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Psalm 45,1

Psalm 45,1

Andachten

Dieser Psalm heißt ein Brautlied, und wird darin nicht allein die Herrlichkeit des himmlischen Bräutigams, sondern auch der Braut Ehre, Würde und Glück aufs prächtigste zuvor gesagt. Er ist der Schönste unter den Menschenkindern, der Inbegriff alles Edlen, Hohen und Trefflichen, der Braut, d.h. seiner Gemeinde Ruhe und Leben, der sie zum vollkommenen Glück führt; der hoch erhöhte Held, welcher durch Seinen Tod Sünde und Tod überwunden und sich geschmückt hat mit Gerechtigkeit und Gericht. So gelingt Ihm Beides, in seinem himmlischen Waffenschmuck der Wahrheit seines Wortes den Sieg zu verschaffen über allen Lug und Trug der Welt und des Teufels, seine armen, bedrängten Gläubigen zu retten, und alle seine Feinde zu Boden zu werfen; so dass es nimmer und nirgends ein so heilig Regiment gibt, denn seines, das darum auch ein beständig und ewig Regiment ist und sein muss. Dadurch ist alle Traurigkeit in Freude, alles Weinen in Lachen verkehret, und die Braut nimmt fortan Teil an der Ehre ihres Bräutigams. Sie vergisst über Ihn Alles, sie hat nur Augen und Ohren für Ihn, Sein Schmuck ist ihr Schmuck, aus Seiner Gerechtigkeit sind die Kleider gewirkt, die sie trägt, Sein purpurrotes Blut ist das köstlichste Gold, darin sie glänzt. Sie ist sein Werk und sein Bild; darum hat Er Lust an ihrer Schöne, darum soll sie stehen zu seiner Rechten; denn alles, was Sein ist, das ist ihr, seine Ehre ihre Ehre, sein ewiger Ruhm auch ihr Ruhm. O Du Schönster unter den Menschenkindern, gelobet seist Du mit Harfen- und Saitenspiel! Kommst Du aufs neue zu Deiner Braut? Ach, Deine Braut verlanget nach Dir und sehnet sich nach Deinem Sieg. Gürte Dein Schwerdt und schmücke Dich schön. Deine Hand möge Wunder beweisen unter meinen Feinden; errette mich durch Dein Blut, o Held, und Deine herrliche Macht. Kleide mich wie Deine Braut in das köstliche Gold Deiner Gerechtigkeit. Führe mich zu Dir mit Freude und Wonne und lass mich einst zu Deiner Rechten stehen, in goldene Stücke gekleidet. Amen. (Friedrich Arndt)


Ein Brautlied, (oder ein Lied von der Liebe) und Unterweisung der Kinder Korah vorzusingen. Dies Lied handelt von der alleredelsten, reinsten, zärtlichsten, heiligsten und ewigen Liebe Christi Jesu unsers Himmels-Bräutigams. Ihm zu Ehren sollen wir dies Liedlein von der himmlischen, heiligen Liebe singen. Denn in Ihm hat uns der Vater von Ewigkeit her geliebt. Darum wenn ein Christ einsam ist, verlassen, arm und elend, so kann er sich überflüssig an dieser Liebe ergötzen und alles daran haben. Ist Ehre auf Erden, was ist größere Ehre, denn von Gott mit ewiger Liebe geliebt werden? Ist Lust und Freude auf Erden, was ist größere Lust und Freude, als von Gott über alles geliebt werden? Ich bins gewiss, wer nur zwei Stücke von Christo recht verstünde, also, dass er sie in der Tat und Wahrheit im Herzen empfände und schmeckte, nämlich Christi Gerechtigkeit, damit Er uns bekleidet, und Christi Liebe, damit Er uns umfäht, er würde sich der ganzen Welt verzeihen. Denn Christi Denn Christi Gerechtigkeit ist eine solche große Ehre, Reichtum und Herrlichkeit, dass sie kein Engel ausreden kann; und Christi Liebe ist ein so großer, kräftiger, freudiger Trost, dass der ganzen Welt Lust und Freude nicht dem geringsten Tröpflein der Liebe Christi zu vergleichen ist. (Johann Arnd)


Ein Brautlied (oder ein Lied von der Liebe) vorzusingen. Wo die zwei Wohltaten Christi, nämlich Seine Gerechtigkeit und Seine Liebe recht erkannt und in der Seele geschmeckt werden, so machen sie einen Menschen gar himmlisch, tilgen aus alle Weltsucht, Geiz und Ehre dieser Welt, machen einen Menschen holdselig, lieblich, friedsam, freundlich und geduldig, und machen, dass ein Mensch alle seine Herrlichkeit hat an Christi Gerechtigkeit, und alle seine Lust und Freude an Christi Liebe. Und ist dies die einige Ursache, warum es so übel unter den Christen zugeht, dass so viele Ketzerei, so viel Zankens, Feindschaft, Ehrsucht,. Hoffart, Geiz, Weltlust und Fleischeslust unter den Christen ist, und dass sich einer über den andern so überhebt, anfeindet, lästert, bekrieget, raubet, nimmt, weil sie die hohen Güter, so sie in Christo haben, nicht verstehen, nicht erkennen, ja nicht glauben und nicht recht geschmeckt haben. Wird auch nimmermehr gut werden, und keine bessere Zeit zu hoffen sein, wo Christus mit Seinen Wohltaten nicht besser erkannt und ins Herz gefasst wird. Da mögen die Prediger zusehen, wie sie Christum den Leuten in das Herz predigen. Wird Christus in das Herz gepredigt mit Seiner Liebe und Gerechtigkeit, so wird gewiss der Teufel und die Welt herausgepredigt, anders ist den Leuten nicht zu helfen. (Johann Arnd)

Predigten

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at/19/psalm_45_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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