Psalm 86,8
Andachten
Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der tun kann, wie du.
Du Freundlicher! Hast du schon den frommen Vätern in der Stiftshütte, die von Händen gemacht, die zum Abbruch bereitet war, so süß und freundlich geschmeckt, wie wirst du denen schmecken, die dir im neuen Heiligtum, im Geiste und in der Wahrheit dienen, wo du deinen Tempel nicht mehr von Stein gebaut, sondern lebendig im Herzen aufgerichtet hast, indem du deine ewige Wohnung in uns erwählest, deine Herrlichkeit nicht mehr in einer Wolke, sondern ohne Hülle in jeder Seele offenbarest, die dir im Glauben und Liebe ganz ergeben ist! Deine Freundlichkeit ist es allein, die uns zu dir hinzieht und bei dir erhält, sonst hätten wir ja nicht Mut. Wie durfte die Sünde, die wir sind, es wagen, dir, der Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes zu nahen, wenn deine Freundlichkeit uns nicht so einnehmend, so reizend, so einladend wie ein Magnet, an sich zöge. Alles in uns verböte uns zu kommen, unser durchaus sündiges Wesen müsste uns abschrecken; aber deine Liebe und Freundlichkeit überwindet alles, macht uns vergessen, wer wir sind, und beschäftigt uns nur mit dir, erfüllt unsere Herzen und Sinnen so sehr, dass wir nicht wegbleiben können, dass wir in deinem Lobe und in deiner Liebe zu selig sind, als dass wir deinem Zuge widerstehen, und deine Liebe, die ohne uns nicht selig sein kann, beleidigten. (Johannes Evangelista Gossner)
HErr, es ist Dir keiner gleich unter den Göttern, und ist Niemand, der tun kann, wie Du rc.
Diese Worte geben uns diese treffliche Lehre: Dass Gott Niemand gleich ist, Seine Werke kann Ihm Niemand nachtun, Er ist allein Gott, und Niemand mehr; Ihn allein sollen alle Völker anbeten. Gott ist über alles, was gewaltig, herrlich und mächtig mag genannt werden. Er ist freilich allein Gott, darum ist Er auch alles alleine. Was du ansiehst, das ist Gottes Gewalt und Weisheit. Er begegnet dir in allen Dingen, und du siehst Ihn doch nicht. Er ist in allen Dingen, und man kann Ihn doch nicht begreifen. Gott kann keine Kreatur begreifen; Er aber begreift alle Kreaturen. Wo Er nicht ist mit Gnade, da ist Er mit Rache. Er ist unsichtbar, und sieht doch alles; Er ist die höchste Stärke, und zerbricht doch die Schwachen nicht; Er ist ewig, und altert doch nicht; Er füllet Himmel und Erde, und nimmt doch keinen Raum ein; Er teilet täglich Seine Gütigkeit aus, und nimmt doch nicht ab; Er gibt täglich, und wird doch nicht ärmer; Er bewegt alle Dinge, und bleibt doch unbeweglich; Er regiert und erhält alles, und wird doch nicht müde. In Seiner Allmacht ist Er unendlich, in Seiner Weisheit unerforschlich, in Seinem Rat unbegreiflich, in Seinem Gerichte ist Er gerecht, in Seinen Gedanken hoch, in Seiner Gerechtigkeit unaufhörlich, gegen die Übeltäter geduldig, gegen die Bußfertigen gnädig, gegen die Bittenden freundlich, gegen die Betrübten holdselig, gegen die Weinenden tröstlich, gegen die Armen milde, gegen die Sterbenden barmherzig. (Johann Arnd)