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Psalm 37,4

Psalm 37,4

Andachten

Habe deine Lust an dem Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt.

Fehlt es mir wohl an echter Gottesliebe, daß mein Gebet so unkräftig zu sein scheint, und so fruchtlos alle Wünsche meines Herzens? Ist der Herr meine Lust und meine Freude' Jedes Wort aus dem Munde des Herrn, und jede Führung seiner Hand mir Lust und Freude? Es muß an mir, an ihm kann es nicht fehlen. Seine Lust, mir zu helfen, muß gleich sein meiner Lust, an ihm und an allem, was seinen Namen trägt. Erwache in mir, lebendige Freude an Gott und Gottes Offenbarung! Lust an dem Herrn, möchtest du jede andere Lust verschlingen! Freude an Gott, möchtest du meine höchste Freude sein! Wie viel ruhiger würde ich leiden, wie viel bescheidener würde ich wünschen, wie viel fröhlicher unter meinen Lasten emporschauen! Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz wünscht. Wie du liebst, wirst du geliebt sein! Wie du dich Gottes freuest, wird Gott dir Freude machen! Freust du dich seiner mehr, als alles andern, als aller, selbst auch der besten und liebsten Menschen, so ehrt und segnet er dich vor allen andern! Lag ihn deine Lust sein, wenn du wachst, und dein frohes Augenmerk, wenn du nicht schlafen kannst, und deine Hoffnung, wenn du leidest, und keine Freude wird unter den Wünschen deines Herzens sein, die er dir nicht zuführen wird. Er kennt die geheimsten Wünsche und Bedürfnisse deines Herzens. Ein gutes, frommes Herz hat keine schlimmen Wünsche - und gerade die, die dir die wichtigsten sind, erfüllt er am liebsten, sofern das, was ihm am wichtigsten ist, dir auch das Liebste ist. Wie deine Aufmerksamkeit, dein Sinn für ihn, so seine Aufmerksamkeit für dich. Wie deine Lust an ihm, seinen Werken, insofern sie seine Werke sind, seinen Worten, insofern sie seine Worte sind, seinen Führungen, als wirklich feinen Führungen, so die Sichtbarkeit und Spürbarkeit seines Segens, seiner Unterstützung; so das Maß und die Zahl seiner Gaben, so die Entsprechung dieser Gaben zu deinen Wünschen und Bedürfnissen. Je kindlicher du zu ihm sagst: Was willst du, daß ich tun und leiden soll?, desto väterlicher wird er zu dir sagen: Bitte, bitte was ich dir geben soll! Nimm und empfange: Je herzlicher du sagen kannst: es ist meine Freude, ~~ ich mich zu dir halte, desto mehr wirst du das Wort von ihm vernehmen: „Alles, was mein ist, ist dein.„ (Johann Caspar Lavater)


“Habe deine Lust an dem Herrn.“
Der Sinn dieser Worte muss denen, die einem lebendigen Leben in der Gottseligkeit ferne stehen, im höchsten Grade auffallen, aber dem ernsten, gläubigen Christen sind sie weiter nichts als die Bestätigung einer erkannten Wahrheit. Das Leben des Gläubigen wird hier beschrieben als Freude und Wonne in Gott, und wir werden befestigt in der Überzeugung, dass die wahrhafte Gottesfurcht überströmt von Glück und Seligkeit. Gottlose Menschen und bloße Namen-Christen sehen in der Frömmigkeit nie etwas Erfreuliches: für sie ist dieselbe ein Sklavendienst, eine lästige Pflicht, eine Nötigung, aber nie und nimmer eine Freude und Erquickung. Wenn sie sich überhaupt zum Christentum bekennen, so geschieht's entweder aus Eigennutz, weil sie hoffen, dadurch etwas zu gewinnen, oder aus Furcht, weil sie sich nicht unterstehen, anders zu handeln. Der Gedanke an Freude und Wonne in einem gottesfürchtigen Wandel ist den meisten Menschen etwas so Befremdendes, dass in ihren Redensarten keine zwei Begriffe so weit auseinander gehen, wie die Worte: „Heiliges Leben“ und „Wonne.“ Aber solche Gläubige, die Jesum Christum erkennen, wissen aus Erfahrung, dass Glückseligkeit und Glauben so innig miteinander verknüpft sind, dass auch die Pforten der Hölle sie nicht auseinander zu reißen vermögen. Wer Gott von ganzem Herzen lieb hat, findet jederzeit, dass seine Wege liebliche Wege sind, und alle seine Steige sind Friede. Solche Freude, solche Fülle der Wonne, solche überströmende Glückseligkeit entdecken die Heiligen in ihrem Herrn, dass sie, weit entfernt, Ihm aus bloßer Gewohnheit zu dienen, Ihm freudig nachfolgen, ob auch alle Welt seinen Namen ärger verabscheut als das Böse. Wir fürchten Gott nicht aus irgendwelchem Zwang; unser Glaube ist kein Gefängnis, unser Bekenntnis keine Kette, zum heiligen Leben werden wir nicht mit Gewalt geschleppt, wir werden nicht wie Sklaven zu unsrer Pflicht geknechtet. Nein, unsre Frömmigkeit ist unsre Freude, unsre Hoffnung ist unser Himmel, unser Wandel ist unsre Wonne, unsre Liebe ist unsre Lust. Freude und wahre Gottesfurcht sind miteinander verwachsen wie Wurzel und Blüte; so untrennbar wie Wahrheit und Gewissheit; sie sind wahrlich zwei herrliche Kleinode, die nebeneinander schimmern in goldener Fassung. „Habe deine Lust an dem Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“ (Charles Haddon Spurgeon)


