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Psalm 36,10

Psalm 36,10

Andachten

“Bei Dir ist die lebendige Quelle.“

Es gibt in unsrer inneren Erfahrung Zeiten, wo menschlicher Rat und menschliche Teilnahme, ja, selbst die Tröstungen der Religion uns nicht zu trösten noch zu helfen vermögen. Warum lässt der Gott der Gnade solches zu? Vielleicht darum, dass wir uns zu sehr von Ihm abgewendet hatten, so dass Er sich veranlasst sieht, uns alles wegzunehmen, worauf wir uns zu verlassen pflegten, auf dass wir möchten zu Ihm getrieben werden. Es ist etwas Seliges, wenn wir am Born der Quelle leben dürfen. So lange unsre Gefäße mit Wasser gefüllt sind, geben wir uns zufrieden wie Hagar und Ismael, ob wir gleich in die Wüste ziehen müssen; wenn sie aber leer sind, so hilft uns nichts andres mehr, als: „Du, Gott, siehst mich.“ Es geht uns wie dem verlorenen Sohn, wir lieben die Treber, die die Schweine essen und vergessen unsers Vaters Haus. Bedenket es, dass wir auch aus den äußern Formen unsers Gottesdienstes Treber machen können; sie sind etwas Köstliches; wenn wir sie aber an Gottes Stelle setzen und Gott selber darüber vergessen, so sind sie ohne allen Wert. Alles kann zum Götzen werden, wenn es uns von Gott fern hält; selbst die eherne Schlange ist ein „Nehustan“ (2 Kön. 18, 4), wenn wir ihr räuchern und sie statt Gott anbeten. Der verlorene Sohn war nie besser daran, als da er sich nach seines Vaters Kuss sehnte, denn damals fand er den rechten Halt wieder. Unser Herr sucht uns in unserm Lande mit Teuerung heim, damit wir uns umso mehr nach dem Himmel sehnen. Die beste Lage, in der sich ein Christ befinden kann, ist, wenn er ganz und unmittelbar von der Gnade Gottes lebt, wenn er da steht, wo er am Anfang seines geistlichen Lebens stand, „als die nichts inne haben und doch alles haben.“ Wir wollen auch keinen Augenblick dem Gedanken Raum geben, dass unsre Seligkeit in unsrer Heiligung stehe, oder in unsrer Selbstverleugnung, in unsern Gnadenerfahrungen oder Gefühlen, sondern wir wollen erkennen, dass wir selig sind, weil Christus ein vollgültiges Versöhnungsopfer, für uns dargebracht hat; denn wir sind vollkommen in Ihm. Wir besitzen nichts, worauf wir uns verlassen können; sondern trauen allein auf das Verdienst Jesu. Sein Leiden und heiliges Leben gibt uns allein einen sichern Grund völliger Zuversicht. (Charles Haddon Spurgeon)


“In Deinem Licht sehen wir das Licht.“
Kein Mund vermag dem Herzen die Liebe Christi zu schildern, bis der Herr Jesus selber sie in demselben kund tut. Alle Beschreibungen bleiben matt und unzureichend, wenn sie der Heilige Geist nicht mit Leben und Kraft erfüllt; bis dass unser Immanuel sich uns innerlich offenbart, sieht Ihn die Seele nicht. Wenn du die Sonne betrachten möchtest, so würdest du wohl schwerlich alle gewöhnlichen Beleuchtungsmittel zusammennehmen und auf solche Weise das herrliche Licht, das den Tag regiert, zu beleuchten suchen. Nein, wer weise ist, weiß wohl, dass die Sonne sich selber offenbaren muss, und dieses gewaltige Licht kann nur durch seinen eignen Glanz erkannt werden. Und so verhält es sich mit Christo. „Selig bist du, Simon, Jona Sohn,“ sprach Er zu Petrus, „denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart.“ Reinigt und veredelt Fleisch und Blut durch die sorgfältigste Erziehung, erhebt die Kräfte des Gemüts zur höchsten Stufe geistiger Vollendung; das alles kann euch Christum nicht offenbaren. Der Geist Gottes muss mit Macht kommen und den Menschen mit seinen Flügeln überschatten, und dann muss in diesem geheimnisvollen Dunkel des Allerheiligsten der Herr Jesus sich dem geheiligten Blick offenbaren, wie Er sich den verblendeten Menschenkindern nicht offenbart. Christus muss sein eigner Brennspiegel sein. Der große Haufen dieser blödsichtigen Welt nimmt nichts wahr von den unaussprechlichen Herrlichkeiten Immanuels. Er kommt ihnen ungestalt und lästig vor, wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich, die von den Toren verschmäht, von den Stolzen verachtet wird. Nur wo der Geist das Auge mit Augensalbe gesalbt, das Herz mit göttlichem Leben erfüllt und die Seele zu einem himmlischen Sinne erzogen hat, nur da wird Er verstanden. „Euch nun, die ihr glaubet, ist Er köstlich;“ euch ist Er der Grund- und Eckstein, der Fels eures Heils, euer eins und alles; andern aber ist Er „ein Stein des Anstoßens und ein Fels der Ärgernis.“ Selig ist, wer die Offenbarung unsres Heilandes empfängt, denn ihm ist die Verheißung gegeben, dass Er Wohnung bei ihm machen will. O Jesu, unser Herr, unser Herz steht Dir offen, komm herein, und ziehe ewiglich nicht wieder fort. Zeige Dich uns! Beglücke uns mit einem Strahl Deiner Liebe! (Charles Haddon Spurgeon)


