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Johannes 12,9

Johannes 12,9

Andachten

Da erfuhr viel Volks, dass Jesus daselbst war, und kamen.
Der HErr Jesus war sehr leutselig und entzog Sich den Menschen nicht. Zu Nazareth wohnte und wandelte Er unter Seinen Anverwandten und unter den übrigen Einwohnern dieser Stadt; hernach aber hatte Er ein Heimwesen zu Kapernaum, zog aber meistens in den verschiedenen Gegenden des jüdischen Landes umher, und hatte überall viele Leute um sich. Nur einige Male suchte Er die Einsamkeit, um lange zu beten, und zugleich ausruhen zu können; sonst war Er immer unter den Menschen, und ließ Sich von ihnen sehen und hören, aß mit ihnen, und half ihnen durch Seine Wunderkraft. Hierin unterschied er sich von dem Täufer Johannes, welcher den größten Teil seines Lebens als ein Einsiedler in der Wüste zubrachte, und auch hernach noch eine einsiedlerische Ernsthaftigkeit und Strenge an sich hatte. Als es nahe dabei war, dass Jesus Seinen Lauf vollenden sollte, wurde Er zu Bethanien im Hause Simonis des gewesenen Aussätzigen, den vermutlich Jesus geheilt hatte und der Ihn deswegen zu Gast lud, von Maria, der Schwester des Lazarus, aus einem göttlichen Antrieb mit Nardenwasser gesalbt. Weil nun das Haus vom Geruch der Salben voll wurde, und ohne Zweifel die Vorübergehenden die Salbe rochen, so entstund eine Nachfrage, und da man hörte, dass Jesus in diesem Haus gesalbt worden sei, so sagte es Einer dem Anderen, und nun liefen viele Leute in dieses Haus, um Jesum und den Lazarus, den Er kurz vorher vom Tod erweckt hatte, zu sehen. Jesus litt diesen Zulauf, weil Er’s den Leuten gönnte, dass sie noch vor Seinem Hingang aus der Welt einen heilsamen Eindruck von Seinen Worten, von Seinen Werken und von Seiner Gestalt bekämen, ob Er wohl wusste, dass die Hohenpriester und Pharisäer scheel dazu sehen, und diesen Zulauf zum Grund des über ihn beschlossenen Bluturteils machen, s. Joh. 11,47-50.

Auch jetzt sollte noch Jedermann zu Jesu kommen. Er ist auserkoren oder als eine Fahne aufgesteckt unter viel Tausenden, Hohel. 5,10. Gleichwie sich die Soldaten zu ihrer Fahne versammeln müssen, so sollten sich alle Menschen zu Jesu versammeln. Alle Verbindungen und Verbrüderungen, wodurch sich hohe und niedere, gelehrte und ungelehrte Leute in gewisse Gesellschaften zusammen tun, sind eitel, und wenigstens zur Erlangung der Seelenruhe und Seligkeit unkräftig, wenn nicht Jesus dabei als die Fahne aufgesteckt ist. Außer Ihm ist kein Heil. Sein Name ist allein den Menschen dazu gegeben, dass sie dadurch selig werden. Es sollte auch Sein Name Jedermann anziehen und locken, denn er ist wie eine ausgeschüttete wohlriechende Salbe, Hohel. 1,3. Man bedenke doch, was man sagt, wenn man spricht: der Heiland, der Gesalbte, auf den man lange gewartet hat, der König, der große Prophet, der Hirte, der Hohepriester, der eingeborne Sohn Gottes, das Haupt der Kirche, der Mensch, der zugleich Gott über Alles gelobt in Ewigkeit ist, der Immanuel, Gott mit uns, ist da, Er ist zwar nicht mehr sichtbar da, aber Er ist, wo man in Seinem Namen versammelt ist, Er ist in Seinem Wort und in den Sakramenten zu fühlen, zu finden; Er lässt sich von hungrigen, betenden, glaubenden und stillen Seelen genießen; Er tröstet, lehret, reiniget, heilt, hilft, erquickt, sättigt und macht selig. Sollte nicht Jeder, der dieses hört oder liest, sich aufmachen, kommen und sich zu Jesu nahen, und mit Anderen versammeln? Wehe dem, der zurückbleibt! (Magnus Friedrich Roos)

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nt/43/johannes_12_9.txt · Zuletzt geändert: von aj
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