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Epheser 2,14

Epheser 2,14

Andachten

Jesus ist unser Friede.
Das ist ganz gewiss. Wer auf Gefühle baut, versinkt immer wieder. Wer den Frieden in schönen Systemen und Glaubensformen sucht, geht irre. Wer in Rechtschaffenheit und Tugend Frieden begehrt, muss es mit Schmerzen erfahren, dass alle unsere Gerechtigkeit vor Gott nichts gilt. Auch dürfen wir nicht mit Gesängen und Gebeten den Frieden selber machen wollen. Erwärmung der Seele ist noch nicht Frieden. Berufene bleiben unglücklich, solange sie ihren Fuß auf irgend etwas außer dem Boden der Gnade setzen wollen. Jesus allein ist unser Friede. Es handelt sich nicht um Segnungen Gottes, sondern allein um Jesus und sein Verdienst. Lebensströme gehen fort und fort von Ihm aus. Bist du nun in Ihm, so hast du stets Überfluss. Reich ist, wer in Christo ist; arm bleibt, wer nur Segnungen sucht. Willst du bleibenden Frieden haben für deine Seele, so setze deine Hoffnung stets ganz auf die Gnade und bleibe bei Ihm, dem Gott des Friedens. Viele müssen sich leider durch eingepflanzte Meinungen, Menschensatzungen und durch Irrtümer mühevoll hindurchringen, bis sie endlich einfältig werden und ausrufen: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält, wo anders als in Jesu Wunden. ..“ Welch schwere Umwege könnten wir uns doch ersparen, wenn wir dies erkennten! Jeder, der diese herrliche Erfahrung hat machen dürfen, ist verpflichtet, denen zu helfen, die noch im Finstern sitzen. Wer den Herrn hat, der hat alles. Wie sollte uns Gott mit Ihm nicht alles schenken? Wer Jesus nicht im Herzen wohnend hat, der schwebt immer wieder im Ungewissen und wird gar leicht durch allerlei Wind der Lehre hin und her getrieben. Präge es dir unauslöschlich ein, dass nur Jesus dein Friede ist. (Markus Hauser)


“er hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war“
Dort ist unter dem Zaun alles das verstanden von Gesetz, Anschauung und Sitte, wodurch Israel sich von der Heidenwelt getrennt wusste. Wir können sagen, Jesus bricht die Zäune zwischen Herzen und Nationen, die Zäune, die aus Selbstsucht und Sünde zusammengeflochten sind, heute, überall da und insoweit ab, als man seinen Gedanken nachgibt. Erst durch ihn lernt die Menschheit sich als eine große Bruderfamilie ansehen, die innerlich zusammenhängt. Aber hinter seinem Rücken befleißigen sich kleine böse Geister doch damit, ein Stückchen Zaun wieder zu flicken und aufzurichten. Dann kommt mal wieder ein starker Vorstoß des Reiches Gottes und zerbricht auf weite Strecken hin all das Flickwerk der Menschenzäune. - Willst du ein gutes Gewissen gegen Jesus und die Brüder haben, dann halte deine Zunge im Zaum, dass sie nicht mit bösem Reden Zaunstecken schnitzt und einschlägt zwischen Herz und Herz. Die Zäune der Selbstsucht gehen mitten durch die Häuser und Vereine und Gemeinschaften. Wer Jesu ähnlich sein will, muss abbrechen, was dazwischen sich aufrichtet. Aber schließlich muss er nochmals bei seinem Kommen in Herrlichkeit die letzten Zäune für immer wegfegen, damit dann ein Hirt und eine Herde sei.

