es nun eigentlich anzugreifen habe, um einen Sieg nach dem andern zu erhalten, und von Kraft zu Kraft fortzugehen. (Gottfried Daniel Krummacher)