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Psalm 147,16

Psalm 147,16

Andachten

“Der Herr gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche. Er wirft seine Schlossen wie Bissen; wer kann bleiben vor seinem Frost?“
Ein eisiger Hauch durchziehet die Luft und bringt Erstarrung Im die ganze Natur. Der Sturm brauset über das öde Land hin. Still liegen die Felder da unter dem Grabtuche des Schnees. Traurig stehen die entlaubten Bäume mit ihren kahlen, starren Ästen. Die Lieder der Vögel sind längst verstummt und die Blumen verwelkt. Die Quelle ist zugefroren und der Schoß der Erde verschlossen. Kein Hälmchen grünt und alles Lebendige sucht Schutz vor dem Frost. Auch die Erde verkündigt uns den Herrn, denn sie ist des Herrn Werk und der Schauplatz seiner Gnade und Herrlichkeit. In ihrem Frühlingsschmuck ruft sie uns zu: „Alles Fleisch ist Gras und alle Herrlichkeit des Menschen ist wie des Grases Blume.“ In der Glutzeit des Sommers mahnt sie uns: „Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden.“ In dem Erntesegen des Herbstes predigt sie uns: „Was der Mensch säet, das wird er ernten.“ Sollte nun der ernste, strenge Winter nicht auch ein Wort der Mahnung an unsere Herzen haben? Ja, er predigt vor Allem: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist!“ Der Winter ist für Viele eine harte Zeit, eine Zeit des Mangel. Er mehret die irdischen Bedürfnisse, vergrößert die häusliche Not, verdoppelt den Jammer der Armut. Da gilt es, einander beizustehen, einander beizustehen nach Vermögen. Da können wir manche Träne trocknen, manchen Seufzer stillen, manche Noch lindern. Da heißt es: „Brich dem Hungrigen dein Brot, und die, so im Elend sind, führe ins Haus; so du Einen nackend siehest, so kleide ihn, und entzeuch dich nicht von deinem Fleisch.“ Daran will ja der Herr erkennen, dass wir seine Jünger sind, so wir Liebe unter einander haben. In den armen und notleidenden Brüdern streckt er uns die Hände entgegen, dass wir sie ihm füllen sollen. In jedem hungrigen und durstigen Gaste steht Der vor unserer Tür, der, auch den Bissen Brotes und den Trunk Wassers nicht will unvergolten lassen. Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem Herrn; der wird ihm wieder Gutes vergelten. Wie klein auch die Gabe sei, welche dem täglichen Bedarf abgespart und der Armut dargereicht wird, wenn sie mit freundlichem Herzen und aus Liebe zum Herrn gegeben wird, so tut sie wohl und bringet Segen.

So will ich denn in diesen harten Tagen des Winters als ein fröhlicher Geber in die Hütten der Armen gehen, die Kranken und Notleidenden aufsuchen und im Wohltun meine Freude finden. Der Herr stellt uns als seine Engel an den Weg des Lebens, auf dass wir uns der Unglücklichen, die vorübergehen, annehmen und sie in die sichere Herberge bringen. Dazu lass auch mich, o Herr, immer fertig und bereit sein. Amen.

Christ! wenn die Armen manchesmal.
Vor deiner Türe stehn,
Merk auf, ob nicht in ihrer Zahl
Der Herr sei ungesehn!
Auch wenn ihr Ruf so weh und bang
Erschallt zu dir hinein..
Horch auf, ob seiner Stimme Klang
Nicht möchte drunter sein.

O nicht so fest und eng verschließ
Die Türen und das Herz.
Ach, wer den Heiland von sich stieß.
Was träfe den für Schmerz! (Christian Wilhelm Spieker)

Predigten

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