Herr Jesu, mache uns dir ähnlich. Wir möchten deine Arbeit fortsetzen und anstatt Hass und Hader, Liebe und Frieden säen. Hilf uns so sehen und urteilen wie du, und dann so handeln wie du. Um deines Reiches willen. Amen. (Samuel Keller)


Christus Jesus ist unser Friede.
Zur Zeit des alten Testaments war das Ceremonialgesetz ein Zaun, welcher Juden und Heiden so von einander trennte, dass jene mit diesen wegen des Verbotes vieler Speisen nicht essen, und wegen des Sabbaths ihnen nicht leicht dienen konnten. Es waltete aber auch zwischen beiden eine Feindschaft, nach welcher die Juden von den Heiden wegen ihres besonderen Gottesdienstes gehasst, die Heiden aber von den Juden als unreine und unwissende Götzendiener verabscheut wurden, so war es schwer, sie zu einer Vereinigung zu bringen. Die Gläubigen aus den Juden verlangten, diejenigen von den Heiden, welche gläubig worden waren, sollten sich beschneiden lassen und das ganze Ceremonialgesetz halten, folglich bei dem Glauben an Jesum jüdische Proselyten werden, damit sie mit ihnen brüderlich umgehen könnten, Ap. Gesch. 15,1. Allein Petrus sagte V. 10.11.: was versucht ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsere Väter noch wir haben mögen tragen? Sondern wir glauben, durch die Gnade des Herrn Jesu Christi selig zu werden, gleicher Weise, wie auch sie, nämlich die Jünger aus den Heiden. Doch wurde damals wegen des Eckels der jüdischen Brüder so weit nachgegeben, dass den heidnischen neben der Hurerei, welche sie im Heidentum nie für Sünde gehalten hatten, das Essen vom Götzenopfer, vom Blut und vom Erstickten untersagt wurde, V. 29. Übrigens hat Paulus hernach auf eine völlige Gleichheit und Vereinigung der gläubigen Juden und Heiden gedrungen, und insonderheit Eph. 2,14. behauptet, der Zaun zwischen ihnen sei zerbrochen und es sei der Wille Gottes, dass aus beiden Ein Mensch, Ein Bau und Eine Bürgerschaft im Reich Gottes werde. Der Grund dieser Einheit war nach der Lehre Pauli Christus Jesus. Er ist unser Friede, sagte er, und hat aus Beiden Eins gemacht. In Christo Jesu findet der Israelit durch den Glauben Gnade, Friede mit Gott, und die Hoffnung des ewigen Lebens: und der Heide findet dieses Alles auch in Christo Jesu durch den Glauben. Durch Ihn haben alle beide Zugang in Einem Geiste zum Vater, V. 8.

Auch zu unserer Zeit sind gläubige Christen nicht nur durch die leibliche Abstammung und durch den äußerlichen Stand, sondern auch durch Meinungen und gottesdienstliche Gebräuche, welche nicht zum Wesen des Christentums gehören, von einander unterschieden: der Unterschied aber soll keine Trennung der Herzen machen. Christus Jesus ist unser Friede. Er ist das Haupt, der Herr, der Erlöser, der Fürsprecher und die Quelle des Lichts und Lebens für Alle. Freilich sollen diejenigen, die bei einander wohnen und zu Einer Gemeinde gehören, auch einerlei Rede führen und fest an einander halten in Einem Sinn, und in einerlei Meinung, wie Paulus den Korinthern 1 Kor. 1,10. befiehlt, weil sonst schädliche und beschwerliche Spaltungen auch über Nebensachen entstehen; doch muss auch zwischen solchen Christen, und zwischen allen übrigen, die einander ganz unbekannt sind, Christus Jesus der Friede sein. Wer sich nicht an Ihn als das Haupt hält, wer Seiner nicht durch den Glauben teilhaftig worden ist oder teilhaftig bleibt, ist kein Bruder, keine Schwester, kein Glied an Seinem Leibe. Er allein hält alle Glieder Seines Leibs durch Seinen Geist zusammen, gleichwie sie auch durch Ihn Friede mit Gott haben. (Magnus Friedrich Roos)

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nt/49/epheser_2_14.txt · Zuletzt geändert: von aj
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