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Lukas 23,43

Lukas 23,43

Andachten

Und JEsus sprach zu ihm: Wahrlich, Ich sage dir, heute wirst du mit Mir in Paradies sein!
Es ist etwas Köstliches, zu wissen, dass wir einen HErrn haben, der überschwänglich tun kann über alles, was wir bitten oder verstehen. Sünder lossprechen, arme Schächer zu Kindern Gottes machen, die Angst des Todes und Gerichtes von gläubigen Seelen wegnehmen, Sterbende mit süßem Himmelstrost und Hoffnung des ewigen Lebens erquicken, den Himmel aufschließen für die, die an Ihn glauben: das ist das königliche Vorrecht des Gekreuzigten, das Er mit Seinem Blut Sich erworben, das Er an viel tausend Seelen seither ausgeübt hat. Noch stehen die Tore des Paradieses, dieser ewigen Heimat der Menschen, offen für alle, die durch Ihn zu Gott kommen. Der Weg dazu ist so einfach und leicht, dass auch die Toren, die Einfältigen, nicht irren können, wenn sie Ihn suchen. Ist ein Mörder am Kreuz der erste gewesen, der Ihn fand, mit Ihm ging, so darf sich niemand beklagen, Gott mache uns das Seligwerden schwer! Amen. (Carl Wagner-Groben.)


Jesus sprach zu dem andern Übeltäter: wahrlich, Ich sage dir, heute wirst du mit Mir im Paradies sein.
Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da Er war ein Fluch für uns, denn es steht geschrieben: verflucht sei Jedermann, der am Holz hanget, Gal. 3,13. Aber auch damals, da Er als ein Fluch am Holz hing, ließ Er Segen von sich ausfließen, um anzuzeigen, dass Er nur für uns und an unserer Statt ein Fluch geworden sei. Er betete für Seine Kreuziger; Er stiftete eine mütterliche und kindliche Liebe zwischen der Maria und Seinem Jünger Johannes, zu einem von den Übeltätern aber, die mit Ihm gekreuzigt waren, sagte Er: wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit Mir im Paradies sein. Wodurch dieser Übeltäter so viel Licht bekommen habe, dass er seinen Kameraden bestrafen, seine eigene Sündenschuld bekennen, Jesum einen HErrn nennen, und ihn um Sein gnädiges Angedenken bitten können, wissen wir nicht, außer dass wir glauben können, die Worte und das Bezeugen Jesu haben ihm einen tiefen Eindruck gegeben. Aber warum nicht auch dem andern Übeltäter? Dieses weiß der Herzenskündiger. Die beiden Übeltäter hatten einerlei böse Taten begangen, und doch war das Herz des einen eines heilsamen Eindrucks fähig, das Herz des andern aber nicht. Es gibt Leute, welche das Beispiel des bußfertigen Schächers dazu missbrauchen, dass sie sich vornehmen, mutwillig zu sündigen, so lange sie gesund sind, auf dem Totenbett aber schnell Buße zu tun und Gnade zu erlangen, wie dieser Schächer. Aber weißt du denn, o Mensch, dass du alsdann eines guten Eindrucks noch fähig sein werdest? Der Schächer hing mit gesundem Leib am Kreuz, du aber wirst als krank und schwach da liegen, und die Krankheit wird vielleicht deinen Verstand benebeln oder gar verwirren. Und wie? wenn du plötzlich stürbest? Wie ging’s alsdann deiner armen Seele? Übrigens hat der HErr Jesus an dem bußfertigen Schächer gezeigt, wie kräftig Seine Erlösung, und wie reich Seine Gnade sei, und wie schnell Sein Geist wirken könne. Ein gräulicher Missetäter, der selber bekannte, er empfange, was seine Taten wert seien, sollte noch selbigen Tags vom Kreuz weg ins Paradies kommen, und da mit Jesu sein. Man konnte also noch selbigen Tags die Seele eines Missetäters bei Jesu im Paradies sehen. Jesus weigerte sich nicht, neben dem Missetäter am Kreuz zu hangen: Er schämte Sich also auch nicht, seine Seele im Paradies bei Sich zu haben. Die Gnade hatte sie ehrlich gemacht. Nun zu diesem barmherzigen Heiland und zu Seiner reichen Gnade wende sich ein Jeder, der sich vieler Sünden bewusst ist, und sich selbst für einen großen Übeltäter halten muss. Wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert. Nach dieser Regel kann ein Mensch, der keine bürgerliche Strafe befürchten darf, dem aber die Gnadenmittel reichlich gegeben worden sind, vor Gott eine sehr große Sündenschuld auf sich haben. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist Seine Gnade viel mächtiger. Auch ängste sich ein solcher bußfertiger Sünder nicht wegen seines Loses in der Ewigkeit; denn auch hierin tut der Heiland mehr, als wir bitten und verstehen. Er hat ein Paradies für bußfertige Schächersseelen bereitet, und da sollen sie bei Ihm sein. Wer sollte sich nicht damit begnügen lassen? (Magnus Friedrich Roos)


