Jeremia 32,41
Andachten
„Es soll meine Lust sein, dass ich ihnen Gutes tun soll.“
Gott hat Israel müssen viel strafen und züchtigen. Wenn Er aber züchtigt, und man gibt sich wieder unter Ihn und ist demütig vor seinem Gott, so reut es Ihn, was Er getan hat, und tut Er wieder Gutes. So viel aber ist gewiss: Des HErrn Lust wäre es immer, uns Gutes zu tun, aber wir vergellen Ihm die Freude, wir verderben es Ihm. So ist es z. B. merkwürdig, wie Gott Jahr für Jahr immer das Gleiche aus dem Boden herauswachsen lässt, dass man dabei Seine Lust sieht, Gutes zu tun. Aber dann geht viel Verderbliches drüber hin, und viele haben schließlich doch nichts. Aber Seine Lust, Gutes zu tun, hat Gott gezeigt. So kann es oft auch bei Zweien, die Hochzeit haben, aussehen, wie wenn der liebe Gott lauter Freude hätte, ihnen Gutes zu tun; aber bald wird manches Hereingestreut, das das Gute verdorben. Aus wessen Schuld? Nun, wir müssen uns besinnen und jedenfalls uns auch in der Schuld fühlen. Aber wir haben eben auch viele Feinde, die vieles verderben, freilich eben weil wir sind, wie wir sind. Hingegen wenn wir den Sündentilger JEsum Christum recht im Glauben ergreifen würden, könnte der Feind auch nicht tun, wie er will. Nun, aber die Sünde wird ja einmal getilgt, wie die Propheten weissagen, und wenn dann die volle Güte Gottes sich nicht bloß präsentieren, sondern auch völlig uns werden darf, ohne dass der hingerichtete Segen verdorben wird, dann werden wir erst sehen, was für einen guten Gott wir haben. Vor der Hand aber wollen wir nur recht brav sein, dann kriegen wir viel Gutes. Denn wenn Er unser ganzer Freund sein soll, müssen wir Ihm auch ganze Freunde sein. (Christoph Blumhardt)