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Johannes 14,13

Johannes 14,13

Andachten

Was ihr den Vater bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun.
Mit dem hohen und erhabenen Gott als bittend, lobend und dankend reden dürfen, ist eine große Gnade und Ehre für die Menschen. Sich bei diesem Bitten Gott als einen Vater gläubig vorstellen, folglich mit einem kindlichen Geist bitten, ist noch mehr. Und im Namen Jesu Christi bitten, heißt vollends bitten, wie es dem Inhalt des Neuen Testaments gemäß ist. Zur Zeit des Alten Testaments riefen gläubige Israeliten den Jehovah an, und hatten neben dem allgemeinen Vertrauen, das man zu Seiner wesentlichen Gütigkeit hegen darf, auch diesen besonderen Grund ihrer Zuversicht, dass Jehovah ihr Gott war, und einen Bund, worein viele Verheißungen eingeflochten waren, mit ihren Vätern gemacht hatte. Hernach redete Jesus in den Tagen Seines Fleisches viel von Gott als Seinem Vater, und als dem Vater der Gläubigen, und sagte Joh. 17,6. zu diesem Seinem Vater: Er habe Seinen Namen den Menschen kund getan, die Er ihm von der Welt gegeben habe. Er sagte auch Seinen Jüngern eine Gebetsformel vor, bei deren Anfang sie sogleich zu Gott sagen sollten: unser Vater, der Du bist im Himmel. Man darf auch nicht zweifeln, dass die Jünger und Jüngerinnen Jesu damals auch in ihren andern Gebeten den Vatersnamen gegen Gott werden gebraucht haben. Ungeachtet sie nun hierdurch in ihrem Glauben ein wenig weiter fortgerückt waren, als die Gläubigen unter dem Alten Testament: so waren sie doch nicht in die ganze Klarheit des Neuen Testaments hineingedrungen: denn der Heiland konnte noch Joh. 16,24. zu ihnen sagen: bisher habt ihr nichts gebeten in Meinem Namen. Dieses war also ein neuer Aufschluss, eine neue Stufe, zu welcher der Heiland ihnen verhalf, dass sie den Vater in Seinem Namen bitten sollten. Sie sollten nämlich erkennen, dass nur Sein Verdienst sie und ihr Gebet dem Vater angenehm mache, dass sie nur durch Ihn zum Vater einen Zugang im Geist haben, dass sie Ihn nur um Seinetwillen ihren Vater nennen dürfen, dass die Kindschaft Gottes nur von Ihm als dem eingeborenen Sohn Gottes durch den Glauben auf sie fließe usw. Kurz zu sagen, sie sollten sich bei ihrem Bitten auf Ihn, als ihren Erlöser, verlassen und berufen.

Das Bitten im Namen Jesu erfordert also eine von dem Heiligen Geist gewirkte Erkenntnis Jesu Christi, als des Erlösers und Fürsprechers der Menschen, diese setzt aber eine gründliche Überzeugung von der eigenen Verderbnis, Sündenschuld und Unwürdigkeit voraus. Da nun die aufgedeckte Verderbnis und Sündenschuld von dem heiligen Gott und Vater zurückschrecken könnte, so neigt hingegen der Name Jesu das Herz des Betenden zu ihm hin, und verschafft dem Sünder die Gewährung seiner Bitte. Der HErr Jesus will tun, was man den Vater in Seinem Namen bittet. Man bittet aber den Vater um eine Gnade, und um die tätige Erweisung derselben: der HErr Jesus will aber tun, was man den Vater bittet, folglich ist Seine Gnade eine göttliche Gnade, und Seine Werke sind göttliche Werke. Der Vater will aber Alles auch geben und tun durch den Heiligen Geist; denn Er und der Sohn sind Eins. (Magnus Friedrich Roos)


Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater geehrt werde in dem Sohne.
Nicht jeder Gläubige hat gelernt, in Jesu Namen zu beten. Bitten, nicht nur um seinetwillen, sondern in seinem Namen, wie von Ihm dazu ermächtigt, das ist ein Gebet höherer Ordnung. Wir würden nicht wagen, um gewisse Dinge in diesem heiligen Namen zu bitten, denn das würde eine elende Entweihung sein; aber wenn die Bitte so klar eine rechte ist, dass wir wagen können, den Namen Jesu hinzuzufügen, dann muss sie gewährt werden.

