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1. Mose 1,26

1. Mose 1,26

Andachten

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel, und über das Vieh und über die ganze Erde, und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen Ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf Er ihn!
Das ist die anerschaffene königliche Herrlichkeit des Menschen! Herrschen sollte er über alle Kreatur. Der allmächtige und allbeherrschende Gott hat den Menschen bekleidet mit Seiner eignen Macht, hat ihn neben sich auf den Thron Seiner Herrlichkeit gesetzt! Welch' eine Selbstentäußerung! das ist so, als wenn ein großer König seinen erstgeborenen Sohn zum Mit-Regenten einsetzt. Aber noch mehr: Sein eigen Bild hat Gott dem Menschen anerschaffen! So wie er dasteht: das Haupt aufgerichtet, das Auge sonnenhaft, dem Himmel zugewandt, das Ohr geöffnet für das Wunderreich der Töne, das Herz, eine klare Tiefe voll edler Perlen, der Geist, aufwärts fliegend wie ein Adler! so ist er das Bild Gottes, seines Schöpfers! Aber was ist aus all' dieser ursprünglichen Herrlichkeit geworden? Die Kreatur beherrscht den Menschen, denn er hat sich ihr verkauft durch die Sünde! das Bild Gottes ist verzerrt, entartet, verderbet! Ach, wenn's nicht Advent geworden auf Erden, dann wär's uns besser, dass wir nie geboren wären! Aber Gott sei Dank in aller Welt, hier ist ein Menschensohn, ein zweiter Adam, ein Weibes-Same, der hat es Alles wiedergebracht! Er herrscht, und wir sollen mit Ihm herrschen, denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat! Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes, das Ebenbild Seines Wesens, und Er lebt in uns und wir in Ihm: Christus verklärt in uns! So ist Gottes Bild wieder hergestellt! - und es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden! Das ist Adventsfreude! Gelobt sei Gott! (N. Fries)


Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.
Die Herrlichkeit des Bildes Gottes ist durch die Sünde dahin; doch ist eine Spur geblieben, im tiefsten Innern, eine unverstandene, und doch tief wehmütige Erinnerung an das verlorene Paradies. Es fehlt mir etwas, ich habe nicht, was meine Seele braucht, ich muss etwas verloren haben; es muss ein Glück geben, ein seliges, das ich nicht kenne; es muss etwas sein um wahren Frieden, um wahre Ruhe: Gibt's kein Licht, das in die dunkle Nacht scheint und zum Frieden leitet? Es gibt eins o seliges Licht des Friedens - wenn du es doch aus tiefster Seele liebtest, wenn du es doch mehr liebtest als die Finsternis, siehe dann würde dieses Licht von außen mächtig arbeiten können an der Decke, die vor deinen Augen liegt und würde sie noch zerreißen, dass du das Licht im Lichte sehen und selbst wieder licht werden kannst: zum Bilde Gottes. Denn es ist doch die Absicht Gottes geblieben: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei. In dieser Absicht ist Gott selbst gekommen und hat in des sündigen Fleisches Bild und Gestalt sich gekleidet, und hat den Sündern seine Herrlichkeit gezeigt, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, die Herrlichkeit der ewigen erbarmenden Liebe in Christo, auf dass, die ihn sehen und an ihn glauben, auch würden wie er.

Wenn die Bußtränen lauter und reichlich von deinen Augen fließen, wenn die finstere Decke, die sie einhüllt, zu weichen beginnt, wenn das Licht der Wahrheit in deine Seele fällt und du mitten in deiner Nacht das eine erkannt und verstanden hast: Liebe brauche ich, erbarmende Liebe! siehe dann ist dein Geistesauge geöffnet, und ist zugleich ein Spiegel geworden, - dann siehe hin an die Stätte, wo die ewige Liebe Gottes sich hell offenbaret hat, sieh in die Wunden des Gotteslammes hinein und glaub's, das ewige, selige Evangelium: „Mein Heiland liebt mich,“ und lass dich von ihm lieben, wie er dich lieben will, lass dich an sein Herz hinan und in seinen Gottesfrieden hineinziehen und freue dich deines Glückes und so gewiss du mit dem geöffneten Auge des nach Liebe, dürstenden Geistes deines Gottes Liebe in Christo erkannt hast, so gewiss ist auch das Auge deines Geistes ein heller Spiegel für das selige Licht seiner Liebe; das wird nun auch aus deinem Geiste strahlen du musst ihn lieben, der dich zuerst geliebt hat; lieben, freilich nicht nach dem Maß, aber doch nach der Art seiner Liebe, die sich für dich geopfert; so musst auch du dein ganzes Wollen ihm hingeben, auf dass er dir's mit seinem Willen eins, und damit göttlich stark zugleich, zurückgebe. So kommt schon hier in diesem Glaubensleben etwas von dem herrlichen Bilde Gottes in Christo in deine Seele und in dein Tun und Lassen, und auf dein Angesicht auch. Wir müssen aber von einer Klarheit zur andern in sein Bild gestaltet werden, - und darum gib nur deinen Geist ihm hin, lass immer fester darin den Durst nach seiner erbarmenden Liebe wecken. Sieh sein Erbarmen an, nicht nur seinen Schein bewundernd, sondern als einer, der abhängig ist von seinem Lieben und sonst nicht leben kann. Lass den Spiegel deines Innern immer wieder polieren, und wär's mit den schärfsten ätzenden Säuren der Anfechtung in der dunklen Kammer; was gilt's, zulegt bleibt doch ein Zug nach dem andern von dem Bilde des Schönsten aller Menschenkinder, des zweiten Adams, darin haften, innerlich im verborgenen Leben glänzend, und äußerlich auch: hienieden nur, wie aus dem unreinen, ungeschliffenen Stein doch hier und da etwas von dem Edelstein blitzt, dereinst aber einmal, an dem großen Tage seiner Offenbarung, ganz und vollständig - denn ob es noch nicht offenbar ist, was wir sein werden, das Größte wissen wir doch: Wir werden ihm gleich sein, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (Theobald Wunderling.)

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at/01/1._mose_1_26.txt · Zuletzt geändert: von aj
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