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Lukas 23,56

Lukas 23,56

Andachten

Sie kehrten aber um und bereiteten Spezerei und Salben; und den Sabbat über waren sie stille nach dem Gesetz.
Der große Sabbat, der stille Tag, wo der Herr im Grabe geruht hat, ist gekommen, es ist der betrübteste Sabbat gewesen, welchen die Gemeinde des Herrn, wenn man die zerstreuten, hirtenlosen Schafe anders noch eine Gemeinde nennen kann, je gefeiert hat. Die große Sabbatsleuchte der Völker war erloschen. Nur wie matte Flämmchen zitterten die Weissagungen des Herrn von seiner Auferstehung durch die Herzen. Den letzten Blick Jesu in seine Verzweiflung hinein, der, wie Moses Stab das Wasser aus dem Felsen, die Tränen aus den Augen schlug, hatte Petrus noch nicht vergessen können. Solches Auge kann nicht im Tode geschlossen bleiben. Die Wunder am Kreuz, das Beben der Erde, die Nacht am hellen Tage, das Zerreißen des Vorhangs im Tempel rüttelten zwar an den Herzen der Jünger. Sie bebten auch ein Wenig zum Glauben, dass es mit diesem Helden Gottes nicht ganz aus sei; aber sie waren zu keiner Klarheit gekommen. Sein Tod behielt das Übergewicht, die Kleinmütigkeit und Trauer lag auf ihnen. Die Nacht aus der Todesstunde des Herrn war über ihnen hangen geblieben. So verlebten sie den Sabbat als Waisen in tiefer Trauer und Stille, dem Toten Spezereien bereitend zum letzten Liebesdienste. Uns aber ginge es um Nichts besser. Wäre Christus ins Grab gegangen und im Grabe geblieben, so läge noch heute diese Totenstille auf der Erde.

Herr Jesu Christe, gib uns heute die rechte Stille des Herzens, das in Liebe dir nachtrauert und doch im Glauben auf dich hofft. Wir wissen es ja, dass auf den Karfreitag ein Ostertag gekommen ist, dass dein Leib der Spezereien nicht bedurfte, um erhalten zu werden vor der Verwesung. Aber wir wollen dir auch dein Grab schmücken. Wir legen auf dasselbe nieder unser Herz, ein armes zerschlagenes Herz voll Reue, weil auch seine Sünde dich in das Grab gestreckt. Du wollest es annehmen zu deinem Eigentum. Und wenn du morgen uns deine Auferstehung feiern lässt, dann mache uns fest in der Gewissheit: Ja, auch mir willst du helfen, auch mir Vergebung der Sünden bringen, auch mir das Grab verwandeln aus einer Stätte des Todes zur Pforte des Lebens. Amen. (Friedrich Ahlfeld)

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