“Habe deine Lust an dem Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“
Lust an Gott hat eine umwandelnde Macht, und hebt den Menschen über die groben Wünsche der gefallenen Natur hinaus. Lust an Jehovah ist nicht nur süß an sich, sondern sie versüßet die ganze Seele, bis das Sehnen des Herzens solcher Gestalt wird, dass der Herr sicher verheißen kann, es zu erfüllen. Ist das nicht eine erhabene Lust, die unsre Wünsche formt, bis sie den Wünschen Gottes gleich sind?

Unsre törichte Weise ist, zu wünschen und dann ans Werk zu gehen, um das zu erlangen, was wir wünschen. Wir gehen nicht zu Werk auf Gottes Weise, d.h. wir trachten nicht am ersten nach Ihm und erwarten dann, dass uns „solches alles zufallen“ werde. Wenn wir unser Herz mit Gott erfüllen lassen wollen, bis es vor Freuden überfließt, dann will der Herr selbst Sorge tragen, dass uns kein Gutes mangeln soll. Anstatt nach der Freude weit umher zu suchen, lasst uns daheim bleiben mit Gott, und Wasser aus unsrer eigenen Quelle trinken. Er kann viel mehr für uns tun, als alle unsre Freunde. Es ist besser, sich mit Gott allein zu begnügen, als umher zu gehen und nach den armseligen Kleinigkeiten der Zeit und der Sinne zu trachten und zu schmachten. Für eine Weile mögen wir Enttäuschung haben, aber wenn diese uns näher zu dem Herrn bringen, sind sie etwas, was ungemein zu schätzen ist, denn sie werden uns zuletzt die Erfüllung aller unsrer rechten Wünsche sichern. (Charles Haddon Spurgeon)


Habe deine Lust an dem HErrn.

Diese Worte sind eine Beschreibung der geistlichen, himmlischen Lust und Freude. An Gott seine Lust und Freude haben, das ist eine hohe, teure Gabe Gottes und ein edles Gemüt, deren man unter hundert nicht eines findet. Denn jedermann hat seine Lust und Freude an der Welt, hänget an der Augenlust, Fleischeslust und hoffärtigem Leben, welches doch bald vergeht, und nichts, denn Seelenangst und ein böses Gewissen hinter sich lässt: Dagegen die Lust und Freude, so man an Gott hat, ein Bild und Vorschmack ist des ewigen Lebens, ein gewaltig innerlich Zeugnis der ewigen Freude und Seligkeit, und eine augenscheinliche Überzeugung, dass Gott in uns ist, Sich mit uns vereinigt hat und bei uns wohnt. Denn Gott wirkt selbst mit Seiner Gegenwart Seine Freude in uns. Daher kommt es, dass die heiligen Propheten die göttliche himmlische Freude also beschrieben, dass sie in Gott geschehe. (Johann Arnd)


Der HErr wird dir geben, was dein Herz wünscht.

Eines jeden frommen Herzens Wunsch ist, dass es in seinem Stande Gottes Namen heiligen, sein Reich befördern und seinen Willen vollbringen möge. Das ist ein herrlicher Wunsch; darum auch dies Wörtlein also zu verstehen ist: Der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Dass der allmächtige Gott, der Herzenskündiger, einem Gott liebenden Menschen, der seine Lust am HErrn hat, ein solches Herz geben kann, das mit Gott dem HErrn wohl zufrieden ist, wie Er es mit ihm macht, das ist eine große Gabe. Mancher ist mit Gott dem HErrn nicht zufrieden, wenn Er es nicht mache, wie er es haben will: Aber solches unruhiges, unzufriedenes Herz widerstrebet Gott und Seinem gnädigen Willen. Gottes Wille ist so heilig und gerecht, wer Ihn tut und liebt, der ist groß und hoch im Himmel vor Gott und Seinen heiligen Engeln, und wenn er auch nach Gottes Willen der Allerelendeste auf Erden wäre. Gottes Wille ist so heilig, dass, wenn wir wüssten, dass es Gottes Wille wäre, sollten wir gerne bis in den Tod das größte Kreuz und Elend leiden, nur allein darum, dass Gottes Wille durch uns vollbracht werde. Lass der Welt die eitle Lust, die in Heulen sich verkehrt; wer das Herz und seine Brust Gott allein zur Lust gewährt, dieser trifft alleine an, was das Herze wünschen kann. (Johann Arnd)

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at/19/psalm_37_4.txt · Zuletzt geändert: von aj
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