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Lukas 10,21

Lukas 10,21

Andachten

In der Stunde freute sich Jesus im Geist, und sprach: ich preise Dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, dass Du solches verborgen hast den Weisen und Klugen und hast es geoffenbart den Unmündigen. Ja, Vater, also war es wohlgefällig vor Dir.
Wenn wir in den Evangelien sehen, wie der ganze Gang Jesu in so vieler Beziehung ein Leidensgang war, so muss es uns als Jünger des Herrn ganz besonders erquicken, wenn wir lesen: „Jesus freute sich im Geist.“ Als er sich freute, ruhte sein Auge auf den siebzig Jüngern. Sie waren noch recht schwache Leute, und von Gelehrsamkeit war bei ihnen keine Rede. Allein sie verstanden Jesum doch schon so weit, dass er sie als Pioniere aussenden konnte. In seinem Namen richteten sie auch etwas aus. Die Tatsache nun, dass gerade so einfache, ungebildete Leute ihn verstanden, sich von ihm brauchen ließen und ihm nachfolgten, freute den Herrn, während es ihn tief betrübte, dass unter den Weisen und Klugen sich so Wenige zu seiner Jüngerschaft herbeiließen. Unmündige nennt er seine Jünger, und Unmündige müssen alle die werden, denen der Vater Christum soll offenbaren können. Das Eigentümliche bei Unmündigen ist ihre gänzliche Abhängigkeit von der Mutter. Diese Eigentümlichkeit muss das Merkmal aller derer werden, denen Christus in seiner Herrlichkeit soll offenbar werden. Sie müssen ihre selbständige Weisheit und Klugheit aufgeben; sie müssen es verlernen, mit ihrem Kopf das Göttliche ergründen zu wollen, und betend, sich ganz von Gottes Geist abhängig fühlend, zu Jesu Füßen sitzen, um von ihm zu lernen. Die Weisen und Klugen haben uns lange genug Christi Bild verfälscht, und es ist Zeit, dass wir uns im Ernst unter die Majestät der Worte Jesu beugen: den Unmündigen offenbart der Vater Christum, sie will er zu Zeugen machen.

Herr mein Gott! Ich will unmündig, ganz von Dir und Deinem Wort abhängig werden. Ich lege Dir alle eigene Weisheit zu Füßen. Verkläre durch Deinen Geist Christum in mir. Amen. (Elias Schrenk)


“In der Stunde freute sich Jesus im Geist.“
Der Heiland war „voller Schmerzen,“ aber jedes nachdenkende Gemüt hat wohl schon die Tatsache entdeckt, dass Er in der innersten Tiefe Seiner Seele einen unerschöpflichen Schatz reiner und himmlischer Freuden trug. Unter dem ganzen menschlichen Geschlecht besaß nie Einer einen tieferen, reineren und beständigeren Frieden als unser Herr Jesus Christus. „Darum hat dich, o Gott, gesalbt dein Gott, mit dem Öl der Freuden, über deine Genossen.“ Sein weitherziges Wohlwollen muss Ihm, nach dem notwendigen Zusammenhang der Dinge, die möglichst tiefe Wonne gewährt haben, denn Wohlwollen ist Freude. Bei einigen besonders hervortretenden Begebenheiten offenbarte sich diese Freude. „Zu der Stunde freute sich Jesus im Geist und sprach: Ich preise Dich, Vater und Herr Himmels und der Erden.“ Ja Christus lobte auch da noch, wo Er in die Nacht der Leiden gehüllt war; obgleich Sein Antlitz entstellt war, und das Licht Seiner Augen den edlen Glanz des reinsten Glückes verloren hatte, ward es doch zuweilen verklärt von einem unvergleichlichen Strahl unnennbarer Befriedigung, wenn Er des Lohns der Verheißung gedachte und mitten unter den Versammelten Seinen Gott und Vater bezeugte. Hierin ist der Herr Jesus ein heiliges Vorbild für Seine Gemeine auf Erden. Gegenwärtig scheint es, als ob die christliche Gemeine mit ihrem Herrn einen dornenvollen Pfad der Schmerzen zu wandeln habe; durch viele Trübsal bricht sie sich Bahn zur ewigen Krone. Das Kreuz zu tragen ist ihr Beruf, und verachtet und ausgestoßen zu werden von den Kindern ihrer Mutter ist ihr Los; und dennoch besitzt des Herrn Brautgemeine einen tiefen Born der Freuden, von welchem Niemand trinken darf als ihre wahren Kinder. Da sind Reichtümer an Wein, Oel und Korn aufgehäuft mitten in Jerusalem, von welchen die Heiligen Gottes fortan erhalten und ernährt werden; und manchmal empfangen wir, wie unser Herr, Zeiten innigster Wonne, denn es soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.“ Sind wir gleich Verbannte, so freuen wir uns dennoch in unserm König; ja in Ihm wollen wir uns freuen und fröhlich sein; wir rühmen, dass er uns hilft, und im Namen unseres Gottes werfen wir Panier auf. (Charles Haddon Spurgeon)