Als der Gekreuzigte Jesus bat, machte Jesus noch einmal sein Wort gültig; nach deinem Glauben geschehe dir. Noch einmal machte er aus dem Glauben die Gemeinschaft mit ihm und er gab seiner Gemeinschaft die Vollständigkeit, da er den Gekreuzigten heute mit sich ins Paradies einführt. Vom Paradies sprach er mit ihm, vom Ort der Gerechten, in den sie nach ihrem Tod eingehen, nicht vom jüngsten Tag und der Auferstehung der Toten, nicht von seinem Kommen in herrschender Macht und Vollendung des göttlichen Reichs, damit der Sterbende wisse, dass nichts ihn von Jesus trennen wird. Auf denselben Grund hat Jesus die Hoffnung aller seiner Jünger gestellt. „Du kommst einst zu deinem königlichen Werk“, hatte der Gekreuzigte gehofft und alle Jünger hofften es mit ihm. Das war das wunderbare Ziel, das über allem, was sie taten und litten, leuchtete. Wann kommst du mit deinem Reich? Dieser Frage blieb die Antwort versagt. Keiner von denen, die Jesus nachfolgten, hat es unternommen, für sie die Antwort zu finden. Sie warteten, wie die Glaubenden es tun, auf Gottes Werk. Warum legte sich zwischen sie und ihr Ziel noch ein langer Weg. Er führte sie in die Arbeit und das Leiden hinein; doch davor erschraken die Jünger nicht. Er ist bei uns, sagten sie. Es kam aber nicht nur das Leiden, sondern auch der Tod zu ihnen. Auch das ängstigte sie nicht und kein Zweifel zerriss ihre Seele. Sie konnten sterben, auch wenn der Herr in seiner Herrlichkeit noch nicht gekommen war. Denn wer Ihm glaubt, gehört Ihm und ist bei Ihm, wo Er ist, sei es im Himmel oder auf Erden, sei es im Paradies oder in der Gottesstadt der neuen Welt. Sie kannten den Willen Jesu, dass die, die der Vater ihm gegeben hat, da seien, wo Er ist, und seine Herrlichkeit sehen. Eine andere Sicherung für ihre Hoffnung begehrten die Jünger nicht und meinten nicht, sie werde fester, wenn sie sie durch ihre eigenen Gedanken stützten. Sie fragten nicht, wo sich wohl das Paradies befinde und was Jesu Werk an denen sei, die dort geborgen waren. Sie schickten auch ihre Gedanken nicht in die himmlische Stadt hinauf, als ob sie wissen müssten, wie ihnen dort am Ende ihrer Wanderschaft die Heimat bereitet sei. Auf den, den sie kannten, schauten sie, auf ihren Herrn, und glaubten an seinen Namen und wussten, dass ihr Glaube sie mit ihm verband an jedem Ort und zu jeder Zeit, im Leben und im Tod, im Leib und ohne den Leib, in seiner Verborgenheit und in seiner offenbaren Herrlichkeit, in der vergehenden und in der ewigen Welt. Was macht das Band, das uns mit Jesus eint, so stark? Die Treue Jesu macht es fest.
Du wurdest, o Jesus, als Du unter das Gericht gestellt warst, zum Zeugen der Gnade und in der Todesnot zum Spender des Lebens. So hast Du an Deinem Kreuz den Vater verklärt. Amen. (Adolf Schlatter)


Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Siehst du den Schächer dort am Kreuz? Siehst du den Todesengel, der um das Haupt des Unglücklichen flattert? Siehst du den Racheengel, der dem Missetäter sein Zeichen aufdrückt? Tief in seiner eigenen Brust steht das Wort geschrieben: „Ein gerichteter Sünder.“ Auf seiner Stirne steht der kalte Schweiß der Todesangst. Wenn du in sein Herz blickst, so siehst du, dass die Sünde vieler Jahre es wie mit einer schwarzen Kruste überzogen hat. Jetzt kämpft er den letzten Kampf. - Doch es liegt eine Kraft in Jesu Auge. Der Schächer blickt auf. Er lispelt: „Herr, gedenke mein!“ Sieh wieder hin. Noch steht der kalte Schweiß auf der Stirn des Sterbenden. Wo aber ist die Angst? Sie ist verschwunden. Wahrhaftig, er hat ein Lächeln auf den Lippen. Ein leuchtender Engel steht da mit ausgebreiteten Flügeln. Seine Hand ist ausgestreckt, um die Seele, die jetzt ein köstliches Kleinod ist, hinaufzutragen in den Palast des großen Königs. Blick in das Herz des Schächers; es ist weiß und rein. Blick auf seine Brust; da steht nicht mehr „gerichtet“ sondern „gerechtfertigt.“ Schau in das Buch des Lebens; da ist sein Name geschrieben. Schau auf Jesu Herz; da, auf einem der köstlichen Steine seines hohepriesterlichen Amtsschildleins trägt er den Namen des Schächers. Und nun schau hinauf, siehst du einen unter den Seligen, der heller leuchtet als die Sonne und schöner als der Mond? Das ist der Schächer. So groß ist die Kraft des Herrn, und seine Kraft währt ewig. (Charles Haddon Spurgeon)


Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Der Herr hängt am Kreuze. Zu seinen Seiten zwei Mörder. Das Volk steht und sicher zu. Es ist eine unheimliche Stille. Wird nicht im Volk beim Anblick dieses sich verblutenden Opfers seines Hasses die Stimme des Gewissens und das Mitleid rege werden, und des Volkes Wut sich gegen seine Obersten wenden? Da spricht einer derselben: „Er hat Andern geholfen, er helfe sich selber, ist er Christ, der Auserwählte Gottes.“ Das zündet und der Spottgeist wird rege. „Pfui dich“, ertönt es: „wie fein zerbrichst du den Tempel und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber!“ Da stimmen die Kriegsknechte ein, da stimmt der Mörder zur Linken mit ein. Ist Niemand da, den das Lamm Gottes jammerte? Ja, es wagt Einer, sich zu dem Allerverachtetsten zu bekennen: Der Schächer zur Rechten. Er straft seinen Genossen und spricht: „Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darin, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt.“ Und zu dem Herrn sich wendend: „Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Und auf dieses heldenmütige Bekenntnis, auf diesen Schrei aus tiefer Not, wird ihm die köstliche und tröstliche Verheißung: „Wahrlich, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!“ Wer spricht diese hohen, diese königlichen Worte? Ein Mann am Kreuz, der von seinem Volke verworfen, sich verblutet. Und wem gilt die Verheißung? Einem Missetäter, der sich am Kreuze zu seinem Mitgekreuzigten bekehrt und ihn als einen König und Seligmacher um ein gnädiges Gedenkemein anruft. Du, der Missetäter, den seine Taten ans Holz der Schmach gebracht haben, der sich aber in der elften Stunde mit tiefem Schmerze gegen seine eigene Sünde wendet, sich zu dem verschmähten Gottessohn bekennt, und um Gnade fleht, du - und alle armen Sünderseelen gleich dir - sollst mit mir, dem Könige, sein, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden. Du armes Würmlein, das sich in Leibes- und in Bußschmerzen krümmt, sollst dem Throne der Gottheit nahe gerückt werden, sollst mit im Paradiese sein. Das Paradies, das seit Adams Fall leer geblieben und auf der Erde nicht mehr zu finden war, soll dich als Erstling empfangen, du sollst den Vorrang haben vor Abraham, David und allen Propheten, du sollst heute noch mit mir darinnen sein, nicht wie du wähnest und bittest, erst am Ende der Tage, nein, heute, ehe die Sonne untergegangen ist, soll dir der Lohn deines Bekenntnisses, die Erhörung deines Seufzers werden. Das war ein Handel, wie ihn die Welt noch nie erlebt hatte. Willst du aber, o Seele, auch solches erleben? - Werde wie der Schächer. (Anton Camillo Bertoldy)

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