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Lukas 21,34

Lukas 21,34

Andachten

Hütet euch, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Sorgen der Nahrung.
Wenn ein Mensch, wie der verlorene Sohn, zu sich selber kommt, so fühlet er, dass sein Herz mit Sünden beschwert ist, und wenn er diese Last durch eigene Bemühungen davon wegschieben will, so wird er darüber mühselig. Wer aber als ein Mühseliger und Beladener zu Christo kommt, findet bei Ihm Ruhe, und wird also der Sündenlast durch die Gnade entledigt, worauf auch der Friede Gottes der mühseligen Arbeit ein Ende macht. Alsdann ist es aber töricht, wenn man sein Herz wieder mit etwas anderem, nämlich mit Sorgen der Nahrung beschwert. Man sei so arm als man wolle, so kann man den Schluss machen: Gott, der mir Sünder Gnade um Christi willen erzeigt hat, wird mir auch Brot geben. Hat Er mich zu Seinem Kind angenommen, so wird Er mir auch Nahrung bescheren. Er nährt die Vögel und kleidet die Feldblumen: sollte Er’s nicht vielmehr mir tun? Christus, der vom Kreuz herab Seine Mutter, welche eine alte und arme Witwe war, dem Johannes zur Verpflegung empfohlen, und den Johannes zu diesem Liebesdienst willig gemacht hat, wird auch mir Guttäter erwecken, die sich meiner, wo es nötig ist, annehmen. ich bin jung gewesen und alt worden, und hat noch nie gesehen den Gerechten verlassen, oder seinen Samen nach Brot gehen, Ps. 37,25. Der HErr lässt die Seele d.i. die Person des Gerechten nicht Hunger leiden, Er stürzt aber der Gottlosen Schinderei, Spr. Sal. 10,3. Wer diese Wahrheiten wohl fasst und bewahrt, dessen Herz wird mit Sorgen der Nahrung nicht beschwert werden. Sorgen der Nahrung schließen ein unzufriedenes Murren und Klagen wider den heiligen Gott in sich. Sie sind dem Glauben entgegengesetzt, sie hindern das Gebet, welches im Glauben geschehen soll, die Liebe, wodurch der Glaube tätig ist, und die Hoffnung des ewigen Lebens. Wenn sie überhand nehmen, so entsteht Gotteslästerung, Diebstahl, Betrug, Unfreundlichkeit gegen den Nächsten und der Gebrauch abergläubischer und anderer schlimmen Mittel daraus. Ein Herz, das mit Sorgen der Nahrung beschwert ist, kann sich zu Gott nicht erheben, sondern wird zur Erde niedergedrückt.

Der liebe Heiland verbindet Seine Warnung vor den Sorgen der Nahrung mit der Weissagung von dem jüngsten Tag, welcher über die Leute, die damit beschwert sind, schnell und wie ein Fallstrick kommen werde. Fürwahr die Betrachtung dieses allerwichtigsten Tags vertreibt die Nahrungssorgen, und überzeugt einen Jeden, dass er etwas Wichtigeres zu tun habe, als nur immer mit Bekümmernis zu fragen: was werden wir essen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Warum fragt man nicht lieber: was soll ich denn tun, dass ich selig werde? dass ich bestehen könne vor dem Richter der ganzen Welt? dass ich das Reich Gottes erlange, und mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet werde?

Gott bewahre mich und die Meinigen, dass wir nicht dem Irrwisch einer eitlen Glückseligkeit nachjagen, und darüber die Perle des Reiches Gottes verscherzen, und dass wir nicht bei dem Mangel, den uns Gott empfinden lässt, Ihn verleugnen, und mit einem beschwerten Herzen in die Hölle versinken. Wir wollen unser Brot mit Danksagung und nicht mir Sorgen essen; denn eben dieses Essen zeigt an, dass die Sorgen unnötig und töricht seien. (Magnus Friedrich Roos)


Aber hütet euch, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch! Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, dass ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.

Es hat der Herr uns den jüngsten Tag nahe genug gerückt. Es feiert jeder Mensch den jüngsten Tag an seinem Sterbetage. Wie einer an seinem Sterbetage sich niederlegt, so wird er am jüngsten Tage auferstehen. Erwägt ihr das, dann wird die Ermahnung des Herrn, wie ihr zu diesem Tage euch bereiten sollt, nicht auf die Erde fallen. Wie er sagt: „Hütet euch, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und Sorgen der Nahrung“ „So seid nun wacker allezeit und betet, dass ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn“ so wird es euch wahrscheinlich nicht vorkommen, als sei die ohnehin ungewisse Wiederkunft des Herrn kein genügender Beweggrund, diese Ermahnung zu Herzen zu nehmen. Dass der Todestag kommen kann wie ein Fallstrick, das braucht euch nicht erst gesagt zu werden: der Tod kommt ungeladen, und wenn er im Grabe uns alle gleich macht, macht er uns doch nicht gleich in der Ewigkeit. Mit dem Tode ist's entschieden, unwiderruflich entschieden, ob wir, wenn der Herr wiederkommt, auferstehen und die Häupter in die Höhe heben dürfen, darum dass sich unsre Erlösung nahet, oder ob wir rufen müssen: „Ihr Berge, fallt über uns und ihr Hügel, deckt uns!“ Es ist leider so in der Welt: ein Teil der Menschen geht hin in Fressen und Saufen, der Bauch ist ihr Gott, und ihr Wahlspruch ist: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ Der andere Teil sorgt, aber nicht um seine Seele, nicht um das himmlische Gut, nicht darum, dass er einst eine fröhliche Auferstehung habe, sondern darum, dass er in dieser Zeit auf Erden, in der Zeit, da man nur weniges braucht und das wenige nicht lange genießen kann, genug habe und keinen Mangel leide. Und beides, ob es wohl einander zu widersprechen scheint, üppiger Leichtsinn und kargende Sorglichkeit, beschwert das Herz, dass es nicht himmelwärts sich heben kann, sondern kleben bleibt auf dieser armen Erde und der kurzen Spanne Zeit, die uns zugemessen ist. Darum hört den warnenden Ruf des Herrn: Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir“ - Seid wacker allezeit,“ lasst euch nicht einschläfern und in den Traum wiegen, aus dem ihr mit Schrecken erwachen müsst! So haltet eure Augen offen und betet, wenn die Versuchung über euch kommt und über der Gegenwart die Zukunft will vergessen machen, betet zum Herrn, dass er euch möge fest behalten in seinem Wort und Glauben bis ans Ende, damit ihr zu denen gehört, welche der Wiederkunft des Herrn entgegensehen dürfen, wie dem Frühling, und so oft ihr des Wortes gedenkt: „Siehe, ich komme bald,“ zu dem Gebete geschickt seid: „Amen, ja komm Herr Jesu. Amen!“ (Caspari.)

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nt/42/lukas_21_34.txt · Zuletzt geändert: von aj
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