Das Gebet wird um so gewisser Erfolg haben, weil der Vater dadurch in dem Sohne geehrt wird. Es verherrlicht seine Wahrheit, seine Treue, seine Macht, seine Gnade. Die Erhörung des in Jesu Namen dargebrachten Gebetes enthält des Vaters Liebe zu Ihm und die Ehre, die Er Ihm gegeben hat. Die Ehre Jesu und des Vaters sind so miteinander verbunden, dass die Gnade, welche die eine erhöht, auch die andre erhöht. Der Strom erlangt durch die Fülle der Quelle Ruhm und die Quelle wird geehrt durch den Strom, der aus ihr fließt. Wenn die Erhörung unsrer Gebete unsrem Herrn Unehre brächte, so würden wir nicht beten; aber da Er hierdurch geehrt wird, so wollen wir ohne Unterlass beten in jenem teuren Namen, an dem Gott und sein Volk gemeinsam ihre Freude haben. (Charles Haddon Spurgeon)


Gedenkt an das Wort des Herrn Jesu, das Er gesagt hat: Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun; auf dass der Vater geehrt werde in dem Sohne.
Teurer Jesu! du bist es, der den Deinen die Pforten des Gebets eröffnet. Ohne dich wären sie auf ewig geschlossen geblieben. Es war dein hohepriesterliches Versöhnungswerk auf Erden, welche sie zuerst öffnete; es ist dein Mittleramt im Himmel, das sie noch offen erhält. Wie unbegrenzt ist das Versprechen: „Was ihr bitten werdet!“ Es ist das Unterpfand alles dessen, was der arme Sünder bedarf. Alles, was ein allmächtiger Erlöser geben kann! Als der große Haushalter über die Geheimnisse Seiner Gnade, spricht Er zu einem jeden Seiner getreuen Knechte: „Nimm deine Anweisung und schreibe unter diese meine Unterschrift, was du willst;“ und wenn die leere Stelle ausgefüllt ist, überschreibt Er noch jede Bitte mit den Worten: „Ich will es tun!“

Er ermuntert uns weiter „in Seinem Namen“ zu bitten. spricht hiervon als von dem Schlüssel zum Herzen Gottes. Sowie David den hilflosen Krüppel vom Hause Sauls um Jonathans willen liebte, so will der Vater, kraft unserer Bundesverwandtschaft mit dem wahren Jonathan (wörtlich: „die Gabe Gottes“) es sich angenehm sein lassen, uns überschwänglich zu tun, „über Alles, das wir bitten oder verstehen.“

Leser, kennst du die Seligkeit, jede Not und jede Sorge, jeden Kummer und jedes Leid, dem Ohre des Heilandes anzuvertrauen? Er heißt „Rat“. Mit überaus zärtlicher Teilnahme kann er in die verborgensten Tiefen deines Schmerzes eingehen.

Die Not mag groß sein, aber „Er hält dich unter den Armen ewiglich“. Denke dir Ihn jetzt, den großen Bundesengel, das Räucherfass mit vielem Weihrauch gefüllt, in welchem deine schwächsten Gebete, deine gedrücktesten Seufzer ihren Platz finden, die duftende Wolke mit Wohlgefallen vor des Vaters Thron aufsteigend. Die Antwort mag verziehen; deine Bitten mögen lange unerhört um den Gnadenstuhl zu schweben scheinen. Der gnädige Gott findet es oft für gut, auf diese Weise den Glauben und die Geduld seines Volkes zu prüfen. Er hört gern den Wohlklang deines inbrünstigen Flehens, Er sieht gern, dass du durch Schwierigkeiten nicht abgeschreckt, durch scheinbare Vergessenheit und Vernachlässigung nicht entmutigt wirst. Aber zuletzt wird er doch kommen, die zurückgehaltene Quelle Seiner Liebe und Barmherzigkeit wird endlich hervorbrechen, die besänftigenden Töne werden zu Seiner Zeit sich hören lassen: „Dir geschehe nach deinem Wort!“

Kämpfer Christi! Neben deiner übrigen Rüstung vergiss nicht das „Bitten und Flehen im Geiste.“ Dieses ist es, welches den Harnisch Gottes hell und glänzend erhält. So lange du dich noch draußen in der dunklen Erdennacht, im feindlichen Lager befindest, so entzünde dein Wachtfeuer am Räucheraltar.

Du musst wie Moses auf dem Berge flehen, wenn du wie Josua im täglichen Kampfe der Welt überwinden willst! Vertraue deine Sache deinem Erlöser. Du kannst ihn mit deiner Zudringlichkeit nicht ermüden. Es ist seine Wonne, dich zu erhören. Vater wird durch Geben geehrt. Der unvergessliche Ausspruch in Bethanien bleibt unverändert und unwiderruflich.

Sein „Ich weiß, dass du Mich allezeit hörst.“ Er ist noch der, „der mit Gott kämpft und obliegt.“ - Noch ist Er der Verheißer und Vermittler, noch lebt Er und liebt!

Ich harre des Herrn, meine Seele harrt, und ich hoffe auf Sein Wort. (John Ross MacDuff)

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