1. Mose 37,26
Andachten
Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft es uns, dass wir unsern Bruder erwürgen und sein Blut verbergen? Kommt, lasst uns ihn den Ismaeliten verkaufen, dass sich unsere Hände nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und Blut. Und sie gehorchten ihm. Und da die Midianiter, die Kaufleute, vorüber reisten, zogen sie ihn heraus aus der Grube und verkauften ihn den Ismaeliten um zwanzig Silberlinge; die verkauften ihn in Ägypten!
Welch eine Erniedrigung! aus dem Vaterhause als ein Sklave verkauft in die Fremde, und in der Knechtsgestalt dienend in Ägypten! - Das war Josefs Schicksal! wer vermochte hier die göttliche Führung zu erkennen? es lag Alles im Dunkeln und war vor Menschen-Augen verborgen. So stehen die armen Jünger auch in tiefer Dunkelheit, als der Finsternis Macht gegeben ist und Judas, der Verräter, seinen Herrn und Meister um dreißig Silberlinge verkauft hatte und Ihn verriet mit einem Kuss; als sie Jesum gebunden weggeführt hatten und Alle von ihm flohen. Wie hätten sie es vermocht, da die Hand Gottes zu entdecken. Und doch hat Er Alles herrlich hinausgeführt. Josef ist in der Niedrigkeit seiner Knechtsgestalt behütet worden vor dem Argen und hat im Gefängnis die Wege Gottes verkündigt durch den Geist der Weissagung, auf dass er erhöht werde zur Rechten Pharaos. Jesus aber ist aus der Angst und Gericht genommen, wer will nun Seines Lebens Länge ausreden? - und wir wissen nun, dass dies der Weg und Rat unseres Gottes war, zu retten eine verlorene Sünderwelt! Hast Du's denn nun auch wirklich gelernt, meine Seele, Deines Herrn zu warten, und all' Deine törichte Vernunft gefangen zu geben unter des Glaubens Gehorsam? vermagst Du's denn nun auch in der völligen Dunkelheit, wo Du gar nichts siehst, fest zu bauen und zu trauen auf Deinen Herrn, der Dich wider alles Meinen, Denken und Erwarten dennoch hindurchrettet und in die Höhe reißt. Ach, glaub' doch sicher, es ist Seine uralte Weise: „Wen Er will herrlich zieren, und über Sonn' und Sterne führen, den führt Er zuvor hinab!“ (Nikolaus Fries)
Predigten
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