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Galater 6,9

Galater 6,9

Andachten

“Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden!“
Das Gutestun schließt alles in sich, wodurch wir unserm Nächsten nach Seele und Leib wohlzutun und zu dienen suchen. Diese Gesinnung pflanzt der Geist Gottes durch das Ausgießen der Liebe Christi ins Herz, in unsere von Natur so kalten und selbstsüchtigen Herzen; denn nur der Glaube ist der rechte, der durch die Liebe tätig ist. Es ist die Natur eines wiedergeborenen Menschen, diese Liebe zu üben, und wo er aus diesem Element herauskommt, da fühlt er sich unglücklich und unbefriedigt. Aber dies „Gutestun“, dies „Liebeüben“, geht hienieden durch Kampf, und deswegen fügt der Apostel die Worte hinzu: „Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden.“ Was kann denn in der Liebesarbeit müde machen? Nun, zunächst der Kampf mit unserer trägen, selbstsüchtigen Natur. Wie sucht sie doch fortwährend einen lähmenden Einfluss auf unsere Liebesarbeit auszuüben, und wie manchmal lassen wir uns durch die Vorwände, die sie uns in den Weg wirft, abhalten! Das eine Mal flüstert sie uns zu, es sei nicht die rechte Zeit, um dies oder das zu tun, das andere Mal sucht sie uns das Erfolglose unserer Arbeit glaubhaft zu machen, und mit ihr vereint macht Satan seine Anstrengungen, um uns von dem Gutestun abzuhalten. Und dann finden wir in der Welt gerade für die wichtigsten Wohltaten Undank und oft Feindschaft und Hass. So dankbar mancher für äußere Wohltaten ist, so gleichgültig und unwillig weist er die Wohltaten zurück, die allein seiner Seele Frieden und Leben bringen können. Da wird das Ermüden eine bestimmte Versuchung, und wenn die Kinder Gottes nicht immer zu der Liebesquelle, die in dem gekreuzigten und auferstandenen Heiland für sie eröffnet ist, ihre Zuflucht nehmen könnten, da würden sie bald im Gutestun ermatten. Aber, gottlob, in seinem Kreuz und in der Frucht desselben liegt das Mittel für den Glauben, nicht müde zu werden und auch durch Schmach und Feindschaft sich nicht irre machen zu lassen. Ja, deswegen aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der jetzt als treuer Hoherpriester zur Rechten Gottes sitzt und seine schwachen Kinder stärkt und aufrichtet. (Heinrich Neviandt)


Lasst uns aber Gutes tun, und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören.
Paulus hatte in dem Brief an die Galater sehr ernstlich und ausführlich behauptet, dass der Sünder allein durch den Glauben die Gerechtigkeit, den Geist, das Leben, den Segen, und den freien Zustand der Kindschaft Gottes erlange. Viele Leute nun sind so gearbeitet, dass sie die Lehre vom Glauben nur obenhin hören, da sie ihnen dann leicht und seicht zu sein deucht. Wenn man aber nur dasjenige erwägt, was man nach dem Zeugnis Pauli durch den Glauben erlangt, so kann man alsbald erkennen, dass der Glaube etwas sehr Wichtiges und Edles, ja dass er nicht Jedermanns Ding sei. Überdies war Paulus gewohnt, ohne sich zu widersprechen, wenn er vom Glauben gehandelt hatte, alsbald Ermahnungen zu einem heiligen Wandel hinzuzutun, welche vergeblich gewesen wären, wenn er nicht gewusst hätte, dass der Sünder durch den Glauben verändert und tüchtig gemacht werde, diesen Ermahnungen zu folgen. Nach dieser Weise schrieb er an die Galater: lasst uns Gutes tun, und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Ein Gläubiger soll also durch die Geisteskraft, die er empfangen hat, Gutes tun, und wenn ihm sein Dienst lang zu währen scheint, und dem Guten, das er tun will, viele Hindernisse entgegen stehen, nicht müde oder verdrossen werden, und auch die Geisteskraft zum Gutes tun nicht verlieren. Das Aufschauen auf Jesum und die Hoffnung der ewigen Ernste gibt von Zeit zu Zeit neuen Mut, und die Geisteskraft, die er von dem HErrn empfängt, ist an sich selbst etwas Unvergängliches und derjenigen Abnahme der Kräfte, welche sonst das Alter mit sich bringt, nicht unterworfen. Man lasse also immer seine Lenden umgürtet und sein Licht brennend sein. Man sei fleißig im Dienst des HErrn, es sei nun, dass man in dieser Welt Ehre oder Schande, Vorteile oder Verlust davon habe. Dieses Alles ist gering, wandelbar und vergänglich: Eines aber ist gewiss, wichtig und ewig, nämlich dieses, dass derjenige, der hier bis an sein Ende Gutes getan hat, ohne Aufhören ernten werde. Gutes tun ist die Saat: was ist aber die Ernte? Die Empfahung des ewigen Lebens nach seiner Vollkommenheit, V. 8. Ps. 126,5. wird angedeutet, dass ein Knecht Gottes nicht ohne Tränen säe, aber dagegen mit Freuden ernten werde. 2 Kor. 9,6. wird der Ernte so gedacht, dass sie den Gnadenlohn bedeutet, dessen Maß nach dem Maß des Guten, das man getan hat, eingerichtet sein wird. Das Säen währt eine kurze Zeit: aber die Ernte hört nimmer auf. Ach wenn die öffentliche fröhliche Ernste am jüngsten Tag angehen wird, so wird Jedermann Gutes ernten wollen; aber Paulus ruft den sterblichen Menschen V. 7. zu: irret euch nicht, Gott lässt Seiner nicht spotten. Was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, wer Alles nur zur Vergnügung seiner natürlichen Lüste tut, wird von dem Fleisch das Verderben ernten: wer aber auf den Geist säet, und seine geistlichen Kräfte durch Gutes tun anwendet, und vermehrt, wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Der HErr vergebe uns unser böses Tun, und mache uns tüchtig zu allem guten Werk, und schaffe in uns, was vor Ihm gefällig ist. (Magnus Friedrich Roos)


“Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden.“
Nicht müde werden! Das ist eine der wichtigsten Ermahnungen an lebendige Christen, und wo sie wirklich befolgt wird, zeigt sich ein Geheimnis, für das die Welt keine Erklärung hat. Es liegt schon an unserm Verflochtensein in die Bande leiblicher Beziehungen, dass wir müde werden; die Zeit bringt ein natürliches Müdewerden wie eine Erkältung von außen an uns heran, und Misserfolg, Undank und Enttäuschung tun ein übriges. Da muss man hinter das Geheimnisvolle kommen. Bei vielen körperlichen Geschicklichkeiten und anstrengenden Arbeiten pflegen solche, die Meister darin geworden sind, einen „Trick“, einen Vorteil herausgefunden zu haben, wodurch ihnen die Arbeit leicht wird, bei der andere Uneingeweihte bald ermüden. Bei unserem Gutestun ist das Geheimnis: es muss uns Freude machen; wir müssen es aus Liebe zu Jesus tun, so dass wir über jede neue Gelegenheit, die wir ausnützen dürfen, uns heimlich freuen, wie einer, der eine große Beute kriegt. Man muss uns mit einer Sache, darin wir nach Jesu Willen andern Menschen etwas Gutes und Liebes antun können, eine freudige Überraschung, ein Geschenk machen. Sehen wir die Mühe so an, dann werden wir nicht müde, Gutes zu tun.

Herr Jesus, ziehe uns in die Ähnlichkeit mit deinem Liebestun hinein, dass wir uns freuen, wo wir etwas dienen, tragen, leisten dürfen. Segne alle ähnliche Liebesarbeit deiner Kinder, dass du dadurch geehrt werdest. Amen. (Samuel Keller)


Lasst uns aber Gutes tun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören.
Nicht müde werden! Das soll unsre Losung sein. Aber wie leicht werden wir müde und matt in unsrer Liebe zu Gott, unserm Eifer für seine Ehre. Unser Leben ist eine Wallfahrt zur himmlischen Heimat. Aber nehmen wir an jedem neuen Morgen mit neuer Lust und Kraft den Lauf zum himmlischen Ziele auf? Auf, Pilger, lasst uns eilen, der Abend kommt heran!? Und unser Leben ist ein Kampf mit Welt und Sünde. Aber wie oft weichen wir vor dem Feinde zurück! Wie kraftlos sind unsre Vorsätze; wie leicht geben wir den Kampf auf, weil es uns an dem Vertrauen und der Treue fehlt, und an der Siegeszuversicht, die der Christ haben soll in seinem Herrn und Meister. Und unser Leben hat auch sein Kreuz und Leid. Aber wie schnell ermattet in den Tagen der Prüfung, dann wenn sie andauert, unsre Geduld und die Freudigkeit, die wir aus Gottes Liebe schöpfen, und die Hoffnung, die durch alle Trübsal hindurchschaut in die ewige Herrlichkeit. - Lasst uns nicht müde werden! Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden! Wie manchen Anfang machen wir im Guten, aber dann lassen wir ab. Wie manches gute Werk fassen wir mit freudigem Eifer an, aber die erste Liebe erlischt. Was ist aber die Kraft, die uns vor dem Müdewerden schützt? Es ist die Gnade Gottes, die unsern inneren Menschen alle Tage verjüngt und erneuert. Christus in uns, das ist die Quelle unvergänglicher Jugend, unversieglicher Kraft. (Adolf Clemen)

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nt/48/galater_6_9.txt · Zuletzt geändert: von aj
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