Zu der Stunde freute sich Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, dass du solches verborgen hast den Weisen und Klugen, und hast es geoffenbart den Unmündigen. Ja, Vater, also war es wohlgefällig vor dir. Es ist mir alles übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn sei, denn nur der Vater; noch wer der Vater sei, denn nur der Sohn, und welchem es der Sohn will offenbaren.
Die Freude, das Frohlocken des Heilandes über die Liebe des Vaters, die ihren Reichtum in die Herzen der Unmündigen ausschüttet, durchsüßte sein Leiden in den Tagen seines Fleisches, und auch auf dem Thron der Freuden, bekleidet mit aller Gewalt im Himmel und auf Erden und umrauscht von dem Lobgetöne vieler tausend Engel, frohlockt er am freudigsten bei dem Anblick der Armen und Elenden, die ihre Seligkeit ihm danken. Die Klugen und Weisen, welche ihren Gott sich erdenken und den Weg in den Himmel ausrechnen nach ihrem Belieben, die gibt Gott dahin in ihrer Herzen. Gelüste und kluge Gedanken; er verbirgt ihnen das Heil, vor dem sie sich selber verbergen. Sie kommen dem Himmel immer ferner, je sicherer sie hinein zu gelangen meinen, und erfahren endlich in der Hölle, dass ihre Namen nicht geschrieben sind im Buche des Lebens, dass ihre Weisheit zunichte gemacht und ihr Verstand verworfen ist.

Dies Gericht ist gerecht; der Sohn preist den Vater deshalb und sagt Ja zu dem Wohlgefallen des heiligen Vaterwillens. Er preist aber auch das gnädige Wohlgefallen und herzliche Erbarmen des Vaters, der den Unmündigen die himmlische Weisheit, das Geheimnis der Gottseligkeit offenbart. Und wer sind diese Unmündigen? Die Jünger waren es, und alle die sind es, welche ihre Blindheit und ihren Unverstand erkennen, nach Erleuchtung sich sehnen und das Evangelium in kindlicher Einfalt annehmen, ohne Murren wider Gottes törichte Weisheit (1. Kor. 1, 21), in aller Sanftmut (Jak. 1, 21). „Wer das edle Gestein der Erde sucht“, sagt ein alter Lehrer, „der gräbt in die Tiefe; so grabe einen Schacht der Demut, wer den Schatz der Weisheit sucht, und er wird ihn finden.“ Gottlob, auch Weise und Kluge können unmündig werden; doch es ist (wie bei Saul von Tarsen) ein desto größeres Wunder der Gnade; viel Weise sind nicht berufen (1. Kor. 1, 26). Der große Gelehrte Baco hat recht gesagt: niemand sei ungeschickter zum Glauben als die Gelehrten, die Wissensstolzen. Die Schriftgelehrten hielten es unter ihrer Würde, von dem galiläischen Propheten und seinen Sendlingen sich lehren zu lassen. So geht es noch heutigen Tages. Wer es recht bedenkt, der dankt Gott dafür, wenn er zu den „ungelehrten Leuten und Laien“ (Apostelgesch. 4, 13) gehört.

O Heiliger Geist, komm und mache alle Klugheit unsers eigenen Geistes zunichte! (Wilhelm Friedrich Besser)

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nt/42/lukas_10_21.txt · Zuletzt geändert: von aj
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