Hesekiel 16,60
Andachten
Ich will aber gedenken an Meinen Bund, den Ich mit dir gemacht habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund aufrichten; da wirst du an deine Wege gedenken und dich schämen.
Das Leben ist kurz: Wann willst du gedenken an deine Wege und dich schämen, der du in dieser Stunde das Wort liest? Der ewige Bund ist längst geschlossen, er ist mit Blut besiegelt, mit dem Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Dieser ewige Bund ist auch mit dir geschlossen, denn Christus ist auch für dich gestorben, um deiner Sünde willen dahingegeben, und um deiner Gerechtigkeit willen auferweckt. Der HErr gedenkt an diesen Bund, den Er mit dir gemacht zur Zeit deiner Jugend. Aber deine Wege!? wohin haben die dich geführt? weit, weit hinweg, nicht aufwärts, o nein, vielleicht abwärts; nicht zu den ausgebreiteten Armen auf Golgatha, o nein, in ganz andere Arme, die auch nach dir ausgebreitet waren, verlockend, verführerisch, zu deinem Verderben! Gedenke doch an solche Wege und da wärs wohl Zeit, dich zu schämen! Lieber jetzt als zuletzt. Wir wollen's uns doch recht lebendig vor Augen stellen, wie das sein müsste, wenn wir vor dem Richterstuhl Christi uns schämen müssten. Das wäre nichts anderes, als der Wurm, der nicht stirbt, und das Feuer, das nicht verlöscht. Darum doch lieber jetzt als zuletzt! Amen. (N. Fries.)
Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit dir gemacht habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund aufrichten.“
Ungeachtet unsrer Sünden ist der Herr noch treu in seiner Liebe zu uns. Er sieht zurück. Seht, wie Er an jene, unsre jungen Tage, als Er einen Bund mit uns machte, und wir uns Ihm übergaben, gedenkt. Glückliche Tage waren das! Der Herr wirft sie uns nicht vor und klagt uns nicht der Unaufrichtigkeit an. Nein, Er sieht mehr auf seinen Bund mit uns, als auf unsren Bund mit Ihm. Es war keine Heuchelei in jenem heiligen Vertrage, von seiner Seite keinesfalls. Wie gnädig ist der Herr, so in Liebe zurück zu sehen!
Er sieht auch vorwärts. Er hat beschlossen, dass der Bund nicht aufhören soll. Wenn wir nicht dabei bleiben, Er tut es. Er erklärt feierlich: „Ich will mit dir einen ewigen Bund aufrichten.“ Er hat keine Neigung, seine Verheißungen zurückzunehmen. Gelobt sei sein Name, Er sieht das heilige Siegel, „das Blut des ewigen Bundes,“ und Er gedenkt an unsren Bürgen, in dem Er diesen Bund bestätigte, seinen eignen, lieben Sohn; und deshalb hält Er fest an seinen Bundesverpflichtungen. „Er bleibet treu; Er kann sich selbst nicht leugnen.“
O Herr, lege mir dies kostbare Wort ans Herz, und hilf mir, mich den ganzen Tag daran zu laben! (Charles Haddon Spurgeon)