Psalm 27,5
Andachten
Er bedeckt mich in Seiner Hütten zur bösen Zeit.
Mit diesen Worten sieht der Prophet auf die Hütte des Stifts im A. Testamente, wer dahin floh, der war sicher, und man durfte ihm kein Leid tun. Das hat 1. bedeutet unsern HErrn JEsum Christum: Wer seine Zuflucht zu Ihm hat, dem soll weder die Sünde, Tod noch Teufel schaden. 2. bedeutet diese Hütte den wunderbaren Schutz und Gegenwart Gottes bei Seinen Gläubigen, das Geleite Gottes, darin Er uns beschließt. Diese Hütte Gottes weicht nicht von uns weder Tag noch Nacht, wie die Wolken- und Feuer-Säule nicht mich von den Kindern Israel, sondern begleitete sie Tag und Nacht; so wir anders Gottes Wort, den Glauben und Gebet bewahren. Denn eben darinnen ist Gottes Hütte, Gottes Gegenwart und Beiwohnung, nämlich in Seinem Worte. Wahrheit ist Schirm und Schild. Sein Name ist das feste Schloss rc. Darum so bald du durch den Glauben Gottes Wort und Wahrheit ergreifst, so bald ist die Hütte Gottes und der Schirm des Allmächtigen um dich her, und Gott ist darinnen, und bedeckt dich. Denn ein gläubiger Christ, der von der Welt verlassen ist, hat sonst keinen Schutz als Gott allein.
Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; gibt Segen und Gedeihen dem, was Er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. (Johann Arnd)
Er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirgt mich heimlich in seinem Gezelt, und erhöht mich auf einem Felsen; und wird nun erhöhen mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen und lobsagen dem Herrn.
Wo ist nun des Herrn Hütte und Sein Gezelt? wo ist der Felsen, hoch erhöht über dem Toben der Feinde? Hebt eure Augen auf und seht! so hoch der Himmel ist und so weit die Wolken ziehen am Himmelsbogen, da ist des Herrn Hütte und Sein Gezelt. Des zum Zeichen ist Jesus aufgehoben von der Erde zusehends und aufwärts entschwebt und hoch oben hat Ihn eine Wolke vor ihren Augen weggenommen. Und nun schwinge Dich auf den hohen Felsen, meine Seele: Dein Bruder, Jesus, des Menschen Sohn, hat alle Gewalt im Himmel und auf Erden! Welch' ein Glaube! welch' eine Gewissheit! ist das nicht der Sieg, der die Welt überwindet? O, Du lieber Sänger des 27. Psalms, Du standest noch in den Vorhöfen Deines Gottes und warst doch so glaubensfroh und siegesgewiss! Du sollst uns wahrlich nicht beschämen! hat Dein Gott Dich gedeckt in Seiner Hütte zur bösen Zeit und Dich verborgen in Seinem Gezelt, so darf uns wahrlich auch nicht bange werden und wollen nimmer verzagen! uns deckt ja die Hand Jesu, der zur Rechten Gottes ist, und wir leben ja verborgen mit Christo in Gott, was kann uns nun schaden und ängsten? St. Paulus hat ja Alles aufgezählt: Trübsal oder Angst, oder Verfolgung oder Schwert, Hohes und Tiefes, Gegenwärtiges und Zukünftiges; schwingt sich dann auf den hohen Felsen und schmettert's mit Siegestönen auf alle Feinde herab: in dem Allen überwinden wir weit durch Den, der uns mächtig macht, Christus. Das ist das rechte Lobopfer in der Hütte des Herrn. Ist denn das Singen und Lobsagen nun verstummt unter uns? jeder Abend, nach vollbrachtem Tageslauf, müsste uns ja versammeln in Seiner Hütte und Gezelt zum Lobopfer. Hat Er uns nicht gedeckt und geborgen? was wäre sonst wohl aus uns geworden? hat Er Dich heute nicht erhöht auf den Felsen? lägest Du etwa noch im Staube, so ist's gewiss Deine eigene Schuld! Wohlan, beide Arme her! wie ein Kind sie nach der Mutter breitet, noch ist's Zeit, Er hebt Dich, und die Welt liegt zu Deinen Füßen! (Nikolaus Fries)