Bei Dir, Gott! ist die lebendige Quelle.

Gleichwie eine wasserreiche Quelle so viel Wassers gibt, dass man den Brunnen nicht ausschöpfen kann, es läuft alsobald wieder voll, und ist also eine lebendige Quelle, ein Ursprung eines großen Wasserstroms: Also ist Gott eine lebendige Quelle und Ursprung des ewigen Lebens, ja das Leben selbst; und das ist nun die allerhöchste, wesentliche Eigenschaft, Natur, Herrlichkeit und Majestät Gottes über alles, was mag genannt werden. Denn alles, was da ist und besteht im Himmel und auf Erden, von Engeln und Menschen, und allen erschaffenen Kreaturen, das hat sein Leben von Gott, von der lebendigen ewigen Quelle. Denn das kann von keinem andern Dinge gesagt werden, denn von Gott allein, dass Er sei der Ursprung des Lebens, und das wesentliche Leben selbst. Denn gleichwie ohne den einigen Gott kein Gott ist, und wie man kein Ding im Himmel und auf Erden Gott nennen kann und soll, ohne den einigen Gott, also ist auch niemand das Leben selbst ohne Gott, darum wird Er genannt der lebendige Gott. Und weil JEsus Christus wahrer Gott ist. so spricht Petrus zu Ihm: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Johannes: Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Denn so Er wahrer Gott ist, so ist Er auch das Leben selbst, ja das ewige Leben: Und so Er das ewige. Leben ist, so ist Er auch wahrer Gott. (Johann Arnd)


In Deinem Lichte sehen wir das Licht.

Diese Worte heißen so viel: In dem Sohne den Vater. Denn also sagt Johannes von dem Sohne Gottes: Dieser ist das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, so in diese Welt kommen, verstehe, die dasselbe annehmen, und nicht boshaft von sich stoßen. Zu welchem Ende aber werden sie erleuchtet? zu dem Ende, dass sie Gott erkennen, glauben und selig werden. Und als Philippus zum HErrn JEsu sagte: HErr! zeige uns den Vater; so antwortete der HErr: Philippe! wer mich sieht, der sieht auch den Vater. Wie sieht man aber Christum? Also, dass Er allmächtig, barmherzig, gnädig, geduldig, freundlich, sanftmütig, eitel Liebe, Trost, Friede, lauter Seligkeit und lauter Leben sei; und so ist auch der Vater. Darum, wer den Sohn sieht, der sieht auch den Vater, und das heißt: In Deinem Lichte sehen wir das Licht. Gottes Licht ist Christus und der heilige Geist, darum auch der heilige Geist in Feuerflammen erschien. Und weil nun Gott ein Licht ist, so ist unmöglich, Gott zu sehen und zu erkennen, als in dem Lichte Gottes, welches Er auf die Welt gesandt hat, welches ist Christus, ein Licht zu erleuchten die Heiden. (Johann Arnd)

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at/19/psalm_36_10.txt · Zuletzt geändert: von aj
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