Hebräer 10,19

Andachten

Da wir denn nun, lieben Brüder, die Freudigkeit haben zum Eingang in das Heilige durch das Blut Christi, welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege, durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch; und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben usw. . Vergl. Hebräer 6, 19.20

Ja, wer mit dem Blute Christi besprenget ist, darf nun mit Freudigkeit, das ist, mit froher, kindlicher Zuversicht in das Allerheiligste, in Gottes Gemeinschaft im Geiste schon hier, und einst in den Himmel eingehen; dazu steht uns ein neuer, lebendiger Weg offen, den uns Christus durch sein Leiden, Sterben, Auferstehen und Himmelfahren geöffnet hat. Er hat den Weg gebahnt, er ist als Vorgänger vor uns eingegangen, und hat uns Weg und Türe nicht nur offen gelassen, sondern er will uns selbst Weg und Türe sein; will uns nach sich ziehen an dem dreifachen und haltbaren Seile der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung. Wenn wir uns daran fest halten, und das Seil nicht aus den Händen lassen, wird er uns unfehlbar nach sich ziehen auf dem neuen, lebendigen Wege. Wie schön drückt sich Paulus aus, da er den Weg lebendig nennt. - Warum doch? Ist nicht Christus selbst der Weg? Johannes 14,6. Ist der nicht lebendig? nicht der Weg und das Leben und die Wahrheit? Ist er nicht auch neu? Wo ist vor ihm und nach ihm ein Weg zum Himmel, zum Vater zu finden? - Freund, verlass die alten Wege der Welt und Sünde, und wähle dir diesen neuen, lebendigen Weg. Wie gut wandelt sichs auf einem neuen - und wie leicht auf einem lebendigen Wege, der darum lebendig heißt, weil er die Wanderer selbst belebt, stärkt, wenn sie fallen, ihnen wieder aufhilft; wenn sie müde sind; ihnen neue Kräfte gibt, wenn sie abweichen oder irre gehen, sie wieder einlenket und zurückführt - der Alles allen ist, die auf ihm wandeln. Welch ein Weg? Wo ist ein Weg, wie dieser Weg? Und so wenigen wandeln auf ihm!!! (Johannes Evangelista Gossner)


Der Eingang in das Heilige war verschlossen, bis das große Geschehen von Golgatha ihn aufriss. Jetzt ist er offen. Durch das, was wir bei unserem Gläubigwerden erlebten, ist uns auch die Freudigkeit gekommen, da hinein zu gehen. Aber nun kommt's doch alle Tage darauf an, dass wir aus dem Bereich des Unheiligen die Schwelle des Heiligtums überschreiten. Das kann das Blut Jesu nicht für uns tun. Das kann unser geistlicher Führer oder die Kirche nicht für uns tun. Das kann alle Fürbitte unserer Freunde nicht für uns tun. Das können nur wir selbst tun.

Aber das wollen wir auch tun, so wahr du uns dabei hilfst, Herr Jesu! Ziehe unsere Herzen durch deine geheimnisvolle Anziehungskraft jeden Tag so stark an dich, dass wir die Höhe der Schwelle oder die Engigkeit des Eingangs oder die Dunkelheit der Türöffnung nicht scheuen. Wir haben es ja schon oft erfahren, dass, wenn wir alle Einwände und Bedenken niederschlugen, dann im nächsten Augenblick das Licht deiner Nähe uns umflutete. Stärke uns alle Tage die Freudigkeit zum Eingang in das Heilige. Unser Fleisch und Blut macht alle Tage dieselben Ausflüchte - aber dein Blut hat die alte Kraft. Lass uns heute Abend noch alle stille werden an deinem Herzen und schließ hinter uns zu, dass das Unheilige draußen bleibe und du uns habest und wir dich. Wir möchten ruhen unter deinem Schutz und morgen als die von dir Erfrischten mit neuem Mut laufen die Bahn. Amen. (Samuel Keller)


So wir denn nun haben, liebe Brüder, die Freudigkeit zum Eingang in das heilige durch das Blut Jesu, so lasst uns hinzu gehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprengt in unsern Herzen, und los von dem bösen Gewissen, und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser.

Das Volk durfte nicht herzu nahen zu dem Berge Gottes, und durch den Vorhang ging nur der Hohepriester. Aber nun ist der Vorhang zerrissen, der Weg zu Gott ist uns durchs Blut gebahnt. Eingang ins Heilige für arme Sünder! aber wer benützt diesen Eingang? wer weiß aus Erfahrung, was das in sich schließt: aus- und eingehen im Heiligen? Gott selber zum Freunde haben, Ihn bitten, wie Kinder ihren Vater bitten, vor Jesu Augen leben und schweben aus Seinem Brünnlein trinken und Lebensbrot essen aus Seinen Händen, das ist der Eingang ins Heilige. - Wer hat dazu Freudigkeit? Nur wer im Blute des Lammes Vergebung der Sünden empfangen hat, und das empfängt man nur in einem wahrhaftigen Herzen, das ohne Falsch, aufrichtig absagt dem Alten und in „völligem Glauben“ sich Jesu überliefert auf Gnade und Ungnade, dann wird man inwendig besprengt mit dem heilig-teuren Versöhnungsblut, das am Kreuz vergossen ist, wird los gemacht und frei gesprochen von allem Verklagen des Gewissens, ja, auch dieser alte Sündenleib, wie Paulus sagt: „der Leib dieses Todes“ wird rein und verklärt. Also ziehen die Kinder des Neuen Bundes ins Heiligtum ihres Gottes; so feiern sie ihre Sabbate und ihre Gebetsstunden; denn der Eingang ist immer offen, und die Freudigkeit gibt Flügel zum Aufschwung, auch mitten in der Alltäglichkeit und Beschwerung dieses Erdenlebens. Drum, liebe Seele, wenn Dir Zeiten kommen, wo du klagst: ich habe keine Freudigkeit! ich liege darnieder und seufze: Der Himmel ist verschlossen, darum muss ich traurig gehen; ich suchte auch des Nachts, den meine Seele liebt, aber ich fand ihn nicht! dann gibt's nur Einen Rat für Dich: Du musst besprengt werden mit dem Blute Christi, denn dies Blut hat zweierlei Kraft, es offenbart Dir die Sünde, aber es tilgt sie auch! (Nikolaus Fries)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/58/hebraeer_10_19.txt · Zuletzt geändert: von aj
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain