Lieder zu Psalm 4
Ludwig Oeler
ERhör mich, wann ich ruff zu dir,
gott, mein gerechtigkeite!
Der du in angst gibst troste mir,
gnad mir, mein bitt auch leyte.
Ir menner, wie lang sol mein eer
zu schanden sein? euch liebt auch mer
unnütz und tracht nach lügen!
Erkent, dz gott die heilgen syn
gar wunderbarlich füret.
Der herr erhört dz ruffen mein,
lugt: wann eüch zorn berüret,
So sünden nit, das ist mein will,
sünder reden mit hertzem still
und hart auff ewern leger!
Opffert recht, wann ir opffer thut,
und hoffent auff den herren!
Vil sagen: Wer zeygt uns dz gut?
die sich darwider sperren.
O herr, erheb dein angesicht,
dz niemant last im vinster nicht,
über yns, din vil armen!
Damit du gibst freüd in min hertz,
so die andern vast hoffen
In wein und korn, dz ist ein schertz,
ich wil im frid entschlaffen,
Dann in dir wont, o herr, allein
mit sicherheit die gantz gemein:
hilff, herr, das wirs erlangen!
Benjamin Schmolck
Mel. Gottlob, es geht nunmehr zu Ende.
1. Ich lieg und schlafe ganz mit Frieden,
Denn du allein, Herr, hilfest mir.
Die Wohnung, die mir nun beschieden,
Stellt eine sichre Kammer für.
Mein Grab muss mir ein Bette sein,
O wie so süße schlaf ich ein!
2. Ich lieg und schlaf in Jesu Armen,
Er drücket mir die Augen zu.
Mich überschattet sein Erbarmen,
Und seine Lieb ist meine Ruh.
Wär auch mein Grab wie Jakobs Stein,
So schlaf ich dennoch lieblich ein.
3. Ich lieg und schlaf, mein Herze wachet,
Die Seele schauet Jesum an,
Der meine Beine grünend machet,
Sobald er schwenkt die Lebensfahn.
Dann wird mein Glaube Schauen sein,
Indessen schlaf ich fröhlich ein.
4. Ich lieg und schlafe nun im Stillen,
Stört mich mit euren Tränen nicht.
Beruhigt euch in Gottes Willen,
Ihr, denen jetzund weh geschicht.
Dort werden wir vereinigt sein.
Nun, gute Nacht! So schlaf ich ein.